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Frühkindliche Bildung / Hohe Bildungsrenditen durch Investitionen in die Jüngsten

16.02.2007
Qualitative Verbesserungen der frühkindlichen Bildung führen zu 8 Prozent Rendite für den Staat und 13 für die Volkswirtschaft - Gemeinsames Engagement von Bund, Ländern und Gemeinden erforderlich

Zusätzliche und kostenfreie Kindergartenplätze zahlen sich für den Staat erst dann richtig aus, wenn zugleich die Qualität der frühkindlichen Bildung verbessert wird. Dies geht aus Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Auftrag des politisch unabhängigen Unternehmensnetzwerks "Wissensfabrik - Unternehmen für Deutschland e.V." hervor.

Dessen Mitgliedsunternehmen engagieren sich bundesweit mit 250 Bildungsprojekten in über 400 Bildungskooperationen. Mit der Studie legt die Wissensfabrik nun erstmals Zahlen über Renditen von Investitionen in frühkindliche Bildung vor und bestätigt damit die Notwendigkeit von quantitativen sowie qualitativen Verbesserungen in diesem Bereich.

Qualitative Investitionen in frühkindliche Bildung lohnen sich langfristig

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Gut 10 Milliarden Euro pro Jahr müsste der Staat zusätzlich aufbringen, um nicht nur ein größeres und gebührenfreies Angebot an Kindergartenplätzen, sondern auch höher qualifizierte Betreuer/innen sowie Ganztags-Grundschulen zu finanzieren. Doch die Studie zeigt: Bis 2050 entstünde ein durchschnittliches Einnahmeplus von fast 14 Milliarden Euro pro Jahr, weil besser ausgebildete Beschäftigte erfahrungsgemäß weniger von Arbeitslosigkeit betroffen sind, ein höheres Sozialprodukt erwirtschaften sowie mehr Steuern und Sozialbeiträge zahlen. Zudem würde der Staat durch die intensivere Förderung auf Dauer 4,2 Milliarden Euro jährlich einsparen - etwa, weil die Kinder früher eingeschult werden können und weniger Ausgaben für die Nachqualifizierung von Kindern und Jugendlichen anfielen, die in der Schule oder in der Berufsausbildung nicht mitkommen. Der Aufwand für das gesamte Paket rentiere sich damit für den Staat langfristig mit rund 8 Prozent, so das Ergebnis der Studie. Das Bruttoinlandsprodukt könnte im Jahr 2050 - in heutigen Preisen gerechnet - um 100 Milliarden Euro höher sein, als es ohne diese Maßnahmen möglich wäre, so IW-Direktor Prof. Dr. Michael Hüther.

Stärkeres Engagement für frühkindliche Bildung nötig

Für die Wissensfabrik ist Wissen der entscheidende Rohstoff, in den es schon früh zu investieren gilt, um den Standort Deutschland zukunftsfähiger machen. Als Auftraggeber der Studie tritt das Unternehmensnetzwerk daher für ein stärkeres Engagement der Politik für den frühkindlichen Lernbereich ein. Denn Kinder, die länger als ein Jahr einen Kindergarten besucht haben, sind ihren Altersgenossen im Alter von 15 Jahren ein bis zwei Jahre voraus. Die Hälfte des Vorsprungs ist auf den Kindergartenbesuch zurückzuführen. "Kinder, Staat und Wirtschaft profitieren, wenn frühkindliche Bildung ernster genommen wird", sagt Dr. Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzender der BASF Aktiengesellschaft. Qualifizierte Mitarbeiter seien gefragter denn je. Bereits jedes siebte Unternehmen bekomme den Fachkräftemangel zu spüren. Die Situation werde durch die geburtenschwachen Jahrgänge noch verschärft. Doch rund 160.000 Schulabsolventen pro Jahr müssten zunächst eine berufsvorbereitende Maßnahme besuchen, bevor sie eine Lehre antreten können. "Wer den Standort Deutschland sichern will, muss also in Bildung investieren, denn als Hochtechnologie-Standort leben wir von kreativen Mitarbeitern und ihren Ideen", so Hambrecht.

Die nun vorgelegte Studie soll zusätzliche Argumente liefern, schon früh in Bildung zu investieren. Neben einem quantitativen Ausbau sind dabei vor allem qualitative Verbesserungen notwenig, um langfristige Erfolge zu erzielen. Hans Wall, Aufsichtsratsvorsitzender der Berliner Wall AG, schlägt vor allem einen stärkeren Praxisbezug in jungen Jahren vor. Gemeinsam mit Bund und Ländern werde sich die Wirtschaft engagieren, um mit ihrem Praxiswissen Impulse zu liefern. Projekte seines Unternehmens mit Grundschulen hätten bereits messbare Erfolge erbracht: "Nicht nur der Wortschatz, das Allgemeinwissen und die Rechenleistungen der Kinder haben zugenommen, auch ihr Selbstbewusstsein ist deutlich gewachsen", so Wall.

Fazit:

- Die frühkindliche Bildung muss weiter ausgebaut werden.

- Neben dem Ausbau von Kindergärten müssen vor allem qualitative Verbesserungen vorgenommen werden - etwa durch mehr Praxisnähe der Wissensvermittlung.

- Politik und Wirtschaft müssen sich als Partner gemeinsam dafür einsetzen, den Wissensstandort Deutschland zu fördern.

Lars Rademacher | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.wissensfabrik-deutschland.de
http://www.iwkoeln.de

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