Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was macht die Stachelbeere zum "Schtachel Bär"?

08.05.2007
Psychologin des Universitätsklinikums Jena für Forschung zur Lese- und Rechtschreibstörung ausgezeichnet

Reife "Schtachel bären" schmecken am besten. Und die "Apfelschiene" ist heute besonders süß. So schrieb es ein 12-jähriger Junge in einem der Rechtschreibtests, mit dem Psychologen des Universitätsklinikums Jena (UKJ) bei Kindern die Lese-Rechtschreibstörung (LRS) diagnostizieren. Jedes 20. Kind hat eine LRS. Die Betroffenen lassen Buchstaben aus, vertauschen sie oder fügen ähnlich klingende hinzu. Sie lesen und schreiben langsam und ersetzen oder vertauschen ganze Wörter.

"Wie genau diese Störung des Schriftspracherwerbs entsteht und welche Ursachen ihr zugrunde liegen, ist für die Wissenschaft nach wie vor nicht genau geklärt", sagt Mireille Trautmann vom UKJ. Für neue Erkenntnisse zur Sprachwahrnehmung bei Kindern mit LRS ist sie kürzlich mit einem Posterpreis der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (DGKJP) ausgezeichnet worden. Auf der Jahrestagung der Gesellschaft in Aachen wurde Trautmanns Poster als zweitbestes aus über 100 ausgewählt. Insgesamt wurden vier Poster prämiert. Der Preis ist mit 250 Euro dotiert.

Die Psychologin von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie untersucht vor allem die sprachliche und nichtsprachliche Klangwahrnehmung bei Personen mit Störungen der Schriftsprachverarbeitung. Dazu lässt die Jenaer Psychologin Kinder mit einer LRS über Kopfhörer Silben hören und untersucht, wie die kleinen Probanden diese Sprachreize verarbeiten und ob sie die Silben korrekt erkennen. Außerdem wird ein Elektroenzephalogramm (EEG) aufgenommen, wie Mireille Trautmann erläutert. "Auf diese Weise erhalten wir ein sehr komplexes Bild der neuronalen Abläufe bei der Sprachwahrnehmung." So fand die Psychologin, die derzeit an ihrer Doktorarbeit schreibt, beispielsweise deutliche Unterschiede neuronaler Aktivierungen nicht bewusst wahrgenommener Silben zwischen den Kindern mit LRS und denen der Kontrollgruppe, die über normale Rechtschreibleistungen verfügen.

... mehr zu:
»Jugendpsychiatrie »LRS »Psychologin »UKJ

"Die präsentierten Daten sind jedoch erst einmal Zwischenergebnisse", betont Trautmann. "Um die Ergebnisse repräsentativ zu machen, brauchen wir weitere Probanden für eine Vergrößerung der Stichprobe." Dazu suchen die Psychologen des UKJ noch Kinder der fünften und sechsten Klasse mit einer LRS. Zu Beginn der Untersuchungen wird anhand einer ausführlichen Testdiagnostik abgeklärt, ob bei den Kindern mit Verdacht auf Lese-Rechtschreibstörung tatsächlich eine LRS vorliegt. Anschließend folgen drei Termine für die eigentlichen Untersuchungen, die mit jeweils 15 Euro vergütet werden. Eltern, die sich für eine Teilnahme ihrer Kinder an der Studie interessieren, können sich direkt an Mireille Trautmann unter 03641 / 935476 wenden.

Kontakt:
Mireille Trautmann
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Jena
Philosophenweg 3-5, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 935476
E-Mail: Mireille.Trautmann[at]med.uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.uniklinikum-jena.de/url.php?/site/kjp/page/40

Weitere Berichte zu: Jugendpsychiatrie LRS Psychologin UKJ

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Das Klassenzimmer der Zukunft - DFKI & TUK eröffnen neues Labor für digitale Lehr- und Lernmethoden
03.05.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Technik unterstützt Inklusion in der Arbeitswelt
06.03.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Embryonale Genregulation durch mechanische Reize

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Quantenverschränkung auf den Kopf gestellt

22.05.2018 | Physik Astronomie

„Spukhafte Fernwirkung“ im Physik-Gebäude: Forscher entwickeln Baustein für Quanten-Repeater

22.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics