Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Oase der Bildung. Forschungsstation in Namibia sucht Unterstützer

04.12.2006
Seit 1962 gibt es die Freilandforschungsstation Gobabeb in der Namib. In dieser langen Zeit hat sich die Station zu einem "Center of Exzellence" im südlichen Afrika gemausert und bietet nun als Oase für Bildung und Forschung die besten Voraussetzungen.

Allerdings droht zum Jahresende das Ende für die Betreiber, da auch unter anderen die Fördergelder der GTZ und des BMZ auslaufen.

'Oasis of Learning' - diesen Titel trägt das Gobabeb Training and Research Center, gelegen in der zentralen Namib, seit geraumer Zeit, und das ganz zu recht. Denn hier finden Workshops und Seminare vor atemberaubender Dünen-Kulisse statt, gehen Wissenschaftler der verschiedensten Forschungsrichtungen ihren Fragen nach, absolvieren Studierende ihre Diplomarbeiten, machen Schüler aus allen Teilen des Landes Praktika oder werden gar Werkstoffe getestet. Das ist Lernen in all seinen Facetten.

Auf einer Exkursion entdeckte der österreichische Insektenforscher Charles Koch 1958 inmitten des Namib-Naukluft-Parks einen Platz, der ihm ein idealer Ausgangspunkt für die Feldforschung schien: sechzig Kilometer landeinwärts, dort wo das südliche Dünenmeer der Namib an die Schotterebene im Norden heranreicht, getrennt von dem Flussbett des Kuiseb mit seinem dichten Baumbestand. Vier Jahre später eröffnete Koch die Station und nannte sie nach dem Topnaar-Wort für den Ort Gobabeb, was soviel bedeutet wie "Wo der Feigenbaum wächst". Viele Jahre lang war Grundlagenforschung das erklärte Ziel der Station. Daraus entstanden mehr als 1800 Publikationen, die zum großen Teil auf Kooperationen mit internationalen Universitäten zurückgehen. Kein Wunder, dass die Namib zu einer der am besten untersuchten Wüsten zählt.

... mehr zu:
»Forschungsstation »Namibia
Heute liegt das Hauptaugenmerk auf nationalen Projekten, die den Schutz der natürlichen Ressourcen des Landes und den nachhaltigen Umgang damit erforschen. "Das 'Kuiseb-Basin-Management-Projekt' ist ein gutes Beispiel dafür, wie wir Grundlagenwissen nutzen, um die Wasserversorgung der Bevölkerung durch den Fluss Kuiseb langfristig zu sichern. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt können dann für das Management anderer Trockenflüsse in ariden Gebieten herangezogen werden," erklärt Joh Henschel, Direktor der Station.

Zahlreiche weitere Projekte sind auf der Station selbst in die Tat umgesetzt. Wie etwa die Nebelnetze zur besseren Versorgung mit Trinkwasser oder das Aufbereiten von Brauchwasser. Photovoltaik deckt rund um die Uhr den Strombedarf. Sonnenkollektoren auf den Dächern sorgen für warmes Wasser. Ein passives Kühlsystem, das die konstant niedrige Bodentemperatur in anderthalb Meter Tiefe nutzt, schafft angenehmes Raumklima. Aus dem lehmigen Sand des Kuiseb sind Lehmziegelhäuser entstanden, die außer etwas Know-How und Manpower nicht viel gekostet haben - ein Projekt, das der einheimischen Bevölkerung zeigt, wie sie aus vorhandenen Rohstoffen Werte schaffen kann.

Das Grundlagenwissen wie auch die Erkenntnisse in angewandter Wissenschaft vermittelt Gobabeb in zahlreichen Praktika an Schüler und Studenten, aber auch an Farmer und andere Interessierte.

Gobabeb steht aber nicht nur jedem offen, der etwas lernen will, sondern wie früher auch den Wissenschaftlern selbst. Aus der kleinen Forschungsstation mit nur wenigen Gebäuden und einem Wasserturm, der noch immer das Wahrzeichen der Station darstellt, ist durch Erweiterungen in den letzten Jahren ein Komplex entstanden, der alles bietet, was das Forscherherz begehrt. Angefangen vom einzigartigen, vielgestaltigen Ökosystem Namib mit seiner unerhörten Artenvielfalt in unmittelbarer Umgebung bis hin zur Anbindung ans World Wide Web oder dem modern ausgerüsteten Vortragssaal Amabilis Hall.

Den Ausbau der Station hat Gobabeb einer Reihe von Förderern zu verdanken, von denen das Deutschen Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Kooperation mit der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit besonders zu nennen ist. Allerdings läuft die Förderung Ende 2006 aus. Gobabeb, das bereits in der Lage ist, einen Teil seiner Ausgaben durch selbstgenerierte Einnahmen zu decken, sucht daher nach weiteren Möglichkeiten der Finanzierung, um sein Fortbestehen zu sichern.

Ansprechpartner in Namibia:
Dr. Joh Henschel
Gobabeb Training and Research Centre
P.O. Box 24673, Windhoek, Namibia
Tel. +264 - 64 - 69 41 98
Fax +264 - 64 - 69 41 97
joh.henschel@gobabeb.org
Ansprechpartner in Deutschland:
Dr. Margit Enders
Riedeselstraße 16 a
D-82319 Starnberg
Tel. 08151 - 28717 oder 0163 - 914 75 96
margitmenders@aol.com
Eine ausführlichere Porträtierung der Station findet sich im aktuellen Magazin des vdbiol: "biologenheute", Heft 5/6_2006

Dr. Georg Kääb | idw
Weitere Informationen:
http://www.gobabeb.org

Weitere Berichte zu: Forschungsstation Namibia

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Schulraum in Stuttgart mit VLC-Technologie vom Fraunhofer HHI eröffnet
03.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte