Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-Forschungsminister einigen sich in Luxemburg auf den Start des Europäischen Technologieinstituts

25.06.2007
Ratsvorsitzende Schavan zieht positive Bilanz der Präsidentschaft

Die Forschungsminister der Europäischen Union haben am Montag beim Wettbewerbsfähigkeitsrat in Luxemburg einen umfassenden politischen Grundsatzbeschluss zum Europäischen Technologieinstitut gefasst. "Wir haben heute mit der allgemeinen Ausrichtung zum Europäischen Technologieinstitut (EIT) einen wichtigen Schritt für die Zukunftsfähigkeit Europas getan", sagte die Ratsvorsitzende, Bundesforschungsministerin Annette Schavan, auf der Abschluss-Pressekonferenz in Luxemburg. Dies sei auch als Erfolg des deutschen Vorsitzes zu werten und "ein besonders schöner Ausklang" der deutschen Ratspräsidentschaft, so die Ministerin.

"Ich bin sehr froh, dass wir nach Monaten intensiver Beratungen heute diese Einigung erzielt haben", sagte Schavan. "Das EIT wird in den Bereichen Ausbildung, Forschung und Innovation neue und nachhaltige Impulse geben und damit Europa wettbewerbsfähiger machen." Kernstück des Europäischen Technologieinstituts sind die geplanten Wissens- und Innovationsgemeinschaften (abgekürzt: KICs/Knowledge and Innovation Communities). Die Ministerinnen und Minister einigten sich auf den Aufbau in zwei Phasen und auf einen Finanzrahmen von 309 Millionen Euro. Zudem waren sich die Minister einig, dass akademische Abschlüsse nur von den nach nationalem Recht befugten Einrichtungen wie zum Beispiel Hochschulen innerhalb der jeweiligen KICs vergeben werden sollten, die zusätzlich mit einem EIT-Label versehen werden können.

Finanzierung langfristig gesichert

... mehr zu:
»EIT »Technologieinstitut

Nach der Einigung der Minister sollen für die Anfangsphase des EIT 309 Millionen Euro aus dem Budget der EU-Kommission zur Verfügung gestellt werden. Deutlich wurde in der Debatte auch, dass das EIT nur dann erfolgreich sein kann, wenn die Finanzierung der Netzwerke langfristig gesichert ist. Hier äußerten viele Minister die Erwartung, dass sich die Wirtschaft substanziell an der Finanzierung beteiligt. Zwei bis drei KICs soll es nach den Vorstellungen des Rates geben. Inhaltlich soll es unter anderem um erneuerbare Energien und die Klimaforschung gehen.

Ein weiterer Erfolg der Ratspräsidentschaft sind nach den Worten Schavans die Ratsschlussfolgerungen zur deutschen Initiative für eine Charta zum Umgang mit geistigem Eigentum an öffentlichen Forschungseinrichtungen und Hochschulen (IP-Charta). Es geht dabei um einen innovativen Ansatz, der Gefahr eines unkontrollierten Verlusts von Know-how zu begegnen und Forschungs- und Wirtschaftszusammenarbeit zu stärken: "Wissen ist die entscheidende Grundlage für die Wirtschaftskraft Europas. Europa kann sich deshalb im globalen Wettbewerb weder zunehmende Produktpiraterie noch unkontrollierten Verlust von Know-how leisten. Die Europäische Union wird die IP-Charta gezielt einsetzen, um den Herausforderungen der fortschreitenden Globalisierung zu begegnen", sagte die Ministerin. Jetzt liege es in den Händen der Kommission, zügig dafür zu sorgen, dass Leitlinien erarbeitet werden, die allen Forschungskooperationen als Grundlage dienen und so die Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken.

Schavan würdigte noch eine weitere Initiative der Ratspräsidentschaft: "Ich freue mich sehr darüber, dass wir mit den heutigen Ratsschlussfolgerungen und dem Bericht des Ausschusses für Wissenschaftliche und Technologische Forschung (AWTF/CREST) einen nachhaltigen Beitrag für bessere Forschungsbedingungen in Europa erreicht haben. "Die bessere Koordination der Nutzung von Strukturfonds und Forschungsrahmenprogrammen ist ein wichtiger Baustein für nachhaltige Zukunftsinvestitionen", sagte die Ministerin. Damit werde zum ersten Mal konkrete Hilfestellung geleistet, wie die wichtigsten Umsetzungsinstrumente der Forschungs- und Regionalpolitik besser aufeinander abgestimmt genutzt werden können. Der Bericht liefere vor allem Anregungen und Ideen, in welchen Bereichen sich eine Verbindung der Förderprogramme anbietet. Regionen sollten ihre Forschungs- und Innovationsstrategien zum Beispiel so ausrichten, dass sich gute Anknüpfungspunkte an das Forschungsrahmenprogramm bieten.

Schweiz tritt dem 7. EU-Forschungsrahmenprogramm bei

Im Anschluss an den Rat unterzeichnete Ministerin und Ratsvorsitzende Schavan gemeinsam mit EU-Forschungskommissar Janez Potocnik und dem Schweizer Bundesrat Pascal Couchepin ein bilaterales Forschungsabkommen zwischen der Schweiz und der EU. Es regelt die Beteiligung der Schweiz am 7. Forschungsrahmenprogramm (FRP). Der Gesamtbetrag des FRP beträgt 54,4 Milliarden Euro. Der Beitrag, den die Schweiz gemäß dem Abkommen leistet, ist an das Bruttoinlandsprodukt gekoppelt und wird rund 1,4 Milliarden Euro über sieben Jahre betragen.

Bei der feierlichen Unterzeichnung des wissenschaftlich-technischen Kooperationsabkommens betonte Schavan, dass "das Abkommen der Fortsetzung unserer jahrelang bewährten und erfolgreichen Partnerschaft auf dem Gebiet der Forschung dient." Die vollständige Assoziierung der Schweiz an das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm sei ein wichtiger Schritt zur weiteren Einbindung der Schweiz in den Europäischen Forschungsraum.

Weitere Informationen zur europäischen Forschungspolitik und zur deutschen EU-Ratspräsidentschaft finden Sie im Internet unter www.bmbf.de und unter www.eu2007.de.

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de
http://www.eu2007.de

Weitere Berichte zu: EIT Technologieinstitut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitales Know-how für den Mittelstand: Uni Bayreuth entwickelt neuartiges Weiterbildungsprogramm
28.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Physik-Didaktiker aus Münster entwickeln Lehrmaterial zu Quantenphänomenen
22.09.2017 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

18.10.2017 | Medizin Gesundheit

Rittal Klima-Tipps: Ist ein Kühlgerät wirklich nötig?

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik

Smartphones im Kampf gegen die Blindheit

18.10.2017 | Medizintechnik