Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Zuwanderungsgesetz: Licht und Schatten für ausländische Studierende

04.04.2007
Die von der Bundesregierung geplanten Änderungen beim Zuwanderungsgesetz bringen nach Ansicht des Deutschen Studentenwerks (DSW) für die rund 190.000 ausländischen Studierenden in Deutschland gleichzeitig Verbesserungen und Verschlechterungen. DSW-Präsident Prof. Dr. Rolf Dobischat kommentiert die geplanten Gesetzesänderungen insgesamt mit den Worten: "Es gibt Licht und Schatten."

Dobischat begrüßt ausdrücklich das Anliegen der Bundesregierung, den Studienstandort Deutschland für kluge Köpfe aus aller Welt attraktiver und die Verfahren, um in Deutschland studieren zu können, einfacher machen zu wollen. Dobischat: "Das erhöht die Attraktivität des Studienstandorts Deutschland.

Andererseits wird genau diese Attraktivität gemindert, wenn ausländische Studierende bei restriktivere Auslegung immer nur für jeweils ein Jahr ihr Studium planen können." Die neuen Bestimmungen für ausländische Studierende, moniert Dobischat, seien stark von sicherheitspolitischen Erwägungen geprägt. "Wir müssen aber in der Praxis ein Gleichgewicht finden zwischen dem legitimen Bedürfnis nach Sicherheit und dem Ziel, den Studienstandort Deutschland international zu stärken", fordert Dobischat.

Das neue Zuwanderungsgesetz bringt für ausländische Studierende insbesondere folgende Veränderungen:

· Mehr Mobilität in Europa: Ausländische Studierende, die in einem EU-Staat das Aufenthaltsrecht für ein Hochschulstudium besitzen, können unter erleichterten Voraussetzungen in einem anderen EU-Land studieren.

· Sprachkenntnisse: Wenn die deutsche Hochschule die individuellen Sprachkenntnisse im Rahmen des Zulassungsverfahrens geprüft hat, verlangen die Ausländerbehörden keinen weiteren Nachweis. Die Ausbildungssprache muss nicht zwingend Deutsch sein - ein Zugeständnis an die Tatsache, dass das Englische als Wissenschaftssprache auch in Deutschland wichtiger wird. Immerhin gibt es an deutschen Hochschulen inzwischen 460 englischsprachige Bachelor- und Master-Studiengänge.

· Jobben während der Jobsuche: Ausländische Hochschulabsolventinnen und -absolventen können bisher nach ihrem Abschluss bis zu einem Jahr in Deutschland bleiben, um eine Anstellung zu suchen. Während dieses Jahres haben sie nun die Möglichkeit, an 90 vollen oder 180 halben Tagen zu arbeiten. An Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen können sie im Rahmen einer so genannten studentischen Nebentätigkeit zeitlich unbegrenzt arbeiten.

· Mögliche Verkürzung der Aufenthaltserlaubnis auf ein Jahr: Die Bundesregierung hält es, wie es wörtlich im Gesetzentwurf heißt, "auf Grund der neuen sicherheitspolitischen Lage" für geboten, die Aufenthaltserlaubnis, die bisher für zwei Jahre erteilt wurde, auf ein Jahr verkürzen zu können. Dies biete die "Möglichkeit einer besseren Kontrolle und Begleitung durch die Ausländerbehörden".

DSW-Präsident Dobischat kritisiert: "Diese Regelung ist problematisch. Ausländische Studierende können bei restriktiver Auslegung jeweils nur für ein Jahr planen. Das heißt, sie müssten jedes Jahr bei der Ausländerbehörde vorsprechen. Wer in dreieinhalb Jahren seinen Bachelor-Abschluss machen will, muss im Extremfall viermal das Prozedere über sich ergehen lassen."

Dobischat plädiert dafür, die "nachvollziehbaren sicherheitspolitischen Aspekte nicht über die Interessen der ausländischen Studierenden" zu stellen. Das stünde in krassem Gegensatz zu dem politischen Ziel, den Studienstandort Deutschland attraktiver zu machen.

Kontakt: Stefan Grob, Tel. 030-29 77 27 20, Mobil 0163 29 77 272, E-Mail: stefan.grob@studentenwerke.de

Stefan Grob | idw
Weitere Informationen:
http://www.studentenwerke.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

nachricht Internationaler Masterstudiengang: TU Kaiserslautern bildet Experten für die Quantentechnik aus
15.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie