Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

14,3 Millionen Euro Unterstützung für innovative Umweltprojekte in Polen

08.04.2002


DBU fördert Engagement von Euronatur mit 500.000 Euro - Generalsekretär Brickwedde übergab Bewilligungsschreiben in Köln

Der Weiterentwicklung des Umweltschutzes in Polen in den Schwerpunkten Landwirtschaft, Energie, Abfall widmet sich ein von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, mit 500.000 Euro unterstütztes Projekt der Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur). Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU, übergab heute das Bewilligungsschreiben für das Projekt, das sich dem Umweltschutz in Polen widmet, an Lutz Ribbe, Direktor der umweltpolitischen Abteilung von Euronatur. "Wir wollen uns mithilfe der DBU-Förderung einer städtischen und einer ländlichen Region widmen, um hier lokale Umweltentwicklungs-Prozesse modellhaft anzustoßen und zu begleiten", sagte Ribbe. Die unterschiedlichen Gegebenheiten stellten eine Herausforderung an den Umweltschutz dar. Nach Ende des Projektes würden die Partner vor Ort in der Lage sein, den regionalen Umweltschutz eigenständig zu organisieren. Ribbe, der zudem gemeinsam mit Prof. Dr. Maciej Nowicki, Träger des Deutschen Umweltpreises der DBU und ehemaliger Umweltminister Polens, das von ihnen herausgegebene Buch "Grüne Nachbarschaft - Polen" vorstellte, betonte die Bedeutung des grenzüberschreitenden Umweltschutzes.

Mit dem Bewilligungsbescheid für Euronatur übergab Brickwedde die 69. Förderung für ein DBU-Projekt in Polen: "Die Gesamtfördersumme für unser mitteleuropäisches Nachbarland liegt damit bei 14,3 Millionen Euro." Die DBU habe von Beginn an die Bedeutung des globalen Umweltschutzes erkannt, der nicht vor Landesgrenzen halt machen dürfe. Engagement für die osteuropäischen Staaten führe auch immer zu einer Umweltentlastung in Deutschland. Das gelte für Maßnahmen der Luftreinhaltung wie des Gewässerschutzes etwa an Oder, Elbe oder Ostsee. Eine ökologisch verträgliche Entwicklung Europas sei nur möglich, wenn auch die Beitrittsländer gleiche Standards anstrebten. Deutsche Umwelttechnik könne hier wesentliche Schrittmacherdienste leisten.

Dabei gelte es, die individuellen Bedürfnisse in den verschiedenen Regionen zu berücksichtigen. "Auch Euronatur hat sich bewusst entschlossen, zwei sehr unterschiedliche Gebiete in Polen für das Modellprojekt auszuwählen, um abgestimmte Entwicklungsstrategien entwickeln zu können," hob Brickwedde hervor. So handele es sich bei der Region Breslau/Wroclaw um einen städtischen Ballungsraum, während das als "Grüne Lunge Polens" bezeichnete Narew-Gebiet eher strukturschwach und ländlich geprägt sei. Nach einer ersten Orientierungsphase sollten gemeinsam mit den Menschen vor Ort, die man im Verlauf des Projektes qualifiziere, erste Umweltschutzmaßnahmen modellhaft umgesetzt werden.

"Grüne Nachbarschaft - Polen" - unter diesem Titel veröffentlichten Ribbe und Nowicki eine Studie renommierter Umweltschützer, die sich mit der Entwicklung des Umweltschutzes in Polen beschäftigt. Die Autoren stellten besonders bei der Luft- und Wasserreinhaltung sehr positive Trends fest. Mit der Einführung neuer und effektiver Umwelttechniken, der Umstellung der Wärmeversorgung der Haushalte von Kohle auf Gas sowie dem Bau von Kläranlagen seien in den letzten Jahren bereits entscheidende Verbesserungen eingetreten. Die DBU hatte die Studie mit knapp 90.000 Euro finanziert.

Gleichzeitig weisen die Autoren aber auch auf umweltpolitische Gefahren hin, die mit dem Wandel in Polen verbunden seien. So seien im Verkehrssektor "dramatisch negative Entwicklungen" zu erkennen. Zwar würden nun auch in Polen nur noch Fahrzeuge mit Katalysatoren zugelassen. Doch mit dem enormen Wachstum bei der Zulassung und Nutzung von Pkw, der zunehmenden Verlagerung des Güterverkehrs von der Schiene auf die Strasse sowie nahezu einseitigen Investitionen in den Straßenbau würden die Fehler des westlichen Verkehrspolitik nach Polen übertragen. Große Probleme sehen die Autoren auch in der Agrarpolitik. Die bisherige kleinbäuerliche Struktur habe in der Vergangenheit zum herausragenden Naturreichtum Polens beigetragen. Mit der Eingliederung Polens in die Europäische Union (EU) und der Übernahme ihrer Agrarpolitik seien diese Naturschätze nun bedroht. Es sei deshalb erforderlich, die Landwirtschaftspolitik zu reformieren, bevor sie auch in Polen zu Umweltbelastungen beitrage.

Die DBU habe diese Probleme schon frühzeitig erkannt, äußerte sich Brickwedde. Dabei habe man versucht, bei der Förderung polnischer Projekte auf Multiplikatoreffekte zu achten. So unterstützt sie bereits seit 1997 das Kooperationsprogramm mit der polnischen Nowicki-Stiftung (Warschau), die der Namensgeber mit dem Preisgeld des Deutschen Umweltpreis gegründet hat. Mit dem Programm wird jährlich 15 Stipendiaten ein sechs- bis zwölfmonatiges Praktikum in deutschen Universitäten oder Unternehmen ermöglicht. Das hier erlernte "Umwelt-Wissen" trügen die Nachwuchswissenschaftler anschließend in ihre Forschungseinrichtungen.

Franz-Georg Elpers | ots

Weitere Berichte zu: Agrarpolitik Euronatur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise