Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Curriculum Ernährungsmedizin setzt neue Standards - Erstmals flächendeckende und interdisziplinäre Fortbildung etabliert

09.10.2007
Seit Juli 2007 ist die strukturierte Fortbildung "Curriculum Ernährungsmedizin" in Kraft. Diese Fortbildung für Ärzte wurde unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM) nach den Richtlinien der Bundesärztekammer erarbeitet.

Sie ist entstanden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin (DAEM). Das Curriculum basiert auf der Grundlage des bisher bestehenden Curriculums, das seit zehn Jahren in Kraft ist. Die Neuauflage beinhaltet verschiedenen Neuerungen.

"Erstmals können wir ein flächendeckendes, für ganz Deutschland gültiges und interdisziplinäres Curriculum für Ernährungsmedizin anbieten," sagt Prof. Stephan Bischoff, Sekretär der DGEM und Direktor des Institutes für Ernährungsmedizin der Universität Hohenheim. Ärzte, die diese Fortbildung erfolgreich abschließen, können die Bezeichnung Ernährungsmediziner führen. Das Curriculum hat eine bundesweit einheitliche Struktur und wird auf Landesebene umgesetzt. Das bedeutet, die Fortbildung findet bei den Landesärztekammern statt und die erfolgreichen Teilnehmer erhalten dort auch eine Bescheinigung. "Ein nächster Schritt könnte sein, den 'Facharzt für Ernährungsmedizin' zu etablieren, das ist aber noch Zukunftsmusik," sagt Prof. Bischoff.

Hintergrund für Neuauflage des Curriculums ist das seit zehn Jahren starke Interesse an dieser Fortbildung. Bundesweit haben viele Ärzte dieses Curriculum absolviert, und für die Zukunft ist es wichtig, den vielen neuen Erkenntnissen in der Ernährungsmedizin auch im Curriculum Rechnung zu tragen. Rechtlich gesehen gibt es seit der Einführung des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes zum 1.1.2004 die Pflicht zur Dokumentation der geleisteten Fortbildungsmaßnahmen für Vertragsärzte und Fachärzte im Krankenhaus (JSGB V § 95 d und § 137).

... mehr zu:
»Curriculum »DGEM »Ernährung »Fortbildung

Grundlage für den Nachweis ist das Fortbildungszertifikat der Ärztekammern, das für einen Fünf-Jahres-Zeitraum den Erwerb von 250 Fortbildungspunkten vorsieht. Das Curriculum Ernährungsmedizin wird in vollem Umfang auf den Erwerb des Fortbildungszertifikates angerechnet. Vorgesehen ist auch, eine unabhängige Kommission durch die DGEM einzusetzen, die die Qualität der Fortbildung objektiv beurteilt und zertifiziert.

Das neue Curriculum wurde von 42 Experten verfasst. Es ist dabei nicht als Lehrbuch der Ernährungsmedizin gedacht, sondern gibt die Lernzielinhalte der einzelnen Stunden wieder. Außerdem dient es der DGEM e.V. und den Landesärztekammern als Leitfaden bei der Anerkennung einzelner Kurse. Die Inhalte sind:

Grundlagen der Ernährungsmedizin (12 Stunden)
Ernährungsmedizin und Prävention (8 Stunden)
Methoden, Organisation und Qualitätssicherung der Ernährungsmedizin
(12 Stunden)
Enterale und parenterale Ernährung (8 Stunden)
Therapie und Prävention ernährungsmedizinisch relevanter Krankheitsbilder
(40 Stunden)
Seminar und Fallbeispiele (20 Stunden)
Regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme sowie eine schriftliche Prüfung sind für das Curriculum notwendig. Die Referenten für klinische Themenkreise sind in der Regel Fachärzte, die im Fachgebiet Ernährungsmedizin ausgewiesen sind. Weitere Informationen auch unter http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Curr_Ernaehrungsmedizin

_2007_07_04.pdf

Ansprechpartner:
Universität Hohenheim
Prof. Dr. Stephan C. Bischoff
Institut für Ernährungsmedizin
Fruwirthstr. 12
70599 Stuttgart
Tel.: 0711/459 - 24101
bischoff.stephan@uni-hohenheim.de

Rita Wilp | idw
Weitere Informationen:
http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Curr_Ernaehrungsmedizin_2007_07_04.pdf

Weitere Berichte zu: Curriculum DGEM Ernährung Fortbildung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitales Know-how für den Mittelstand: Uni Bayreuth entwickelt neuartiges Weiterbildungsprogramm
28.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Physik-Didaktiker aus Münster entwickeln Lehrmaterial zu Quantenphänomenen
22.09.2017 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise