Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovationscluster »Digitale Nutzfahrzeugtechnologie« startet in Kaiserslautern

30.04.2007
LKWs, Anhänger, Landmaschinen, Traktoren, Baumaschinen – um das Hightech-Innenleben solcher motorisierter Schwergewichte geht es im neuen Innovationscluster »Digitale Nutzfahrzeugtechnologie DNT«. Die Fraunhofer-Gesellschaft, das Land Rheinland-Pfalz sowie regionale Firmen haben sich zum Ziel gesetzt, Ergebnisse der Forschung schneller in Produkte umzusetzen.

Die gebündelte Technologiekompetenz von Unternehmen und Wissenschaftlern im Innovationscluster DNT stärkt den Nutzfahrzeugbau in der Region. Die Kooperation schafft die Grundlage für Innovationen und beschleunigt den Transfer von Know-how aus der Wissenschaft in die Praxis. »Von den neuen Forschungsinfrastrukturen sollen Impulse ausgehen, um die heimische Wirtschaft im internationalen Wettbewerb zu fördern«, beschreibt Professor Ulrich Buller, Forschungsvorstand der Faunhofer-Gesellschaft, die bedeutende Rolle des Innovationsclusters. Den wissenschaftlichen Kern der Kooperation bilden das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE und das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM. Als Industriepartner beteiligen sich unter anderem die DaimlerChrysler AG, die Volvo Group, John Deere, Keiper GmbH, Robert Bosch GmbH, Haldex brake products GmbH, MB-technology GmbH sowie die Schmitz Cargobull AG.

Die Rheinland-Pfälzische Landesregierung möchte mit der Initiative vor allem das bereits vorhandene Wirtschaftspotenzial der Nutzfahrzeugbranche weiter ausbauen, neue Produktideen fördern sowie Arbeitsplätze langfristig sichern und neue schaffen. Das Kooperationsvorhaben umfasst bis 2009 ein Volumen von insgesamt zehn Mio Euro und ist nicht befristet. Die Fraunhofer-Gesellschaft und das Land Rheinland-Pfalz steuern je drei Mio Euro bei, der Anteil der Industrie liegt bei vier Mio Euro.

Das Konzept der Innovationscluster hat sich bereits bewährt. Unter dem Motto »Erfolg durch Kooperation – Schneller von der Idee zum Produkt« hat die Fraunhofer-Gesellschaft bisher Cluster zu den Forschungsthemen Mechatronischer Maschinenbau (Chemnitz), Digitale Produktion (Stuttgart), Optische Technologien (Jena), »nano for production« (Dresden) und »Personal Health« (Erlangen) gegründet, weitere sind in Planung. Sie bilden ebenso wie der Zusammenschluss in Kaiserslautern eine Plattform für die Kooperation von Forschern und Ingenieuren aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen.

Ausgangspunkt für die Förderung solcher regionaler Kooperationen durch die Fraunhofer-Gesellschaft sind die Beschlüsse der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) vom November 2004 und Juni 2005 zum »Pakt für Forschung und Innovation« und zur Exzellenzinitiative für die Hochschulen. Alle relevanten Kräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft, Staat und Gesellschaft kooperieren dabei in regionaler Nachbarschaft mit dem Ziel, erfolgreich in Märkten zu agieren und auf diesem Weg Beschäftigung zu sichern.

Forschungsschwerpunkte der Fraunhofer-Wissenschaftler in Kaiserslautern sind die virtuelle Produktentwicklung und die Systemzuverlässigkeit. Durch Simulationen am Computer können die Forscher die Eigenschaften eines neuen Mähdreschermodells oder LkW vorhersagen. Darüber hinaus sorgen sie für die Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit der Maschinen. Sie testen und verbessern dazu die mechatronischen Systeme, das heißt das Zusammenwirken mechanischer, elektronischer und informationstechnischer Komponenten, wie Motor, Motorelektronik und eingebettete Steuersoftware. »Ziel der Forschungseinrichtungen ist es, Entwicklungs-, Planungs- und Fertigungsprozesse enger mit Nutzung, Überwachung und Wartung zu verknüpfen«, erklärt der Leiter des Clusters, Dr. Klaus Dreßler vom ITWM.

Die aktuellen Projektaktivitäten der beteiligten Fraunhofer-Institute gemeinsam mit Firmen aus dem Bereich der Fahrzeugindustrie bilden die Basis der praxisorientierten Arbeit des Zusammenschlusses. Das ITWM konzentriert sich vor allem auf Verfahren zur virtuellen Produktentwicklung. So laufen an diesem Institut derzeit Projekte mit einer Reihe namhafter Nutzfahrzeughersteller der Region. Die Forscher bearbeiten beispielsweise die »Fahrzeugsimulation unter Betriebsbeanspruchung« und berechnen die Lebensdauer einer Lkw-Aufliegerachse. Dazu vergleichen die Fahrzeugexperten verschiedene Designs der Achsanbindung, um dann zu entscheiden, welche Variante als Prototyp gebaut wird. Ein weiteres Forschungsbeispiel: Für Schienenfahrzeuge entwickeln Wissenschaftler vom ITWM Software zur Überwachung des Fahrwerks, die heißlaufende Achslager und feststehende Bremsen von vorbeifahrenden Zügen detektiert und meldet.

Die Wissenschaftler am IESE arbeiten an der Verwirklichung von Null-Fehler-Software. Seit seiner Gründung kooperiert das IESE intensiv mit namhaften Herstellern und Zulieferern von Nutzfahrzeugen. Sie unterstützen die Hersteller bei der effizienten Realisierung eingebetteter Software für unterschiedliche Fahrzeugvarianten und verbessern die Diagnostizierbarkeit von Fehlern der Fahrzeuge sowie bei der effektiven Vermeidung von Software-Fehlern in Steuergeräten vor Produktionsstart.

Dr. Klaus Dreßler | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.itwm.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: IESE Innovationscluster Produktentwicklung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie