Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Geisteswissenschaften bringen antike Skulpturen zum Sprechen

20.09.2007
BMBF-Förderung stärkt Vernetzung zwischen Museen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen mit 15 Millionen Euro

In den Depots vieler Museen lagern Schätze, die fachgerecht gehoben und aufbereitet werden müssen, bevor sie der Öffentlichkeit präsentiert werden können. Mit dem neuen Förderschwerpunkt "Übersetzungsfunktion von Geisteswissenschaften" stärkt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr der Geisteswissenschaften die Erforschung dieser Bestände.

"Wir werden die Forschung in und mit Museen stärken und die Vernetzung von Museen mit Hochschulen und Forschungsinstituten erhöhen. Außerdem fördert das BMBF die geisteswissenschaftliche Forschung zum Thema "Übersetzen". Dafür stellen wir in den nächsten drei Jahren bis zu fünf Millionen Euro jährlich zur Verfügung", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan am Donnerstag während der Präsentation des neuen Förderschwerpunktes im Skulpturendepot des Pergamonmuseums in Berlin.

Schavan verdeutlichte, dass das Übersetzen eine Kernkompetenz der Geisteswissenschaften ist. Diese Expertise zeigt sich in den unterschiedlichsten Anwendungen: Nicht nur beim Kontakt mit fremden Kulturen oder bei der Diskussion verschiedener Fachdisziplinen, sondern insbesondere auch bei der Vergegenwärtigung eigener und fremder Traditionen sind Übersetzungsleistungen gefragt. So tragen die Geisteswissenschaften beispielweise dazu bei, Gestik, Kleidung oder Funktion einer antiken Statue zu "entziffern" - also ihre Bedeutung für die heutigen Betrachter zu erschließen.

"Neue Allianzen zwischen Museen und Forschungsinstituten versprechen überraschende und innovative Ergebnisse und zeigen deutlich die vielfältigen Anwendungsfelder geisteswissenschaftlicher Forschung" sagte Schavan. Die Bundesforschungsministerin initiierte im Jahr der Geisteswissenschaften gemeinsam mit dem Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Prof. Dr. Martin Roth, den neuen BMBF-Förderschwerpunkt mit dem Anwendungsfeld "Forschen in und mit Museen".

Facetten des Übersetzens werden auch deutlich, wenn das Entziffern der Keilschrift oder die Analyse metrologischer Systeme in Mesopotamien als Verschränkung von Bild, Schrift und Zahl betrachtet werden. Expertin für Altorientalistik an der Freien Universität Berlin ist Prof. Dr. Eva Cancik-Kirschbaum, die wesentlich zur Definition der Inhalte des neuen Förderschwerpunktes beigetragen hat. An einer Skulptur im Pergamonmuseum zeigte Prof. Dr. Peter-Klaus Schuster, der Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, wie eine solche Übersetzungsleistung konkret aussehen kann.

Der neue Schwerpunkt ist Teil der Förderinitiative "Freiraum für die Geisteswissenschaften". Die Förderinitiative will die geisteswissenschaftliche Forschung strukturell stärken, die Schnittstellen zwischen Geistes-, Natur- und Ingenieurwissenschaften entwickeln, die internationale Wahrnehmung geisteswissenschaftlicher Forschung in Deutschland intensivieren sowie Anwendungsfelder geisteswissenschaftlicher Forschung fördern.

Die Förderrichtlinien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) "Übersetzungsfunktion der Geisteswissenschaften" finden Sie im Internet unter: http://www.bmbf.de/foerderungen/10761.php

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/press/
http://www.bmbf.de/foerderungen/10761.php

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise