Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bewilligung der DFG-Forschergruppe "Governance der Forschung" bis 2009

09.11.2006
Im Mai 2006 wurde die im Juli 2003 erstmals eingerichtete Forschergruppe "Internationale Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsfähigkeit von Universitäten und Forschungseinrichtungen - Neue Governanceformen" von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) positiv begutachtet und ihre Fortführung für weitere drei Jahre bewilligt (01.12.2006 bis 30.11.2009).

Zwei der insgesamt acht bewilligten Projekte sind am Deutschen Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung (FÖV) angesiedelt. Dazu gehören das zentrale Koordinationsprojekt sowie das Projekt "Organisationale, nationale und europäische Einflüsse auf die Netzwerkstrategie und Netzwerkfähigkeit von Forschungsgruppen". Beide Projekte werden von der Sprecherin der Forschergruppe, Prof. Dr. Dorothea Jansen, geleitet. Die Gutachter bescheinigten der interdisziplinären Forschergruppe ein hohes Niveau an Verständigung und fruchtbarer Zusammenarbeit.

Seit drei Jahren untersucht die Forschergruppe die Reformen im deutschen Wissenschaftssystem systematisch, empirisch und theoretisch, aus der Perspektive der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Ziel ist die Entwicklung einer Theorie mittlerer Reichweite aus deren Umsetzung Gestaltungsoptionen für die Governance von Forschung hervorgehen sollen. Sowohl anwendungs- als auch grundlagenorientierte Forschungsorganisationen werden hierzu näher betrachtet.

Bislang konnte die Forschergruppe lediglich geringe Auswirkungen der unterschiedlichen Reformmaßnahmen auf das Handeln der Akteure im Forschungssektor aufdecken. Vor allem für den Universitätsbereich lässt sich für Deutschland ein Reformrückstand im Vergleich mit anderen europäischen Ländern hinsichtlich der angestrebten Stärkung des internen Managements feststellen. Eine wichtige Ausnahme bildet der Bereich der Finanzierung, für die sowohl für Universitäten wie für die außeruniversitäre Forschung erhebliche Veränderungen zu konstatieren sind. Grundfinanzierungsmittel werden extern und intern zunehmend an Zielvereinbarungen geknüpft, teils auch im Wettbewerb vergeben. Externe Drittmittel gewinnen vor allem auf der Mikroebene der Forschung zunehmend an Bedeutung für die Ausrichtung von Forschungslinien, das Eingehen von Kooperationen, sowie die Entstehung von Netzwerken. Insbesondere die EU als Drittmittelgeber gewinnt an Einfluss.

Die verschiedenen Teilprojekte haben sich für die nächsten drei Jahre zum Ziel gesetzt, die mittel- und langfristigen Auswirkungen der Reformen zu erforschen und die Ursachen für die bisher zögerlichen Effekte der Reform zu untersuchen. Ein wichtiger Aspekt ist in der Langfristbetrachtung auch die Abschätzung des Einflusses der verschiedenen Governanceinstrumente auf die Forschungsleistungen, die Performanz von Forschung. Wichtige weitere Forschungsfragen sind (1) die Konsequenzen der wachsenden Bedeutung von Drittmitteleinwerbung und Drittmittelwettbewerb für die Forschung, (2) die Analyse der Rolle von alten und neuen intermediären Organisationen für die Ausgestaltung dieses Drittmittelwettbewerbs (z.B. Evaluationsagenturen, Institutionen zur Definition und Sicherung von Qualitätsstandards, Institutionen der Forschungsförderung) sowie (3) die wachsende Rolle der EU im Bereich der Forschungsförderung und ihr Verhältnis zu nationalen Akteuren der Forschungspolitik und Forschungsförderung. Leitende These hierbei ist, dass ein Wettbewerb verschiedener Governancereformen in Europa stattfindet. Ob dieser Wettbewerb zu einer stärkeren Heterogenität oder eher zu einer Harmonisierung der Governance von Forschung in Europa führt und wie dies auf die Performanz von Forschung wirkt, ist eine weitere offene Forschungsfrage.

Insgesamt wurden acht Teilprojekte bewilligt. Zusätzlich zu dem am FÖV angesiedelt Projekt zu Netzwerkstrategien und Netzwerkfähigkeit von Forschungsgruppen befassen sich weitere sozialwissenschaftliche Projekte mit den Themen der Kooperation heterogener Partner im internationalen Forschungs- und Innovationssystem unter der Leitung von Stefan Kuhlmann (Twente) sowie dem Management- und Selbstverwaltungsmodell der Universitäten, insbesondere einem Vergleich von Entscheidungsprozessen, geleitet von Uwe Schimank (Hagen), Jürgen Enders (Twente) und Barbara Kehm (Kassel). Ein rechtswissenschaftliches Projekt von Hans-Heinrich Trute (Hamburg) widmet sich dem Einfluss externer Governance auf nationaler und EU-Ebene auf die Regelungsstrukturen universitärer Forschung. Der wirtschaftswissenschaftliche Fokus wird von Dieter Sadowski (Trier) mit dem Thema der Förderung wissenschaftlichen Nachwuchses als Kollektivgut sowie von Kerstin Pull (Tübingen) und Uschi Backes-Gellner (Zürich) vertreten. Sie gehen der Fragen nach, inwiefern sich die Zusammensetzung von DFG-Graduiertenkollegs auf die Forschungsperformanz auswirkt.

Ferner wurden zwei Zentralprojekte bewilligt, neben dem Koordinationsprojekt der Sprecherin ein von Ulrich Schmoch (Fraunhofer ISI Karlsruhe) geleitetes Projekt zur bibliometrischen Datenanalyse. Die Kommunikation und Zusammenarbeit der Teilprojekte wird durch regelmäßige Workshops, gemeinsame Datenbanken und eine Intranetplattform gesichert. Das zentrale Koordinationsprojekt dient dabei der Integration der (Zwischen-) Ergebnisse sowie der Weiterentwicklung des gemeinsamen theoretischen Rahmens. Ebenso werden gemeinsame Publikationsprojekte koordiniert.

Die Umsetzung der gegenstandsspezifischen Theorie mittlerer Reichweite zur Governance von Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie der Transfer der Ergebnisse in die Praxis erfolgt u. a. unter Beteiligung des Zentrums für Wissenschaftsmanagements (ZWM), einem strategischen Partner des FÖV. Gestaltungsoptionen sollen in den Reformprozess zurückgekoppelt werden.

Abschluss der ersten Phase der Forschergruppe und Auftakt der zweiten Phase bildet eine internationale Konferenz, die am 14. und 15. März 2007 an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin veranstaltet wird. Nähere Informationen zur Forschergruppe, den einzelnen Teilprojekten und über die geplante Konferenz sind der Homepage der Forschgruppe zu entnehmen: http://www.foev-speyer.de/governance/.

Ansprechpartner: Prof. Dr. Dorothea Jansen, LS_jansen@dhv-speyer.de, Tel. 06232/654-364 Wissenschaftliche Koordinatorin: Dipl.-Kffr. Heide Klug, Tel. 06232/654-396

Dr. Klauspeter Strohm | idw
Weitere Informationen:
http://www.dhv-speyer.de
http://www.foev-speyer.de/governance/

Weitere Berichte zu: Forschungsförderung FÖV Governance Koordinationsprojekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie