Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

19 neue Nachwuchsgruppen

30.11.2006
19 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können als Leiter einer Helmholtz-Hochschul-Nachwuchsgruppe ihre wissenschaftliche Karriere durchstarten. Über einen Zeitraum von fünf Jahren erhalten sie jährlich mindestens 250.000 Euro, um ihre Forschungsprojekte zum Erfolg zu bringen. Das Besondere ist die Tenure-Option: Die Besten haben die Chance auf eine Dauerposition. Insgesamt fördert die Helmholtz-Gemeinschaft bereits 70 solcher Nachwuchsgruppen.

"Mit diesem Programm bietet die Helmholtz-Gemeinschaft jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern eine attraktive Karriereperspektive: frühe wissenschaftliche Selbstständigkeit, sehr gute Arbeitsbedingungen und die Möglichkeit einer Festanstellung", so Professor Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Die 19 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich in einem mehrstufigen Wettbewerbsverfahren mit externen Fachbegutachtungen und Präsentationen vor einer interdisziplinären Jury durchgesetzt. Nach drei bis vier Jahren werden alle Gruppen einer Zwischenevaluation unterzogen. Fällt diese positiv aus, kann dem Gruppenleiter ein unbefristetes Arbeitsverhältnis angeboten werden.

Das Programm dient auch der besseren Vernetzung zwischen Helmholtz-Zentren und den Partnerhochschulen. "Universitäten sind unsere wichtigsten Kooperationspartner. Gemeinsam können wir den Wissenschaftsstandort Deutschland dauerhaft stärken", betont Mlynek. Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler übernehmen akademische Rechte und Pflichten, halten zum Beispiel Vorlesungen und Seminare und können sich so für eine Universitätskarriere qualifizieren. In den nächsten Jahren wird die Helmholtz-Gemeinschaft die Zahl der Helmholtz-Hochschul-Nachwuchsgruppen auf 100 steigern.

Die Kosten werden zur Hälfte aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds des Präsidenten gedeckt, zur anderen Hälfte von den Helmholtz-Zentren getragen. Damit können die Nachwuchsgruppenleiter neben ihrer eigenen Stelle noch in der Regel drei Mitarbeiter sowie Investitionen finanzieren und ihre eigenen Forschungsideen verfolgen.

Besonders erfreulich sei in dieser Ausschreibungsrunde der große Erfolg der Kandidatinnen, sagte Mlynek. Die neun eingereichten Bewerbungen waren so ausgezeichnet, dass alle Wissenschaftlerinnen in die Endrunde kamen. Sechs Frauen leiten nun eine Helmholtz-Hochschulnachwuchsgruppe, vier davon haben Kinder. "Wir arbeiten daran, die Vereinbarkeit von Familie und Wissenschaft weiter zu verbessern", so Mlynek, "denn wir können und wollen nicht auf die Talente von Frauen und Männern verzichten, die Kinder haben."

Zudem gelang es auch, einige Kandidaten durch diese Karriereperspektive aus dem Ausland zurück zu holen, beispielsweise aus renommierten Institutionen wie dem Stanford Linear Accelerator Center, dem Salk Institute oder dem National Laboratory in Los Alamos in den USA, aber auch dem CERN in Genf.

Geförderte Nachwuchsgruppen

Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Dr. Astrid Bracher
Marine phytoplankton observed with global biooptical methods
Deutsche Elektronen-Synchrotron, Dr. Philip Bechtle
Terascale Physics: From Data Taking at LHC to Understanding at ILC
Deutsches Krebsforschungszentrum, Dr. Aurelio A. Teleman
Insulin Signaling in Drosophila melanogaster
Deutsches Krebsforschungszentrum, Dr. Michael Platten
Mechanisms of tumour immune escape and autoimmunity in the central nervous system
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Dr. Christiane Voigt
Impact of Aircraft Emissions on the heteROgeneous chemistry of the TROPopause region
Forschungszentrum Jülich, Dr. Maarten Rolf Wegewijs
Quantum Effects of Molecules on Surfaces
Forschungszentrum Karlsruhe, Dr. Anke-Susanne Müller
Coherent THz Radiation from Ultra-Short Bunches in Electron Storage Rings
GKSS-Forschungszentrum, Dr.-Ing. Dominique de Figueiredo Gomes
Development of Functionalized Polyoxadiazole Nanocomposites
GKSS-Forschungszentrum, Dr. Moritz Lehmann
Biogeochemical cycles and fluxes
Gesellschaft für Schwerionenforschung, Dr. René Reifarth
Proton-Induced Reactions for Astrophysical Nucleosynthesis
Gesellschaft für Schwerionenforschung, Dr. Carsten P. Welsch
Low-Energy Antiproton and Ion Research with an Ultra-low energy Storage Ring at FAIR
Gesellschaft für Schwerionenforschung, Dr. Laura Fabbietti
Search for K Nuclear Clusters and rare resonances in Nuclear Collisions at SIS 18
Gesellschaft für Schwerionenforschung, Dr. Robert Grisenti
Development of Cryogenic Liquid Microjet Sources for Fundamental Applications in Nuclear, Atomic, Plasma, and Condensed Matter Physik
Gesellschaft für Schwerionenforschung, Dr. Christian S. Fischer
Nonperturbative phenomena in QCD; Glueballs, Mesons and QGP
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ, Dr. Tobias Polte
Leipzig Study on the Role of Indoor Pollutants in Allergy Development
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ, Dr. Martin Thullner
Geomicrobial Reactive Transport Systems: Model Development and Environmental Applications
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Dr. Christiane Ritter
Virulence and prion properties of functional amyloids utilized by microorganisms
Max-Delbrück-Centrum Berlin-Buch, Dr. Matthias Selbach
Experimental Systems Biology of Cell Signalling
Max-Delbrück-Centrum Berlin-Buch, Dr. Oliver Daumke
Structure and Membrane Interaction of GTP-binding Proteins
Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,2 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Ansprechpartner für die Medien:

Thomas Gazlig
Dipl.-Biol./Dipl.-Journ.
Leiter Kommunikation und Medien
Büro Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Straße 2
10178 Berlin
Tel/Fax: 030 206 329-57/60
presse@helmholtz.de
Dr. Antonia Rötger
Pressereferentin
Tel: 030 206329-38
antonia.roetger@helmholtz.de

Thomas Gazlig | idw
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz.de

Weitere Berichte zu: Nachwuchsgruppe Schwerionenforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitales Know-how für den Mittelstand: Uni Bayreuth entwickelt neuartiges Weiterbildungsprogramm
28.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Physik-Didaktiker aus Münster entwickeln Lehrmaterial zu Quantenphänomenen
22.09.2017 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise