Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Max-Planck-Gesellschaft übernimmt Verantwortung für caesar

17.11.2006
Der Stiftungsrat von caesar (center of advanced european studies and research) hat in seiner heutigen Sitzung in Bonn die Voraussetzungen geschaffen, damit die Max-Planck-Gesellschaft die Verantwortung für das Bonner Forschungszentrum übernehmen kann. Durch die Änderung der Stiftungssatzung ermöglicht der Stiftungsrat die wissenschaftliche und institutionelle Neuausrichtung von caesar nach den international anerkannten Prinzipien der Max-Planck-Gesellschaft. Zu kommissarischen Direktoren von caesar hat der Stiftungsrat die Max-Planck-Wissenschaftler Herbert Waldmann und Erwin Neher ernannt.

"Heute hat der Stiftungsrat die Weichen für die künftige Entwicklung von caesar gestellt. Er hat der Max-Planck-Gesellschaft das Vertrauen ausgesprochen, damit wir das Ziel der Stifter umsetzen können: caesar durch neue wissenschaftliche Schwerpunkte und institutionelle Reformen nach den in der Max-Planck-Gesellschaft bewährten Grundsätzen zukunftsfest zu machen", erläuterte Prof. Peter Gruss, der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, im Anschluss an die Sitzung.

Wie in den Max-Planck-Instituten werden die wissenschaftlichen Abteilungen des Forschungszentrums caesar künftig jeweils von einem Direktor geleitet. Die Auswahl erfolgt nach dem Berufungsverfahren der Max-Planck-Gesellschaft, ihre Bestellung nimmt der Stiftungsrat vor. "Die Direktoren sind im Rahmen der Stiftungszwecke in ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit frei und unterliegen keiner Beschränkung hinsichtlich der Themen- und Methodenwahl" - mit diesen Worten bringt die neue Satzung ein wesentliches Grundprinzip der Max-Planck-Gesellschaft auf den Punkt. Die Direktoren bilden künftig gemeinsam mit dem kaufmännischen Geschäftsführer den Stiftungsvorstand.

Für caesar gelten künftig auch die Regelungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Sicherung wissenschaftlicher Exzellenz: Das Forschungszentrum erhält einen Fachbeirat aus international anerkannten Wissenschaftlern, der die Forschungsleistungen der Stiftung regelmäßig begutachtet. Auf dieser Basis spricht er auch Empfehlungen aus zur künftigen wissenschaftlichen Entwicklung und zum effektiven Ressourceneinsatz. Ein Kuratorium, dessen Mitglieder aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und den Medien stammen, soll - wie bei den Max-Planck-Instituten - die Verbindung zwischen der Stiftung und ihrem gesellschaftlichen Umfeld fördern.

Da die Max-Planck-Gesellschaft die volle Verantwortung für den künftigen Erfolg der Stiftung caesar übernehmen soll, erhält sie auch eine Stimmenmehrheit im Stiftungsrat. Die damit verbundene Entscheidungsbefugnis auch in grundlegenden Fragen der Strategie betonte Präsident Gruss als conditio sine qua non für das Engagement der Max-Planck-Gesellschaft bei caesar.

Bund, Land Nordrhein-Westfalen, Wirtschaft und die Stadt Bonn sind weiterhin im Stiftungsrat vertreten. Die Oberbürgermeisterin der Stadt sowie jetzt auch der Rektor der Universität Bonn haben Sitz- und Stimmrecht im Stiftungsrat, damit die regionale Vernetzung von caesar sichergestellt ist. Ausdrücklich bestätigt die neue Satzung den Namen der "Stiftung caesar", ihre Form als rechtsfähige Stiftung privaten Rechts sowie ihren Sitz in Bonn.

Erfreut zeigte sich Präsident Gruss auch über die Ernennung der zwei von ihm vorgeschlagenen Max-Planck-Wissenschaftler zu kommissarischen Direktoren des Forschungszentrums: Prof. Herbert Waldmann (49), Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie in Dortmund, wird geschäftsführende Aufgaben übernehmen. Dabei erhält er - insbesondere in wissenschaftlichen Fragen - Unterstützung von Prof. Erwin Neher (62), dem Medizin-Nobelpreisträger des Jahres 1991 und Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen.

Präsident Gruss rechnet damit, dass nach einer etwa einjährigen Übergangsphase mit kommissarischer Leitung der erste Direktor zum Jahresbeginn 2008 seine Arbeit aufnehmen wird. Die zwei weiteren Direktoren sollen ab 2009 bei caesar tätig sein, unterstützt von zwei unabhängigen Forschungsgruppen. Eine weitere Forschungsgruppe markiert mit ihrer Arbeitsaufnahme zu Beginn des Jahres 2010 den Abschluss des Umstrukturierungsprozesses bei caesar.

"Ich bin überzeugt, dass sich caesar zu einem international sichtbaren Leuchtturm in den Neurowissenschaften entwickeln wird, wovon die Stadt Bonn und die gesamte Region profitieren werden", erklärte Peter Gruss. Großer Wert wird dabei auf die Verbindung von Neuro- und Ingenieurwissenschaften gelegt, die neue Erkenntnisse vor allem auf den Gebieten der Neuroregeneration, Neurosensorik und Neuroprothetik bringen soll. Ein "Inkubator", also eine Ausgründungsplattform, unterstützt künftig den Wissens- und Technologietransfer (TT) von der Grundlagenforschung hin zur industriellen Anwendung. An der neuen Inkubator-GmbH werden caesar, private Investoren und das TT-Tochterunternehmen der Max-Planck-Gesellschaft, die Max-Planck-Innovation GmbH, beteiligt sein. "Der Inkubator bietet uns eine einmalige Chance, die Lücke im Ausgründungsprozess und damit die Wertschöpfungskette von der Grundlagenforschung bis zum marktfähigen Produkt zu schließen", so der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft.

Dr. Andreas Trepte | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de/

Weitere Berichte zu: Grundlagenforschung Max-Planck-Institut Stiftungsrat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau