Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

4,8 Prozent mehr Ausbildungsverträge als im Vorjahr abgeschlossen

13.12.2006
Schavan: "Positive Zeichen auf dem Ausbildungsmarkt"

"Die Signale auf dem Ausbildungsmarkt sind positiv, die um 4,8 Prozent gestiegene Zahl von Ausbildungsverträgen in Wirtschaft und Verwaltung sind ein gutes Ergebnis. Allerdings ist die Lage noch nicht entspannt. Wir müssen nun den Endspurt in der Nachvermittlung von Ausbildungsplatzbewerbern schaffen", sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan anlässlich der heute vorgelegten Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung über neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum Stichtag 30.09.2006.

Schavan: "Erfreulich ist, dass wir im dritten Jahr der Umsetzung des Ausbildungspaktes eine insgesamt positive Bilanz ziehen können". Mit 576.378 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen gibt es deutlich mehr Verträge als im vergangenen Jahr (plus 26.198 oder 4,8 Prozent).

Besonders erfreulich sind die großen Zuwächse im IHK-Bereich mit einer Steigerung von 20.770 Ausbildungsverträgen, ebenso hat das Handwerk ein Plus von 5.579 Verträgen vorzuweisen. Die insgesamt guten Zahlen zeigen, dass die Unternehmen und Betriebe auf Grund der positiven Wirtschaftsentwicklung nicht nur Arbeitskräfte einstellen, sondern sich auch wieder verstärkt in der Ausbildung des Fachkräftenachwuchses engagieren."

Bei den Jugendlichen, die am 30.09. noch ohne eine konkrete Alternative bei der Bundesagentur gemeldet waren, haben viele durch die Nachvermittlungsaktionen ein Ausbildungs- oder Qualifizierungsangebot erhalten. Bis Mitte November konnte diese Zahl um 21.600 auf rund 27.900 Unvermittelte verringert werden. Die Nachvermittlungsaktionen werden bis Mitte Januar weitergeführt werden, hier können auch noch zahlreiche Plätze für die Einstiegsqualifizierungen genutzt werden.

Schavan: "Der aktuelle positive Trend bei den Ausbildungsverträgen sollte Anlass sein, unsere Bemühungen im Ausbildungspakt weiter zu verstärken und mehr betriebliche Ausbildungsplätze zu sichern. Dies wird auch ein zentraler Punkt in unseren Beratungen mit den Wirtschaftsverbänden zur Fortsetzung des Paktes über 2007 hinaus sein. Daneben brauchen wir aber mittelfristig wirksame strukturelle Reformen der beruflichen Bildung in Deutschland. Wir müssen das duale System angesichts neuer wirtschaftlicher, technologischer und demografischer Herausforderungen anpassen, um es fit für die Zukunft zu erhalten und zugleich dafür sorgen, auf Seiten der Jugendlichen niemanden zurückzulassen".

Die Bundesbildungsministerin verwies dazu auf den von ihr eingeleiteten Reformprozess zur beruflichen Bildung mit folgenden Schwerpunkten:

- Modernisierung und Flexibilisierung beruflicher Bildung,
- Verbesserung der Übergänge an den Schnittstellen des Berufsbildungssystems
(Übergangsmanagement und Durchlässigkeit) sowie
- Europäische Öffnung der beruflichen Bildung
Ziel sei es, einerseits die große Zahl bislang nicht ausbildender Betriebe stärker für Ausbildung zu gewinnen und in neu entstehenden Branchen gezielt eine neue Ausbildungskultur zu verankern. Zum anderen müsse erreicht werden, dass Ausbildungswege außerhalb des dualen Systems anschlussfähig werden und breite Übergänge zwischen den Teilsystemen geschaffen würden. Dies gelte besonders für Maßnahmen in dem dualen System vorgelagerten Übergangsbereich und für die vollzeitschulische Berufsausbildung. Ressourcenraubende und häufig unproduktive Warteschleifen müssten abgebaut und eine bloße "Versorgung" junger Menschen mit nur bedingt arbeitsmarktrelevanter Qualifizierung verhindert werden.

Dazu werde zur Zeit ein Modell von bundesweit standardisierten Ausbildungsbausteinen erarbeitet, die aus regulären Ausbildungsordnungen des dualen Systems entwickelt werden und nach erfolgreichem Absolvieren auf eine folgende duale Ausbildung anrechenbar sein sollen. Die Ausbildungsbausteine sollen die reguläre Ausbildung im dualen System nicht ersetzen, sondern Übergangs- und Wiedereinstiegsstrukturen für besondere Personengruppen wie Altbewerber, Ausbildungsabbrecher und Quereinsteiger in die duale Ausbildung schaffen. Wo dies nicht gelinge, solle über Ausbildungsbausteine zumindest eine strukturierte, sukzessive Zuführung junger Menschen zur Externenprüfung erfolgen können.

Schavan: "Ich erwarte mir von diesem neuen Modell bundesweit standardisierter Bausteine bessere Übergangsstrukturen für junge Menschen in Ausbildung und Beschäftigung, eine effizientere und klarere Ausrichtung der vielfältigen um das duale System herum angebotenen Fördermaßnahmen und auch einen breiteren Einstieg von bislang nicht ausbildenden Betrieben in die Ausbildung. Ziel ist es, das Modell von Ausbildungsbausteinen bereits 2007 in ausgewählten Branchen umzusetzen und bei Erfolg stetig zu erweitern. Darüber hinaus werden wir im Sommer 2007 einen übergreifenden Handlungskatalog zur Reform der beruflichen Bildung vorlegen, der einen Kernbeitrag zum "Jahr der Ausbildung" 2007 des BMBF leisten wird".

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

Weitere Berichte zu: Ausbildungsvertrag Bundesbildungsministerin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu Sprachdialogsystemen und Mensch-Maschine-Kommunikation in Saarbrücken

24.07.2017 | Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Power-to-Liquid: 200 Liter Sprit aus Solarstrom und dem Kohlenstoffdioxid der Umgebungsluft

24.07.2017 | Energie und Elektrotechnik

Innovationsindikator 2017: Deutschland auf Platz vier von 35, bei der Digitalisierung nur Rang 17

24.07.2017 | Studien Analysen

Netzwerke statt Selbstversorgung: Wiesenorchideen überraschen Bayreuther Forscher

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie