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Über 12 Prozent der Studierenden sehen sich als Teilzeitstudenten

12.12.2006
Mehr Teilzeitangebote sollten geschaffen, Studiengebührenregelungen angepasst werden.

Über 12 Prozent aller Studierenden empfinden sich als Teilzeitstudenten. Dies zeigt eine Untersuchung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). In einzelnen Fächern ist der Anteil der Teilzeitstudenten überdurchschnittlich hoch. Ein Drittel aller Erziehungswissenschaftler sowie über ein Viertel aller Politologen, Germanisten, Soziologen und Historiker studieren nach eigenen Angaben nicht vollzeit. In Biochemie, Pharmazie und Medizin sind es dagegen weniger als fünf Prozent. Teilzeitstudiengänge machen jedoch nur zwei Prozent des bestehenden Studienangebots aus. Das heißt, ein großer Teil der faktischen Teilzeitstudierenden findet Rahmenbedingungen vor, die auf ein Vollzeitstudium ausgerichtet sind.

Die Ergebnisse legen nahe, dass es einen Bedarf an Teilzeitangeboten gibt. Dies ist insbesondere im Kontext der laufenden Umstellung auf modularisierte Studiengänge mit den Abschlüssen Bachelor und Master relevant. Durch die straffere Organisation der Studiengänge ist ein "inoffizielles" Teilzeitstudium noch schwerer möglich. Insbesondere die Fächer mit einem hohen Anteil an De-facto-Teilzeitstudierenden sollten daher über zeitlich flexiblere Studienangebote nachdenken. Besondere Bedeutung kommt der Frage des Teilzeitstudiums auch im Kontext der Einführung von Studiengebühren zu. So lange es keine Regelungen zum Umgang mit Teilzeitstudierenden und wenige offizielle Teilzeitstudienangebote gibt, werden diese durch die Gebührenerhebung pro Semester benachteiligt. Besser wäre es, Gebühren am Umfang der tatsächlichen Nutzung von Studienangeboten zu bemessen, zum Beispiel pro Modul.

Die Zeit, die nicht für das Studium verwendet wird, fließt häufig ins Jobben. Während bei Vollzeitstudenten der Job neben dem Studium unter 20 Prozent zur Finanzierung beiträgt, finanzieren Teilzeitstudenten sich zu über 56 Prozent durch eigene Einkünfte. Bei den Teilzeitstudierenden tragen Bafög-Leistungen und Stipendien dabei weniger zum Lebensunterhalt bei als bei Vollzeitstudenten.

Diese Ergebnisse stammen aus einer Sonderauswertung einzelner Fragen aus der Studierendenbefragung im Rahmen des CHE-Hochschulrankings. Für das Ranking werden jedes Jahr Studierende der meiststudierten Fächer zu ihrer Studiensituation und Studienzufriedenheit befragt. Die einzelnen Fächer werden innerhalb eines Drei-Jahres-Zyklus untersucht. Für die vorliegende Auswertung wurden die Daten aus dem Erhebungszyklus 2004 bis 2006 verwendet.

Kontakt:
Frank Ziegele
Tel: 05241.9761-24
E-Mail: frank.ziegele@che.de

Britta Hoffmann-Kobert | idw
Weitere Informationen:
http://www.che.de

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