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Jeder sechste Euro im FZD stammt aus Drittmitteln

31.08.2007
"Drittmittel" werden Fördergelder für Forschungsvorhaben genannt, die das Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD) über seine Grundfinanzierung hinaus von "Dritten" erhält, also in erster Linie von öffentlichen und privaten Forschungsförderern, aber auch von Kooperationspartnern in der Wirtschaft. Im Jahr 2006 warb das FZD erstmals mehr als 10 Mio. Euro an Drittmitteln ein, wovon 219 Forschungsprojekte finanziert und 196 Mitarbeiter eingestellt werden konnten.

Das FZD setzt bei Drittmitteln gezielt auf Forschungsvorhaben mit der Industrie, ist es doch eine der wichtigsten Aufgaben für ein Forschungszentrum, die erzielten Ergebnisse in die Anwendung zu überführen. Dabei arbeitet das FZD mit kleinen und mittelständischen Unternehmen in Sachsen wie z.B. der Firma ROTOP Pharmaka AG ebenso erfolgreich zusammen wie mit der großen Siemens AG oder dem international agierenden Unternehmen Boston Scientific.

Die ROTOP Pharmaka AG entwickelt und vertreibt Arzneimittel für die Nuklearmedizin, die beispielsweise bei der Diagnostik von Tumorerkrankungen eingesetzt werden. Dies geschieht seit Jahren in enger Kooperation mit dem Forschungszentrum. Seit kurzem wird ein neuer Entwicklungsansatz gemeinsam erforscht: es geht um funktionalisierte Mikroteilchen, also winzige Bällchen, die Signal gebende oder therapeutisch wirksame Substanzen an ihrer maßgeschneiderten Oberfläche tragen. Der Vorstand von ROTOP, Frau Monika Johannsen: "In der Zusammenarbeit werden vor Ort die Kompetenzen und Resourcen des Forschungszentrums und des Pharmaunternehmens in idealer Weise genutzt und so Möglichkeiten für unser spezielles Arbeitsgebiet in beispielhafter Weise erschlossen."

Die Siemens AG ist weltweit einer der führenden Medizingeräte-Hersteller und hat im Bereich der Onkologie Partikeltherapie-Lösungen für Behandlung von Krebs-Tumoren mit Protonen und Kohlenstoff-Ionen entwickelt. Die Partikeltherapie ermöglicht eine sehr präzise Behandlung bestimmter Krebserkrankungen. Protonen oder Kohlenstoff-Ionen werden dabei über eine Beschleunigeranlage auf eine sehr hohe Geschwindigkeit gebracht und in den Tumor appliziert, dessen Zellen sie zerstören. Dank der exakt berechenbaren Reichweite sowie einer millimetergenauen Steuerung lässt sich das Zielvolumen punktgenau bestrahlen, wodurch das umliegende gesunde Gewebe geschont wird.

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Das Forschungszentrum Dresden-Rossendorf hat eine Methode entwickelt, mit der überprüft werden kann, ob der Therapiestrahl tatsächlich das geplante Zielvolumen erreicht hat, oder ob fälschlicherweise gesundes Gewebe bestrahlt wurde. Prof. Wolfgang Enghardt, Professor im Forschungszentrum Dresden-Rossendorf sowie im Dresdner OncoRay-Zentrum für medizinische Strahlenforschung in der Onkologie nutzt aus, dass die Teilchen des Therapiestrahls mit dem Gewebe wechselwirken, wobei Positronen erzeugt werden. Die Positronen, die Anti-Teilchen der Elektronen, zerfallen im Gewebe und erzeugen dabei zwei Lichtblitze, die mit Hilfe einer speziell für die Partikeltherapie entwickelten PET-Kamera (PET = Positronen-Emissions-Tomographie) erfasst werden. Die erzeugten Positronen legen mit diesen Lichtblitzen quasi eine Spur durch das Gewebe, so dass sich der Weg des Teilchenstrahls nachverfolgen lässt. Entsprechend lässt sich mit diesem Verfahren nachprüfen, dass das Dosismaximum tatsächlich im Tumor und nicht im angrenzenden, gesunden Gewebe liegt Im Rahmen einer Kooperation mit der Siemens AG soll das PET-Verfahren für die Partikeltherapie weiter entwickelt und für die klinische Routine einsatzfähig gemacht werden.

Auf ein neues Verfahren für die Oberfläche von medizinischen Stents setzt die Firma Boston Scientific, einer der Marktführer von Stents. Stents sind medizinische Implantate, die beispielsweise verhindern sollen, dass sich eine Arterie nach einem Eingriff erneut verengt. Fremdkörper werden jedoch vom menschlichen Körper abgestoßen, weshalb in Deutschland seit 2002 auch speziell beschichtete Stents auf dem Markt sind, die vor Ort im Gefäß Medikamente gegen Abstoßungsreaktionen abgeben. Der Medikamentenvorrat dieser Stents ist jedoch begrenzt. Deshalb wird im FZD derzeit ein neues Verfahren für metallische Stents entwickelt, mit dem deren Oberfläche extrem nanoporös gemacht wird. Millionen von Nano-Bläschen bieten für einen längeren Zeitraum als bisher ein sehr großes Speichervolumen für medikamentöse Wirkstoffe, womit Abstoßungsreaktionen weitgehend verhindert werden sollen. Der vor kurzem unterzeichnete Kooperationsvertrag läuft über zwei Jahre.

Von den vom Forschungszentrum Dresden-Rossendorf 2006 eingeworbenden Drittmitteln in Höhe von insgesamt 10,38 Mio. Euro kamen rund 2,5 Mio aus der Industrie. Die Zuwendung von den Ländern, insbesondere dem Land Sachsen, sowie der Bundesrepublik Deutschland betrug im vergangenen Jahr 57,62 Mio. Euro. Im Jahr 2006 wurden 14 Patente angemeldet und 18 erteilt.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Roland Sauerbrey
Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD)
Tel.: 0351 260 - 2625
Fax: 0351 260 - 2700
r.sauerbrey@fzd.de
Monika Johannsen
ROTOP Pharmaka AG
Tel.: 0351 - 26 95 203
Fax: 0351 - 26 95 399
Bautzner Landstr. 45, 01454 Radeberg
rotop@tz-rotech.de
www.rotop-pharmaka.de
Axel Wieczorek
Siemens AG Medical Solutions
Director International Public Relations
Henkestraße 127, 91052 Erlangen
Tel.: 09131 9131-84 8335
a.wieczorek@siemens.com
Pressekontakt:
Dr. Christine Bohnet
Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD)
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Bautzner Landstr. 128, 01328 Dresden
Tel.: 0351 260 - 2450 oder 0160 969 288 56
Fax: 0351 260 - 2700
c.bohnet@fzd.de

Annette Weißig | idw
Weitere Informationen:
http://www.fzd.de

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