Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Startschuss für eine neue Form der universitären Eliteausbildung

23.01.2007
Das Forschungszentrum Jülich und die RWTH Aachen gründen gemeinsam die German Research School for Simulation Sciences.

In Berlin wurde aus diesem Anlass heute das entsprechende Memorandum of Understanding unterzeichnet. Die School wird Master- und PhD-Studiengänge für besonders begabte Nachwuchswissenschaftler anbieten. Der Studienbetrieb wird zum Herbstsemester 2007 beginnen. Thomas Rachel MdB, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, NRW-Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart und Helmholtz-Präsident Prof. Jürgen Mlynek kamen zur Unterzeichnung, um ihre Unterstützung zu zeigen.

Thomas Rachel sagte anlässlich der Unterzeichnung: "Das Forschungszentrum Jülich und die RWTH Aachen nehmen mit dieser Gründung eine Vorreiterrolle in der Forscherausbildung in Deutschland ein. Sie sind zugleich Modell für die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungsorganisationen, die wir künftig verstärkt brauchen." Prof. Dr. Andreas Pinkwart sagte, aus Jülich und Aachen gingen seit Jahrzehnten wichtige Impulse aus: "Die Research School ist ein weiterer Meilenstein für den Innovationsstandort Nordrhein-Westfalen und ein klares Bekenntnis zur Exzellenz. Wir wollen für die besten Köpfe so attraktiv wie möglich sein."

Im Mai 2006 hatten erste Gespräche zwischen dem Forschungszentrum Jülich und der RWTH Aachen stattgefunden, wie eine Eliteausbildung für Nachwuchswissenschaftler aussehen könnte. Bereits im September war das Konzept so weit gediehen, dass Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan, NRW-Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers und Helmholtz-Präsident Prof. Jürgen Mlynek ihre Unterstützung und Finanzierungsbeteiligung zusagten.

... mehr zu:
»Eliteausbildung »RWTH »School »Simulation

"Für die Helmholtz-Gemeinschaft ist die Förderung wissenschaftlicher Talente zum Beispiel durch gemeinsame Nachwuchsgruppen mit Universitäten oder Graduiertenschulen sehr wichtig. Dank des Paktes für Forschung und Innovation können wir solche herausragenden Vorhaben noch stärker unterstützen", sagte Mlynek.

"Die ungeheure Dynamik, die diese Initiative entwickelt hat, zeigt, dass wir mit unseren Überlegungen für eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen exzellenter außeruniversitärer Forschung und Spitzenuniversitäten richtig liegen", sagte Prof. Dr. Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich, heute in Berlin. Der Rektor der RWTH Aachen, Prof. Dr. Burkhard Rauhut, betonte: "Mit der German Research School wird die Zusammenarbeit zwischen RWTH Aachen und Forschungszentrum Jülich um einen weiteren wichtigen Baustein erweitert. Unter maßgeblicher Beteiligung von Bund, Land und Helmholtz-Gemeinschaft erfolgt hier eine weitere Kräftebündelung und Stärkung der Wissenschafts- und Technologieregion Aachen."

Auch in der Wirtschaft trifft das Vorhaben auf großes Interesse. So hat der international sehr erfolgreiche Patentanwalt Dipl.-Ing. Bernhard Frohwitter aus München heute zugesagt, die Initiative durch Einrichtung einer Stiftungsprofessur zu unterstützen.

Die Initiative besteht aus zwei Ebenen: Besonderheiten des Forschungsfeldes Simulation Sciences und Modellcharakter des Ausbildungsgangs für andere Fächer.

Simulation Sciences - also die rechnerische Simulation von Vorgängen mit Supercomputern - spielen eine Schlüsselrolle für die Forschung in allen Naturwissenschaften und werden in Zukunft noch wesentlich größere Bedeutung erlangen, weil sie als dritte Säule zwischen Theorie und Experiment eine neue Qualität in das wissenschaftliche Arbeiten bringen. Bislang fehlt es aber an einschlägigen Ausbildungsgängen für Experten, die die Methoden sowohl in der Wissenschaft als auch in Unternehmen anwenden können.

Wissenschaftliche Kompetenz und das entsprechende Umfeld in Jülich und Aachen ergänzen sich hier auf bundesweit einmalige Art und Weise. Die RWTH ist seit Jahren in Forschung und Lehre führend in den Computer-Ingenieurwissenschaften. Am Forschungszentrum Jülich ist das Scientific Computing neben der Physik die zweite tragende Schlüsselkompetenz. Jülich ist zudem seit Jahren das größte Höchstleistungsrechenzentrum in Deutschland und verfügt über einen der schnellsten Supercomputer weltweit für die freie Forschung. Beide Institutionen arbeiten seit Jahren in Forschung und Lehre eng zusammen.

Modellcharakter hat die Initiative durch ihre Struktur. Als GmbH privatrechtlich aufgestellt zwischen einer außeruniversitären Einrichtung und einer Universität, ist sie weitgehend eigenständig in den Verfahren wie Zulassung, Studienverlauf und Ausbildungs- und Prüfungsordnung. Prinzipien sind weiterhin, dass

* sie ausdrücklich getragen wird von zwei Institutionen, die auf dem Fachgebiet national und international einen herausragenden Ruf genießen,

* sie einen vollkommen neuartigen Studiengang anbietet,

* sie über eine eigene Ausbildungs- und Prüfungsordnung verfügt sowie eigene akademische Grade über die RWTH vergibt,

* die Ausbildungssprache englisch ist, um eine internationale Ausrichtung zu sichern,

* Unternehmen Gesellschafter werden können und damit für einen Transfer in die Anwendung gesorgt ist.

Damit wäre die German Research School auch Modell für andere Fachgebiete.

Ansprechpartnerin:
Dr. Angela Lindner,
Leiterin Unternehmenskommunikation,
Forschungszentrum Jülich,
52425 JÜLICH
Telefon 02461 614661 -
mobil: 0160 97204213

Dr. Angela Lindner | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Berichte zu: Eliteausbildung RWTH School Simulation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitale Bildung im Unterricht: Was Lehrer und Schüler von der Schul-Cloud erwarten
11.12.2017 | Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI)

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik