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Die Lernbühne nun auch im virtuellen Raum

09.01.2007
Die "Lernbühne" der Hochschule Heilbronn vermittelt Wissen in besonderer Art und Weise. DUZ und Spiegel berichteten Ende November über die Didaktik-Pioniere der Hochschule Heilbronn. Zukünftig wird es die Lernbühne nun auch im virtuellen Raum geben.

Wie lassen sich die personalen und sozialen Kompetenzen in einem Technikfach praxisnah und handlungsorientiert vermitteln? Und vor allem: Wie bleibt das Erlernte nachhaltig in den Köpfen der Lernenden? Die Psychologin Nicola Marsden verwendet seit drei Jahren im Studiengang Software Engineering ein neues didaktisches Konzept: "Wir bieten den Studierenden eine Lernbühne, in der aktives Lernen und eigene Aktivitäten unterstützt werden: Dazu simulieren wir eine Umgebung, die den Bedingungen der realen Arbeitswelt entspricht".

Ganz wie im wirklichen Arbeitsleben müssen Teams aus Technik-Studierenden anspruchsvolle Aufgaben lösen, die ihnen ihre Kunden stellen. Die Projekte spiegeln die Wirklichkeit in der Industrie möglichst nahe wieder und machen die künftige Arbeitssituation erfahrbar. Das reicht von den Anforderungen an das zu erstellende Produkt, über regelmäßige Präsentationen zum Status des Projekts bis hin zur Abnahme des Produkts durch einen Kunden. Im Pilotvorhaben im Sommersemester 2003 galt es zum Beispiel, ein Computerprogramm zu entwickeln, das "Dame" spielen kann. "Wir stellen die Lernbühne her, indem wir Vorgehensweisen aus der industriellen Praxis anwenden. Die Studierenden müssen einen Projektauftrag erstellen, Kundenpräsentationen halten und Change Management betreiben", erklärt die Psychologin. Zudem erhält der Gruppenprozess durch gezielte Überforderungen und "Störungen", wie etwa das Infragestellen des gewählten Designs der Software, eine Eigendynamik.

Auf diese Weise können die Studierenden in Eigenverantwortung für ihren Lernprozess soziale und personale Kompetenzen aufbauen. Die in diesem Rahmen stattfindenden sozialpsychologischen Prozesse können nun gezielt genutzt werden zum Erfahren, Erlernen und Einüben sozialer und kommunikativer Fertigkeiten.

Nun wird es zukünftig auch eine Lernbühne im virtuellen Raum geben.

Das heißt, dass Studierende von ausländischen Partnerhochschulen gemeinsam per Internet Projektaufträge bearbeiten. Gerade ein Studiengang wie Software Engineering muss auf eine berufliche Realität vorbereiten, in der Projektteams über Raum- und Zeitgrenzen hinweg arbeiten. Menschen, die sich noch nie gesehen haben, müssen gemeinsam komplexe Aufgaben lösen und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Das muss gelernt werden. Die Lernbühne hierfür ist eine Computerplattform, auf der die Studierenden den Umgang mit dieser besonderen sozialen Situation einüben. Ihnen stehen hierfür virtuelle Teamräume zur Verfügung, in denen sie in Echtzeit Meetings durchführen können.

Sie können gemeinsam Dateien bearbeiten und sich Nachrichten in ihrer gemeinsamen Ablage hinterlassen. Die Besonderheiten der computer-vermittelten Kommunikation, das andere Tempo und die Schwierigkeiten der Führung und Steuerung im virtuellen Raum sind für die international besetzten Teams eine große Herausforderung.

Deshalb sind die Projektaufgaben klein: Dieses Semester erstellen die Studierenden auf der virtuellen Lernbühne ein Programm, mit dem man sein Wissen über die irische, deutsche und rumänische Kultur testen kann. Und lernen dabei für das echte Leben im virtuellen Raum.

Martina Braesel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-heilbronn.de

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