Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Meilenstein für Studierende und die Wissenschaft in Deutschland

20.11.2006
Einigung im Hochschulpakt 2020 erreicht

In ihrer heutigen BLK-Sitzung haben sich die Wissenschaftsministerinnen und -minister von Bund und Ländern einstimmig über die Eckpunkte für die Ausgestaltung des Hochschulpaktes 2020 geeinigt und legen diese nunmehr den Regierungschefs von Bund und Ländern zur Beschlussfassung am 13. Dezember 2006 vor.

Der Hochschulpakt beruht auf den beiden Programmlinien "Lehre" und "Einführung von Programmpauschalen für die DFG":

In der Säule "Lehre" verpflichten sich die Länder bis zum Jahr 2010 zur Aufnahme von ca. 90.000 zusätzlichen Studienanfängern. Der Bund stellt hierfür 565 Mio. Euro bis 2010 zur Verfügung. Die Kosten werden mit 22.000 Euro je zusätzlichem Studienplatz verteilt auf vier Jahre kalkuliert, die zur Hälfte vom Bund finanziert werden.

Die deutschen Hochschulen müssen sich in ihren Forschungsleistungen im internationalen Vergleich noch stärker profilieren. Forschungsintensität und -exzellenz müssen auch dann gesteigert werden, wenn ein weiterer Anstieg an Studierenden die Hochschulen vor zusätzliche Herausforderungen stellt. Dem wird mit der zweiten Säule des Hochschulpaktes "Einführung von Programmpauschalen" (Overhead) Rechnung getragen.

Einzelheiten hierzu ergeben sich aus der Anlage.

Frau Bundesministerin Annette Schavan: "Die heutige Einigung ist ein Meilenstein für die Hochschulen in Deutschland. Damit sind wir gut aufgestellt für die nächsten Jahre und können das Potential der zu erwartenden 90.000 zusätzlichen Studienanfänger nutzen." Der A-Koordinator Minister Prof. Dr. Jürgen Zöllner: "Die erste Bewährungsprobe für die Zusammenarbeit von Bund und Ländern nach der Föderalismusreform ist bestanden: Den Nutzen haben die Studierenden und die Wissenschaft." Der B-Koordinator Minister Prof. Dr. Jan Olbertz: "Die Einbindung der Potentiale der neuen Länder führt zu einer gesamtstaatlichen Lösung der Zukunftsaufgabe, ausreichend Studienplätze für die junge Generation bereitzustellen."

Anlage

1. Programmlinie Lehre

Die Verteilung der Mittel unter den Ländern erfolgt in den Jahren 2007 und 2008 über den so genannten Königsteiner Schlüssel. Die Länder stellen hierzu die Gesamtfinanzierung sicher. Ab dem Jahr 2009 wird für den gesamten Förderzeitraum "spitz" abgerechnet auf der Grundlage der gegenüber 2005 zusätzlich aufgenommenen Studienanfänger. Damit wird gewährleistet, dass die Gelder des Bundes letztendlich dorthin fließen, wo zusätzliche junge Menschen ihr Studium aufnehmen.

Sonderregelungen bestehen für die neuen Länder (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt) und für die Stadtstaaten:

- Die neuen Länder erhalten angesichts ihrer demographischen Besonderheiten in den Jahren 2007 bis 2010 eine Pauschale von insgesamt 15 % der vom Bund jährlich zur Verfügung gestellten Mittel dieser Säule. Im Gegenzug verpflichten sie sich, die Studienanfängerzahlen auf der Basis des Jahres 2005 auch in den Folgejahren sicher zustellen.

- Die Länder Bremen und Hamburg erhalten zusammen 3,5 % der vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel unter der Voraussetzung, dass die Studienanfängerzahlen auf der Basis des Jahres 2005 sichergestellt werden. Darüber hinaus gehende Studienanfängerzahlen werden wie die der anderen Länder finanziert.

- Einig sind sich die Wissenschaftsministerinnen und -minister von Bund und Ländern auch darüber, dass Berlin eine Pauschale von 4 % der jährlich vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel erhalten soll. Offen ist zurzeit wegen der besonderen Situation Berlins nur noch die genaue Zahl der von Berlin im Gegenzug zu erhaltenden Studienanfängerplätze (zwischen 18.400 und 19.500).

Bei der Verwendung der Fördermittel werden die Länder besondere Schwerpunkte setzen: z.B. bei der Erhöhung des Anteils der Studienanfängerplätzen an Fachhochschulen, beim Ausbau des Frauenanteils bei Professuren oder bei der Einführung neuer, lehrbezogener Personalkategorien ("Lecturer").

2. Programmlinie Overhead

Die deutschen Hochschulen müssen sich in ihren Forschungsleistungen im internationalen Vergleich noch stärker profilieren. Forschungsintensität und -exzellenz müssen auch dann gesteigert werden, wenn ein weiterer Anstieg an Studierenden die Hochschulen vor zusätzliche Herausforderungen stellt. Dem wird mit der zweiten Säule des Hochschulpaktes "Einführung von Programmpauschalen" (Overhead) Rechnung getragen: über den Einstieg in die Vollkostenfinanzierung von Forschungsprojekten wird die universitäre Forschung nachhaltig gestärkt. Dabei sollen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekte ein Plus von 20 % der Fördersumme erhalten. In den Jahren 2007 bis 2010 trägt der Bund die anfallenden Finanzierungskosten zu 100 %. Der Overhead wird ab 2007 für Sonderforschungsbereiche, Forschungszentren, Graduiertenkollegs gewährt, ab dem Jahr 2008 auch für sonstige neue DFG-geförderte Forschungsvorhaben.

Friedrich-Ebert-Allee 38 * 53113 Bonn * Telefon: (0228) 5402-122 * Telefax: (0228)-5402-160 * E-Mail: presse@blk-bonn.de; URL: http://www.blk-bonn.de

Maria Adler | idw
Weitere Informationen:
http://www.blk-bonn.de

Weitere Berichte zu: Hochschulpakt Meilenstein Studienanfängerzahl

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Zukunft des Leichtbaus: Mehr als nur Material einsparen

23.08.2017 | Veranstaltungen

Logistikmanagement-Konferenz 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Spot auf die Maschinerie des Lebens

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Die Sonne: Motor des Erdklimas

23.08.2017 | Physik Astronomie

Entfesselte Magnetkraft

23.08.2017 | Physik Astronomie