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Forscher Blick ins Hirn

26.01.2007
An der Universität Jena geht heute (26.1.) leistungsstarker Magnet-Resonanz-Tomograph in Betrieb

Ein Magnet-Resonanz-Tomograph - kurz MRT - erlaubt tiefe Einblicke in den menschlichen Körper: Blutgefäße lassen sich mit ihm ebenso bildlich darstellen, wie Muskeln und Sehnen oder innere Organe. Inzwischen hat sich die Magnet-Resonanz-Tomographie einen festen Platz in der klinischen Diagnostik erobert. An der Friedrich-Schiller-Universität Jena geht heute (26. Januar) ein besonders leistungsstarker Tomograph in Betrieb, der jedoch - anders als die bisher in Jena verfügbaren Geräte - ausschließlich für Forschungszwecke genutzt werden soll. Bund und Land haben den mehrere Millionen Euro teuren Tomographen nach einer positiven Begutachtung des Antrags durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Hochschulbauförderungsgesetzes (HBFG) finanziert.

Zur Einweihungsfeier des neuen MRT laden der Dekan der Sozial- und Verhaltenswissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Wolfgang Miltner, und der Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Heinrich Sauer, heute (26. Januar) um 13.00 Uhr in den Hörsaal der Klinik für Urologie (Lessingstraße 1) ein. Nach einem Grußwort des Rektors der Jenaer Universität, Prof. Dr. Klaus Dicke, wird Prof. Dr. Cornelius Weiller (Universität Freiburg) einen Festvortrag halten. Der frühere Leiter der Klinik für Neurologie der Jenaer Universität spricht über die "Perspektiven der bildgebenden Forschung auf neurowissenschaftlichem Gebiet". Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen.

Der neue Forschungstomograph steht künftig einer Vielzahl von Einrichtungen der Universität Jena zu Verfügung. So wird er beispielsweise von der Klinik für Neurologie, der Klinik für Psychiatrie, dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und dem Institut für Psychologie genutzt. Die Jenaer Wissenschaftler wollen damit vor allem das menschliche Gehirn studieren. "So sind zum einen Untersuchungen zur Aufklärung von Hirnstrukturen bei Gehirnerkrankungen und psychischen Störungen geplant", erläutert Prof. Miltner. "Etwa zum Verlauf von Nervenfasern bei Patienten mit Schizophrenie, Ängsten oder Depressionen aber auch zum Ausmaß von Gehirnschädigungen, die z. B. nach einem Schlaganfall auftreten", so der Inhaber des Lehrstuhls für Biologische und Klinische Psychologie der Jenaer Universität weiter. Zum anderen wollen die Forscher die Hirnaktivität von Probanden bei Denk- oder emotionalen Prozessen untersuchen. "Welche Teile des Gehirns sind aktiv, wenn z. B. jemand Angst hat oder Schmerzen empfindet?", nennt Prof. Miltner exemplarische Fragestellungen.

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"Mit dem neuen MRT haben wir jetzt die Möglichkeit, unsere neurowissenschaftlichen Untersuchungen nach höchsten internationalen Standards durchzuführen", schätzt Prof. Sauer die Neuanschaffung ein. So verfüge der neue Tomograph über eine Magnetfeldstärke von drei Tesla und ermögliche damit eine wesentlich höhere räumliche Auflösung als die bisher in Jena verfügbaren Geräte. "Damit lassen sich nicht nur einzelne Strukturen viel präziser abbilden", erklärt der Direktor der Klinik für Psychiatrie am Uniklinikum Jena. Vielmehr erlaube es die neue Technik auch, im Gehirn ablaufende Stoffwechselprozesse und Interaktionen zwischen einzelnen Hirnarealen präziser zu beobachten.

Kontakt:
Prof. Dr. Wolfgang Miltner
Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Am Steiger 3, Haus 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945140
E-Mail: wolfgang.miltner[at]uni-jena.de
Prof. Dr. Heinrich Sauer
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Jena
Philosophenweg 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 935246
E-Mail: heinrich.sauer[at]med.uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

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