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Das Programm ist in Deutschland einzigartig

19.01.2007
Leibniz Graduate School of Molecular Biophysics eröffnet am FMP

Am Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) ist im Januar 2007 eine der ersten Leibniz-Graduiertenschulen in Deutschland gestartet. Die „Leibniz Graduate School of Molecular Biophysics“ wird etwa 15 Stipendiaten für vier Jahre aufnehmen und von Prof. Bernd Reif (FMP) koordiniert.

„Unser Ausbildungsprogramm mit dem Titel ‘Biophysikalische Untersuchungen von Proteinwechselwirkungen’ bietet Doktoranden eine optimale Ausbildung im Fach Molekulare Biophysik“, erklärt Reif. Der Direktor des FMP, Prof. Walter Rosenthal, meint dazu: „Ich freue mich sehr, dass wir damit ein in Deutschland einzigartiges Programm zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses anbieten können.“

Das Programm vernetzt Hochschulen in Berlin und Brandenburg sowie Institute aus unterschiedlichen Sektionen der Leibniz-Gemeinschaft: Mit dabei sind die Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung (BESSY), das Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie (MBI), das Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP), die Charité – Universitätsmedizin Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Freie Universität Berlin und die Universität Potsdam. Auch eine Gruppe des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) ist beteiligt. Die einzelnen Module der Ausbildung werden an den verschiedenen Universitäten und Instituten in Blockform durchgeführt. Die Förderung erfolgt aus Mitteln des Paktes für Forschung und Innovation, die der Leibniz-Gemeinschaft zur Verfügung gestellt werden und von dieser in sieben verschiedenen Förderlinien im Wettbewerb an Institute vergeben werden können.

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Im Zentrum der Leibniz Graduate School (LGS) stehen Wechselwirkungen zwischen Proteinen. Proteininteraktionen sind die Grundlage aller Steuerungsvorgänge in der Zelle. Sie beeinflussen vor allem die Signalverarbeitung in den Zellen und sind für den Aufbau großer Proteinkomplexe verantwortlich. Weiterhin spielen Protein-Protein- Wechselwirkungen eine Rolle bei viralen Infektionen und bei Proteinaggregationen, die zum Beispiel der Alzheimer-Erkrankung zugrunde liegen.

Bei der Analyse biologischer Prozesse kommt biophysikalischen Techniken eine immer größer werdende Bedeutung zu. „Um die Komplexität biologischer Systeme besser erfassen zu können, streben wir in der LGS ein breites Methodenspektrum an“, erklärt Reif. „Auch die Doktoranden müssen ihr Grundlagenwissen dementsprechend erweitern.“ Die große Vielfalt experimenteller Möglichkeiten der beteiligten Institutionen – BESSY, NMR-Zentrum Buch, Kurzzeitlaserspektroskopie, EM-Ultrastrukturnetzwerk, EPR-Spektroskopie – ist in idealer Weise dazu geeignet, biophysikalische Grundlagenforschung mit molekularbiologischer Forschung zu verknüpfen.

Jeder Doktorand wird von zwei an der LGS beteiligten Arbeitsgruppenleitern betreut und ist dementsprechend an zwei Arbeitsgruppen angebunden. Dies fordert die Doktoranden dazu auf, unterschiedliche Methoden der biophysikalischen Forschung zu lernen. Diese Struktur fördert zusätzlich die Kommunikation und Kooperation zwischen den beteiligten Gruppen. Das Ausbildungsprogramm sieht vor, dass die Doktoranden von ihren drei Betreuern beraten werden und ihnen jährlich einen Fortschrittsbericht vorlegen. Zu diesem Mentoring kommen Seminare, Vorlesungen und Praktika der beteiligten Dozenten, Präsentationen der Forschungsergebnisse der Stipendiaten untereinander sowie jährlich eine „Summer School“ zu molekular-biophysikalischen Themen und externe Tagungen. Die Vorlesungen und Seminare finden in englischer Sprache statt. Sie vermitteln die theoretischen Grundlagen und Methoden der unterschiedlichen biophysikalischen Fächer. „Ein besonderes ‘Schmankerl’“, so berichtet Reif, „ist das Konzept der leistungsbasierten Prämien für Doktoranden: Wer eine besonders herausragende Publikation erarbeitet hat, wird dafür auch belohnt! Ein derartiges Anreizsystem kenne ich aus keiner anderen Doktorandenausbildung.“

Ansprechpartner: Prof. Dr. Bernd Reif
Robert-Rössle-Str. 10
13125 Berlin
Tel.: 030/94793-191
Email: reif@fmp-berlin.de

Josef Zens | Forschungsverbund Berlin e.V.
Weitere Informationen:
http://www.fv-berlin.de
http://www.fmp-berlin.de/fmp_d/lgs/index_lgs_d.html

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