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Europaweite Schlaganfall-Datenbank wird aufgebaut

05.10.2007
500.000 Euro von der Europäischen Union für Tübinger Schlaganfall-Forschung

Ein Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Über 200 000 Bundesbürger erleiden jährlich einen Schlaganfall. Nicht immer trifft es den Menschen "wie ein Blitz aus heiterem Himmel". Häufig gehen dem Schlaganfall Warnzeichen voraus, die - wenn sie gesehen werden und schnell gehandelt wird - den Betroffenen vor Schäden bewahren können.

Die Europäische Stiftung für Wissenschaft (European Science Foundation, ESF) fördert nun einen interdisziplinären Verbund bestehend aus den Universitäten Tübingen, Ütrecht (Niederlande) und Nottingham (England) mit rund 500 000 Euro für den Ausbau ihrer Schlaganfall-Forschung. Eine europaweite Schlaganfall-Datenbank soll langfristig helfen, neue Therapieansätze zu entwickeln.

Der Leiter des Projektes an der Universität Tübingen, Prof. Dr. Dr. Hans-Otto Karnath von der Neurologischen Universitätsklinik: "Wir wollen mit den Geldern Forschungsaktivitäten anstoßen, die von einer Institution alleine nicht geleistet werden können. Wissenschaftliche Methoden sollen ausgetauscht, internationale Begegnungen auf europäischer Ebene ermöglicht und junge Nachwuchswissenschaftler an den drei Universitäten gezielt ausgebildet und gefördert werden". Eines der wichtigsten Projekte ist der Aufbau einer europaweiten Schlaganfall-Datenbank. Diese soll es langfristig ermöglichen, die Auswirkungen von Schlaganfällen besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln.

Ursache für einen Schlaganfall ist eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn. Die Nervenzellen im Gehirn erhalten dadurch zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe und sterben ab. Je nachdem welche Gehirngebiete geschädigt werden, können die Folgen sehr unterschiedlich sein. So kommt es neben Lähmungen eines Armes oder Beines, häufig auch zu Störungen der "höheren Hirnleistungen" wie der Sprache, der Aufmerksamkeit, der Wahrnehmung, des Gedächtnisses, der Intelligenz, des Problemlösens oder der Orientierung im Raum.

Während man früher dachte, dass solche Schäden kaum reparabel sind, weiss man heute, dass das Gehirn fähig ist, sich umzustrukturieren, anzupassen und zu reorganisieren. Durch intensives Üben von geschädigten Funktionen kann das Gehirn Neues lernen und Altes wiedererlernen.

Die ESF setzt sich aus 75 Organisationen aus 30 europäischen Ländern zusammen. Ihr Ziel ist die Förderung europäischer Spitzenforschung.

Ansprechpartner für nähere Informationen:

Universitätsklinikum Tübingen
Zentrum für Neurologie & Hertie-Institut für Klinische Hirnforschung
Prof. Dr. Dr. Hans-Otto Karnath
Tel. 0 70 71/29-8 04 76 (Sekretariat), Fax 0 70 71/29-59 57
E-Mail Karnath@uni-tuebingen.de

Dr. Ellen Katz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de

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