Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Mittel für das Sonnenfeuer

10.10.2007
3,5 Millionen Euro zusätzliche Mittel für Karlsruher Forschungsarbeiten zur Kernfusion

Das Forschungszentrum Karlsruhe erhält 3,5 Millionen Euro zusätzliche Finanzmittel zur Entwicklung von neuen Technologien für die Kernfusion. Die Mittel kommen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen einer Vereinbarung der Europäischen Union mit Japan.

Sie betreffen Forschungsarbeiten, die über das Projekt ITER, das internationale Fusionsexperiment in Cadarache/Frankreich, weit hinausgehen. Das Forschungszentrum entwickelt auf dieser Grundlage das zentrale Element einer Neutronenquelle sowie hochtemperatur-supraleitende Stromdurchführungen für supraleitende Magnete.

Die Vereinbarung zwischen der Europäischen Union und Japan sieht vor, in der Kernfusion einen breiteren, über das Fusionsexperiment ITER hinausgehenden Weg zu beschreiten (den so genannten "Broader Approach"). Dabei werden parallel zum Aufbau von ITER schon Technologien für ein nachfolgendes Demonstrations-Fusionskraftwerk (DEMO) vorangetrieben.

... mehr zu:
»DEMO »Fusionsexperiment »ITER »Kernfusion

Ein wesentliches Element dieser Vereinbarung ist der Aufbau der Neutronenquelle IFMIF (International Fusion Materials Irradiation Facility). IFMIF ist ein Milliardenprojekt, das zur Erforschung von Werkstoffen für DEMO unverzichtbar ist. Das Forschungszentrum entwickelt hierzu das Herzstück der Anlage, die so genannte Hochflusszelle, in der miniaturisierte Materialproben über mehrere Jahre mit Neutronen bestrahlt und damit den absehbaren Bedingungen in einem Fusionskraftwerk ausgesetzt werden. Nach erfolgreichen Vorarbeiten stellt das Ministerium nun die Mittel zur Verfügung, um die Zelle zur Fertigungsreife zu entwickeln. Begleitend dazu wird im nächsten Jahr ein experimenteller Heliumkreislauf aufgebaut, um ein Modell der Zelle (im Maßstab 1:1) unter simulierten Betriebsbedingungen Funktionstests zu unterziehen.

Das zweite mit den Sondermitteln geförderte Vorhaben ist die fertigungsreife Entwicklung einer hochtemperatur-supraleitenden Stromzuführung zu supraleitenden Magneten für eine japanische Fusionsanlage, die im Rahmen des "Broader Approach" aufgerüstet wird. Die Hochtemperatur-Supraleitung hat den Vorteil deutlicher Energieeinsparung, weil die Kühltemperatur nur bei rund 80 Kelvin (-193 Grad Celsius) liegt - im Vergleich zu 4 Kelvin (-269 Grad Celsius) bei klassischen (Tieftemperatur-) Supraleitern.

Das Forschungszentrum Karlsruhe ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, die mit ihren 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,1 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands ist. Die insgesamt 24000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft forschen in den Bereichen Struktur der Materie, Erde und Umwelt, Verkehr und Weltraum, Gesundheit, Energie sowie Schlüsseltechnologien.

Dr. Joachim Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.fzk.de

Weitere Berichte zu: DEMO Fusionsexperiment ITER Kernfusion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie

28.06.2017 | Förderungen Preise

Immunabwehr: Wie Proteine Membranbläschen zusammenbringen

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Auto lernt vorauszudenken

28.06.2017 | Maschinenbau