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Von der Quantendynamik bis zur Kriminologie

18.01.2007
Sechs neue International Max Planck Research Schools
Zu den bereits bestehenden 43 International Max Planck Research Schools werden in diesem Jahr sechs neue treten. Das Spektrum der neu hinzugekommenen Research Schools reicht dabei von der Quantendynamik über das Pflanzenwachstum bis hin zur Kriminologie. Drei der neuen Research Schools gehören zu den geistes- und sozialwissenschaftlichen Fachgebieten, die damit aufholen. Seit dem Jahr 2000 sind die International Max Planck Research Schools ein fester Bestandteil der Doktorandenförderung der Max-Planck-Gesellschaft. Besonders begabten deutschen und ausländischen Nachwuchswissenschaftlern bieten sie die Möglichkeit, unter exzellenten Forschungsbedingungen zu promovieren.

Die International Max Planck Research Schools werden jeweils von einem oder mehreren Max-Planck-Instituten initiiert. Die Institute kooperieren dabei eng mit Universitäten und anderen - teilweise auch ausländischen - Forschungseinrichtungen. Durch diese Kooperation stehen den Doktoranden hochwertige Ausbildungs- und Forschungsmöglichkeiten offen. Das ist besonders bei interdisziplinären Forschungsvorhaben oder solchen, die eine spezielle Ausstattung mit Forschungsgeräten oder Materialien voraussetzen, ein entscheidender Vorteil. Ein weiterer Vorzug der International Max Planck Research Schools ist die thematische und konzeptionelle Verzahnung der Promotionsprojekte - dadurch entstehende Synergieeffekte kommen unmittelbar der Forschung der einzelnen Doktoranden zugute.

Die neuen International Max Planck Research Schools verteilen sich auf die drei Sektionen der Max-Planck-Gesellschaft wie folgt:

Geistes-, sozial- und humanwissenschaftliche Sektion

The Social and Political Constitution of the Economy (Köln)

Das Thema der Research School sind die Wechselwirkungen der modernen Wirtschaft mit den gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Die Kooperationspartner sind das Kölner Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung und die Universität zu Köln. Sprecher ist Prof. Jens Beckert vom Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung.

Adapting Behaviour to a Fundamentally Uncertain World (Jena, Bonn, Berlin)

Können wir - in einer sich ständig verändernden Gesellschaft - sachgerechte Entscheidungen auf der Basis einer unvollständigen Faktenkenntnis treffen? Mit dieser Frage wird sich diese interdisziplinäre Research School beschäftigen. Drei Max-Planck-Institute kooperieren hier mit der Universität Jena. Das Max-Planck-Institut für Ökonomik in Jena, das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin und das Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn. Sprecher ist Prof. Werner Güth vom Max-Planck-Institut für Ökonomik in Jena.

Retaliation, Mediation and Punishment (Freiburg, Halle, Frankfurt, Heidelberg)

Vergeltung, Schlichtung und Bestrafung sind zentrale Probleme jeder Friedens- und Sozialordnung, die in einer globalisierten Welt ständig an Relevanz zunehmen. Auch an dieser transdisziplinär geprägten Research School sind mehrere Max-Planck-Institute beteiligt: das Freiburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht, das mit dem Kriminologen und Strafrechtler Prof. Hans-Jörg Albrecht auch den Sprecher der Research School stellt, das Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte in Frankfurt am Main, das Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg sowie das Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle/Saale. Als Hochschul-Kooperationspartner wirken die Universitäten von Freiburg und Halle an der Research School mit.

Chemisch-Physikalisch-Technische Sektion

Analysis, Design and Optimisation in Chemical and Biochemical Process Engineering (Magdeburg)

Wie chemische und biologische Prozessführungen durch mathematische Modelle verbessert werden können, wird eines der Hauptforschungsgebiete dieser Research School sein. Dazu kooperieren das Magdeburger Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme und die Universität Magdeburg. Sprecher ist Prof. Udo Reichl vom Magdeburger Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme.

Quantum Dynamics in Physics, Chemistry and Biology (Heidelberg)

Quantendynamik in allen Naturwissenschaften: Einen stark interdisziplinären Ansatz verfolgt die Research School der beiden Heidelberger Max-Planck-Institute für Kernphysik, und für medizinische Forschung. Partner ist die Universität Heidelberg, den Sprecher stellt das Max-Planck-Institut für Kernphysik mit Prof. Christoph Keitel.

Biologisch-Medizinische Sektion

Primary Metabolism and Plant Growth (Potsdam)

Ein besseres Verständnis des Stoffwechsels in Pflanzen und dessen Einfluss auf das Pflanzenwachstum ist das Ziel der einzigen neu hinzugekommenen Research School der Biologisch-Medizinischen Sektion. Beteiligt sind das Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam sowie die Universität Potsdam. Prof. Lothar Willmitzer vom Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie ist der Sprecher der Research School.

Die Doktorandenstellen bzw. Stipendien werden von den einzelnen Research Schools weltweit ausgeschrieben. Etwa die Hälfte der zur Verfügung stehenden Stipendien ist für ausländische Bewerberinnen und Bewerber vorgesehen. Damit will die Max-Planck-Gesellschaft die Ausbildungs- und Qualifikationschancen für den in Deutschland dringend benötigten internationalen wissenschaftlichen Nachwuchs verbessern, gleichzeitig aber auch deutschen Nachwuchswissenschaftlern ein internationaleres Umfeld bieten. Die Ausbildung der jungen Forscher ist an den höchsten internationalen Standards ausgerichtet. So werden bereits für Doktoranden Grundlagen zu internationaler wissenschaftlicher Zusammenarbeit geschaffen, gleichzeitig wird aber auch der Wissenschaftsstandort Deutschland gestärkt. Zunehmend spielen auch Standorte im Osten Deutschlands eine Rolle. Auch mit den im Rahmen der Exzelleninitiative geplanten Graduiertenschulen werden die Research Schools vielerorts zusammenarbeiten. Die Research School sind zunächst auf sechs Jahre angelegt mit der Möglichkeit zur Verlängerung nach externer Begutachtung.

Dr. Andreas Trepte | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de/

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