Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Europa wachsen

11.10.2007
Europa ist für die Fraunhofer-Gesellschaft Herausforderung und Bereicherung in einem: Die Forscher müssen sich im internationalen Wettbewerb bewähren, gleichzeitig gewinnen sie durch grenzüberschreitende Projekte und Excellenznetzwerke neue Erfahrungen und Kompetenzen.

Forschung überschreitet Grenzen. Die Fraunhofer-Gesellschaft, einst eine nationale Forschungseinrichtung, agiert heute weltweit. Allein die Erträge, die durch EU-geförderte Projekte erwirtschaftet werden, haben sich in den vergangenen vier Jahren verdoppelt: von 32 Mio Euro 2003 auf geschätzte 58 Mio Euro in 2007.

Auch der Umsatz mit europäischen Industriepartnern ist gewachsen: 2006 betrug er über 42 Mio Euro. Die Fraunhofer-Gesellschaft verfügt heute über Representative-Offices in Brüssel und Moskau sowie über verschiedene Außenstellen der Institute: Im schwedischen Göteborg gibt es das Fraunhofer-Chalmers Research Center for Industrial Mathematics. In Wien arbeitet eine Projektgruppe für Produktionstechnik und Logistik. Experten untersuchen in einer deutsch-ungarischen Forschungskooperation "intelligente Umgebungen".

Ein Kooperationsabkommen verbindet Logistik-Forscher in Dortmund mit Kollegen in Portugal. Dort ist auch ein Center für Ambient Assisted Living geplant, in dem neue Technologien, die den Menschen im Alltag unterstützen, entwickelt werden sollen. Fraunhofer kooperiert außerdem mit den Instituten der französischen Association Carnot.

"Das Engagement der Fraunhofer-Gesellschaft in Europa hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen", sagt Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. "Getrieben wurde dieses Engagement durch die Bedürfnisse unserer Kunden: Nach einer Erhebung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags hat sich die Zahl der Firmen, die Investitionsabsichten im Ausland haben, in den vergangenen fünf Jahren fast verdoppelt. Kleine, mittelständische und große Industriepartner agieren zunehmend europa- oder weltweit. Als Forschungspartner dieser Unternehmen wird von uns erwartet, dass wir Erfahrungen und Problemlösungskompetenz in Auslandsmärkten mitbringen. Hierfür brauchen wir eigene Erfahrungen." Das Know-how, das die Fraunhofer-Forscher im Ausland sammeln, kommt den Projektpartnern direkt und indirekt zu Gute: direkt, weil die Wissenschaftler und Ingenieure geübt sind im Umgang mit anderen Ländern und Sitten; indirekt, weil sich die Institute durch die Auftragsforschung für Kunden in ganz Europa im internationalen Wettbewerb bewähren müssen und ständig neues Know-how generieren."

Im 6. Forschungsrahmenprogramm der EU waren die Fraunhofer-Forscher an über tausend Projekten beteiligt, bei zahlreichen Integrierten Projekten und Excellenznetzwerken hatten sie sogar die Funktion als Koordinatoren - beispielsweise bei "CellProm", dem größten Forschungsvorhaben im Themenbereich Nano-Biotechnologie. Wissenschaftler und Ingenieure erarbeiten hier nano-strukturierte Oberflächen, auf denen bestimmte Zellen wachsen. Ziel der Forscher ist es, einen Apparat zu entwickeln, der auf Wunsch bestimmte Zellen - beispielsweise zur Behandlung von Krebs oder Autoimmunkrank-heiten - produzieren kann. Das Prinzip ist von der Natur abgeguckt: Im menschlichen Körper sorgt der Kontakt mit unterschiedlichen Makromolekülen dafür, dass sich aus Stammzellen 220 unterschiedliche Zelltypen entwickeln. Weitere Projekte, die Fraunhofer-Forscher im 6. Forschungsrahmenprogramm koordinieren, sind "InMAR" und "PharmaPlanta". Bei ersterem geht es um die Entwicklung intelligenter Materialien für die Schallreduktion. Bei zweiterem wird untersucht, wie sich mit Hilfe genetisch veränderter Pflanzen pharmazeutische Wirkstoffe gewinnen lassen.

Auch im 7. Forschungsrahmenprogramm, das zu Beginn dieses Jahres anlief, haben die Fraunhofer-Forscher zahlreiche Projekte beantragt. Beteiligt sind Ingenieure und Wissenschaftler unter anderem an der geplanten Initiative "Clean Sky JTI". Deren Ziel ist es, innovative Technologien zu entwickeln, die den Luftverkehr der Zukunft energieeffizient, leise und emissionsarm machen können. Einzigartig an der Initiative ist, dass alle Akteure der Luftfahrtbranche in einer Public Private Partnership zusammenarbeiten. Durch die enge Kooperation von Forschern und Anwendern soll die Wettbewerbsfähigkeit Europas gesteigert werden.

"Es gibt viele Gründe in Europa für Europa zu forschen", resümiert Bullinger. "Wir bei Fraunhofer sind stolz darauf, dass wir einen Beitrag leisten können zur künftigen Technologieentwicklung und zur Gestaltung einer neuen, überregionalen Forschungsszene. Wir wollen daher auch die Initiative der EU, den Forschungsraum Europa nachhaltig zu gestalten, mit unterstützen."

Dr. Janine Drexler | idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2007/10/Presseinformation_11102007.jsp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

Leipziger Biogas-Fachgespräch lädt zum "Branchengespräch Biogas2020+" nach Nossen

11.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik

Proteinforschung: Der Computer als Mikroskop

16.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vermeintlich junger Stern entpuppt sich als galaktischer Greis

16.01.2017 | Physik Astronomie