Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Startschuss für das Zentrum für Wirkstoffentwicklung Berlin/Brandenburg

17.01.2007
Pharmaforschungsexperten aus der Hauptstadtregion haben am heutigen Dienstag, dem 16. Januar 2007 das "Zentrum für Wirkstoffentwicklung Berlin/Brandenburg" offiziell ins Leben gerufen.

Bei der neuen Einrichtung handelt es sich um ein Experten- und Ressourcen-Netzwerk, das vom Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin-Buch initiiert wurde.

Die offene, interdisziplinäre Initiative bündelt das in der Region vorhandene Know-how und die Ressourcen auf dem Gebiet der Wirkstoffentwicklung. Sprecher des Zentrums ist Prof. Walter Rosenthal, Direktor des FMP, Dr. Birgit Oppmann - ebenfalls vom FMP - koordiniert das Netzwerk. Die Berliner Technologiestiftung TSB begleitet über ihre Initiative "BioTOP Berlin-Brandenburg" das neue Zentrum fachlich.

Das Zentrum fördert und koordiniert den gesamten Prozess der Wirkstoffentwicklung ausgehend von der Identifizierung potentieller Wirk- bzw. Arzneistoffe bis zur präklinischen Entwicklung. Dem Expertenbeirat des Zentrums gehören Grundlagenforscher, Kliniker sowie Spezialisten aus der Biotech-Branche und der Pharmaindustrie an. "Wir wollen Projekte begleiten, die auf die Entdeckung neuer Wirkstoffe zielen", sagt Prof. Dr. Walter Rosenthal. Der Sprecher weiter: "Die vom Zentrum unterstützten Vorhaben können sowohl aus der Grundlagenforschung als auch aus klinischen Einrichtungen stammen." Viele Projekte blieben derzeit noch in einem frühen Stadium stecken, da eine Weiterführung bis zur kommerziellen Einsetzbarkeit den Wirkungshorizont der jeweiligen Einrichtung überschreitet. "Das Ziel ist deshalb", so Rosenthal, "aussichtsreiche Forschungsprojekte bis zu einem Stadium voranzutreiben, in dem sie für eine kommerzielle Weiterentwicklung in Frage kommen."

Dr. Kai Bindseil, Leiter von BioTOP betonte die strategische Bedeutung des Zentrums: "Die Wirkstoffentwicklung ist eines von vier strategischen Handlungsfeldern im Masterplan zur Entwicklung des Biotech-Clusters Berlin-Brandenburg. Mit der Etablierung des neuen Zentrums schaffen wir eine leistungsfähige Struktur, mit der wir die ambitionierten Ziele der Region als F&E-Standort für die Arzneimittelentwicklung schneller erreichen können."

Die Koordinationsstelle des Zentrums, die am FMP angesiedelt ist, wird die erste Zeit intensiv nutzen, um nach interessanten Projekten zu fahnden. "Wir sind dabei, in einer Datenbank zu erfassen, wer in der Region über potentielle Zielstrukturen für Arzneimittel forscht", erläutert Koordinatorin Dr. Birgit Oppmann. Auf diese Weise würden interessante Ansätze aus der Grundlagenforschung allen Partnern des Zentrums zugänglich gemacht. Birgit Oppmann ist optimistisch: "So können wir Prozesse initiieren, die neuartige Wirkstoffe schneller für eine verbesserte Therapie verfügbar machen."

Die aussichtsreichsten Projekte wird das Zentrum intensiv begleiten und insbesondere bei der Erschließung von Finanzierungsquellen Unterstützung geben. Die Auswahl der Projekte obliegt dem Expertenbeirat. Die TSB Technologiestiftung Innovationszentrum Berlin fördert die Initiative für das Zentrum bereits seit dem vergangenen Jahr mit Mitteln aus dem Zukunftsfonds, den sie im Auftrag des Berliner Senats bewirtschaftet. So wird am FMP unter anderem ein automatisiertes Mikroskop im Einsatz sein, das für das Zentrum für Wirkstoffentwicklung als Technologieplattform fungieren wird.

Seinem Widmungsauftrag gemäß betreibt das FMP Forschung auf dem Gebiet der Molekularen Pharmakologie. In diesem Rahmen beschäftigt es sich mit der Struktur, der Funktion und der Interaktion von Proteinen. Aus dieser Beschäftigung gehen neue Ansätze zur Modulation von Proteinfunktionen v. a. durch kleine Moleküle hervor. Damit ist die Forschungstätigkeit des Instituts im Vorfeld der Entwicklung von Arzneimitteln angesiedelt. Kennzeichnend für die wissenschaftliche Arbeit am FMP ist eine enge Verknüpfung von Chemie und Biologie. Die einzigartige Kombination von Technologieplattformen am FMP - darunter ein modernes NMR-Zentrum, die Screening Unit und ein massenspektrometrisches Labor - ermöglicht eine optimale Unterstützung von Forschungsprojekten zur Auffindung von Wirkstoffen. Das FMP ist ein Institut der Leibniz-Gemeinschaft und ist mit sieben weiteren natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Leibniz-Instituten administrativ im Forschungsverbund Berlin e.V. zusammengeschlossen.

Pressekontakt

Dr. Björn Maul
Wissenschaftliche Koordination & Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie
Robert-Rössle-Str. 10
13125 Berlin
Tel.: 030 / 94793-102
maul@fmp-berlin.de
Zentrum für Wirkstoffentwicklung
Sprecher:
Prof. Dr. Walter Rosenthal
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie
Robert-Rössle-Str. 10
13125 Berlin
Tel.: 030 / 94793-100
rosenthal@fmp-berlin.de
Koordinatorin:
Dr. Birgit Oppmann
Leibniz-Institut für Molekulare Pharmakologie
Robert-Rössle-Str. 10
13125 Berlin
Tel.: 030 / 94793-283
oppmann@fmp-berlin.de
Beirat des Zentrums:
Prof. Dr. Erich E. Wanker
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch
Prof. Dr. Thomas F. Meyer
Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie
Prof. Dr. Roderich Süßmuth
Technische Universität BerlinInstitut für Chemie
Prof. Dr. Dr. Hans-Georg Joost
Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE)
Prof. Dr. Hans Lehrach
Max Planck Institute für Molekulare Genetik
Prof. Dr. Bernd Dörken
Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum sowie MDC und Robert-Rössle-Klinik
Prof. Dr. Friedrich Luft
Charité - Universitätsmedizin Berlin, Franz-Volhard-Klinik sowie MDC
Prof. Dr. Rudolf Tauber
Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin, Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie
Prof. Dr. Bertram Wiedenmann
Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum
Medizinische Klinik m. S. Hepatologie und Gastroenterologie
Dr. Harald Labischinski
Combinature Biopharm AG
Dr. Jochen Knolle
Jerini AG
Dr. Celal Albayrak
ALRISE Biosystems
Dr. Kai-Uwe Bindseil
BioTOP Berlin-Brandenburg
Prof. Dr. Eckhard Ottow
Bayer Schering Pharma AG
Prof. Dr. Matthias Bräutigam
Bayer Schering Pharma AG

Dr. Björn Maul | idw
Weitere Informationen:
http://www.fv-berlin.de

Weitere Berichte zu: FMP Universitätsmedizin Wirkstoffentwicklung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten