Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kreativität braucht Freiraum

14.05.2007
Kleine Arbeitsgruppen, Kontakte zu anderen Forschern, langfristige Finanzierung, geringe Belastung mit Verwaltungsaufgaben - das sind die wichtigsten Voraussetzungen für Kreativität in der Wissenschaft, sagt das Fraunhofer ISI.

Wissenschaft lebt von originellen und bahnbrechenden Erkenntnissen. Wie Kreativität am besten gedeiht, hat das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe mit Partnern in den USA und England am Beispiel von zwanzig besonders kreativen Forschergruppen in den Feldern Nanotechnologie und Humangenetik untersucht.

Die CREA-Studie ("Creative Capabilities and the Promotion of Highly Innovative Research") nahm insbesondere das Arbeitsumfeld dieser Gruppen unter die Lupe, um herauszufinden, wie Organisationsstrukturen, Finanzierungsmuster und Führungsverhalten die wissenschaftliche Arbeit prägen. Die wichtigsten Ergebnisse:

- Kreative Forschung findet ausnahmslos in kleinen Gruppen statt (ca. zwei bis acht Wissenschaftler), die im Wettbewerb und in Kooperation mit zahlreichen anderen Gruppen forschen. In kleinen Teams ist das Verhältnis zwischen erfahrenen und jungen Wissenschaftlern enger, auch können neue thematische Entwicklungen schneller und effektiver in die Forschung integriert werden. Große Arbeitsgruppen werden dagegen zur Kreativitätsfalle, wenn die Gruppenleiter zu stark mit Management- und Repräsentationsaufgaben beschäftigt sind und selbst kaum noch im Labor arbeiten.

- Forscherteams sind kreativ, wenn ihr Arbeitsumfeld Gelegenheiten für Kontakte zu Gruppen mit komplementären Arbeitsschwerpunkten ermöglicht. Die Fächer- und Themenvielfalt an Universitäten ist hier von Vorteil, allerdings bedarf es aktiver Forscherpersönlichkeiten, die diese Vielfalt für ihre Gruppe nutzen. Überraschend ist der Befund, dass Grundlagenlabors der Industrie erfolgreich sind, wissenschaftliche Vielfalt effektiv zu organisieren.

- Kreative Forscherteams brauchen möglichst viel Freiraum, insbesondere frei verfügbare Zeit. Dabei werden sie von Finanzierungsmustern unterstützt, die auf die Forschung zugeschnitten sind, beispielsweise mehrjährig angelegte Preisgelder, institutionelle Grundfinanzierung oder ein weit gefächertes Angebot von Drittmittelgebern. Wichtig ist zudem, dass die Arbeitsgruppen nicht hierarchisch geführt werden und junge Wissenschaftler bereits früh unabhängig forschen können.

- Forschungseinrichtungen sind für kreative Wissenschaftler unattraktiv, wenn die Belastungen durch Verwaltung und Management die für Forschung verfügbare Zeit zu stark begrenzen. Eine weitere Barriere für kreative Forschung sind festgefügte Fakultätsstrukturen und ausschließlich an Fächern orientierte Drittmittelförderung. Beide können den Wechsel zu neuen Themen oder Forschungsfeldern verhindern.

Kontakt:
Dr. Thomas Heinze
School of Management and Governance
University of Twente
Capitool 15
P.O. Box 217
7500 AE Enschede, The Netherlands
t.heinze@utwente.nl
Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI untersucht Marktpotenziale technischer Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinären Forschungsgruppen konzentrieren sich auf neue Technologien, Industrie- und Serviceinnovationen, Energiepolitik und nachhaltiges Wirtschaften sowie auf die Dynamik regionaler Märkte und die Innovationspolitik.

Bernd Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.crea.server.de
http://www.isi.fraunhofer.de/pr/presse.htm

Weitere Berichte zu: Arbeitsumfeld Forscherteam Kreativität

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Schulraum in Stuttgart mit VLC-Technologie vom Fraunhofer HHI eröffnet
03.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie