Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zu wenig Hochschulautonomie in Europa

30.07.2007
Im Auftrag der Europäischen Kommission wurden 32 Staaten daraufhin untersucht, wie sich zwischen 1995-2005 sowohl die staatliche als auch die hochschulinterne Steuerung verändert haben. Der Trend geht überall in Richtung von mehr Wettbewerb, Umbau der Hochschulen zu arbeitsteiligen Organisationen mit einem gestärkten Top-Management, Konzentration des Staates auf die strategische Steuerung bei zunehmender operativer Freiheit der Hochschulen, Umstellung auf eine leistungsorientierte Mittelverteilung und eine wachsende Bedeutung der Qualitätssicherung als zentralem Steuerungsmechanismus. Bei der Umsetzung gibt es hingegen noch erhebliche Schwierigkeiten.

Mitte der 90er Jahre haben fast alle europäischen Staaten mit Reformen zur Verbesserung der Hochschulsteuerung begonnen. Eines der Hauptziele ist die Stärkung der Hochschulautonomie. Doch obwohl dieser Anspruch überall ganz oben auf der hochschulpolitischen Agenda steht, ist er bisher insgesamt eher zögerlich und vor allem sehr heterogen umgesetzt worden. Zwar lässt sich insgesamt eine wachsende finanzielle und personelle Entscheidungsfreiheit der Hochschulen feststellen, doch in etlichen Ländern haben die Reformen insgesamt sogar zu mehr und detaillierterer staatlicher Steuerung geführt statt wie beabsichtigt zu mehr Unabhängigkeit von ministeriellen Vorgaben. Dies ist eines der Ergebnisse einer internationalen Vergleichsstudie, welche das CHE gemeinsam mit den Hochschulforschungsinstituten CHEPS (Niederlande), NIFU-STEP (Norwegen) und dem europäischen Zentrum für strategisches Hochschulmanagement ESMU (Belgien), durchgeführt hat.

Im Auftrag der Europäischen Kommission hat das Forschungsteam 32 Staaten daraufhin untersucht, wie sich zwischen 1995-2005 sowohl die staatliche als auch die hochschulinterne Steuerung verändert haben. Der Trend geht in allen Ländern in dieselbe Richtung und zwar: Mehr Wettbewerb, Umbau der Hochschulen zu arbeitsteiligen Organisationen mit einem gestärkten Top-Management, Konzentration des Staates auf die strategische Steuerung bei zunehmender operativer Freiheit der Hochschulen, Umstellung der Hochschulfinanzierung auf eine leistungsorientierte Mittelverteilung und wachsende Bedeutung der Qualitätssicherung als zentralem Governance-Mechanismus. Auf der Umsetzungsebene gibt es hingegen noch eine Menge Umstellungsschwierigkeiten und zwar vor allem was die angestrebte staatliche Deregulierung anbelangt.

So sind beispielsweise Strategie und Struktur von Hochschulen weiterhin stark staatlich beeinflusst. In vielen Ländern wollen die Regierungen nach wie vor die Ausrichtung und strategische Zielsetzung der Hochschulen bestimmen, genauso wie die hochschulinternen Leitungs- und Entscheidungsstrukturen. Erhebliche Anstrengungen sind europaweit im Bereich "Qualitätssicherung" von Lehre und Studium unternommen worden. Viele Länder haben nationale Qualitätssicherungs- und Akkreditierungsagenturen eingerichtet, die nun dafür sorgen sollen, dass die Hochschulen interne Qualitätsmanagement-Systeme aufbauen. Oft handelt es sich bei diesen Agenturen indes nicht um unabhängige Einrichtungen, sondern um staatliche Stellen. Die Ergebnisverantwortung für die Qualität der Studienprogramme liegt fast überall bei den Hochschulen, entsprechend besitzen sie durchgehend einen großen Entscheidungsfreiraum bei der inhaltlichen Gestaltung von Studienangeboten. Ein sehr uneinheitliches Bild ergibt sich hingegen bei der Gestaltung des Hochschulzugangs. In den vielen Ländern können Hochschulen sich ihre Studierenden nicht selbst aussuchen. Studiengebühren gibt es im überwiegenden Teil der 32 untersuchten Länder und dort, wo sie angewandt werden, stellen sie eine wesentliche Einnahmequelle für Hochschulen dar.

Die Studie ist unter dem Titel "The extent and impact of higher education governance reform across Europe" erschienen und auf der Homepage der EU-Kommission abrufbar: http://ec.europa.eu/education/policies/2010/lisbon_en.html.

Unter diesem Link ist zudem eine parallel vom selben Forschungskonsortium durchgeführte Vergleichsstudie zur Studienreform in 32 europäischen Staaten abrufbar.

Ansprechpartnerin: Dr. Sigrun Nickel,
Tel: 05241 2117923
Email: sigrun.nickel@che-consult.de

Britta Hoffmann-Kobert | idw
Weitere Informationen:
http://www.che.de

Weitere Berichte zu: Hochschulautonomie Top-Management Vergleichsstudie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Schulraum in Stuttgart mit VLC-Technologie vom Fraunhofer HHI eröffnet
03.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie