Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Von Japan bis zum Südatlantik: Mainzer Speziesanalytik international gefragt

13.03.2007
DFG-Graduiertenkolleg "Elementspeziation" wird weiter gefördert. Junges Forschungsgebiet untersucht chemische Bindungsform von Elementen.

Nach Ablauf der ersten viereinhalbjährigen Förderperiode hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Fortsetzung des Graduiertenkollegs "Spurenanalytik von Elementspezies: Methodenentwicklungen und Anwendungen" für weitere viereinhalb Jahre an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz bewilligt.

Bei der Elementspeziation handelt es sich um ein relativ junges Forschungsgebiet der Analytischen Chemie, das für die Bereiche Umwelt und Gesundheit sowie die Geowissenschaft und die Materialwissenschaft von großer Bedeutung ist. So wird die Elementspeziation - also die Analytik der chemischen Bindungsform eines Elementes - benötigt, wenn Stoffkreisläufe von essentiellen oder toxischen Elementen in der Umwelt untersucht und verstanden werden sollen. Die Weiterförderung ermöglicht es den Mainzer Wissenschaftlern, auch künftig wesentliche Beiträge zu internationaler Spitzenforschung zu leisten.

So ist ein am Institut für Physik entwickeltes und speziell für den Ultraspurennachweis optimiertes Titan-Saphirlasersystem gerade zusammen mit dem assoziierten Stipendiaten des Mainzer DFG-Graduiertenkollegs Elementspeziation an der Universität Nagoya in Japan eingetroffen. Im Rahmen dieses Projekts soll dort zusammen mit den japanischen Forscherkollegen ein laserbasiertes Verfahren der Elementspeziation für das extrem seltene Isotop Aluminium-26 entwickelt werden. In Japan besteht hohes Interesse an dieser Ultraspurenbestimmung, da Aluminium-26 in der sogenannten ersten Wand zukünftiger Fusionsreaktoren gebildet wird und darüber wichtige Aussagen über das Brennverhalten des Fusionsplasmas gewonnen werden können.

... mehr zu:
»DFG »Elementspezies

Ein weiterer Schwerpunkt des Graduiertenkollegs ist die Entwicklung von Speziationsmethoden zur Untersuchung von Aerosolpartikeln in der Atmosphäre. Die Motivation hierfür liegt in dem Klimaeinfluss von Aerosolpartikeln; insbesondere ist ihre Rolle bei der Entstehung von Wolken von Interesse. Um die Frage zu klären, welcher Anteil des atmosphärischen Aerosols biogenen Ursprungs ist und welcher auf menschliche Aktivitäten zurückgeht, gilt es, die beteiligten Elementspezies zu identifizieren und zu messen. Momentan wird dies durch das Graduiertenkolleg Elementspeziation im Rahmen einer internationalen Messkampagne mit dem französischen Forschungsschiff Marion Dufresne im Südatlantik geleistet. Im Februar und März dieses Jahres ist dazu ein hochempfindliches Aerosolmassenspektrometer des Instituts für Analytische und Anorganische Chemie in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Chemie im Einsatz, um den natürlichen Jodkreislauf aufzuklären und insbesondere die Rolle dieses Elements bei der Bildung von maritimen Aerosolpartikeln besser zu verstehen.

Graduiertenkollegs wurden von der Deutschen Forschungsgemeinschaft an Hochschulen eingerichtet, um besonders qualifizierte Nachwuchswissenschaftler zu fördern und sie bei ihrer Promotion zu unterstützen. Doktorandinnen und Doktoranden können ihre Arbeiten im Rahmen eines koordinierten, von mehreren Hochschullehrern getragenen Forschungsprogramms durchführen. Das Graduiertenkolleg "Spurenanalytik von Elementspezies: Methodenentwicklungen und Anwendungen" ist - wie von der DFG gewünscht - interdisziplinär angelegt und wird in der neuen Förderperiode drei Schwerpunkte verfolgen: Elementspezies in biologischen und Umweltproben, Speziation von Radionukliden in der Umwelt und die Speziation von Spurenelementen in der Atmosphäre. Für den neuen Abschnitt hat die DFG die Vergabe von 12 erhöhte Doktorandenstipendien (entspricht 16 Normalstipendien) bewilligt.

Kontakt und Information:
Prof. Dr. Thorsten Hoffmann
Institut für Anorganische Chemie und Analytische Chemie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. 06131 39-25716
Fax 06131 39-25336
E-Mail: t.hoffmann@uni-mainz.de

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.gk-spurenanalytik.uni-mainz.de

Weitere Berichte zu: DFG Elementspezies

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Schulraum in Stuttgart mit VLC-Technologie vom Fraunhofer HHI eröffnet
03.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte