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Helmholtz-Forschung für Europa

03.11.2006
Das "European Strategy Forum on Research Infrastructures" (ESFRI) hat 35 Großforschungsprojekte identifiziert, die für die europäische Forschungsinfrastruktur in den nächsten Jahrzehnten von großer Bedeutung sein werden. "Bei etwa der Hälfte der nun ausgewählten Projekte sind Helmholtz-Zentren beteiligt, ein Beleg für die tragende Rolle, die unsere Großforschungsvorhaben für Europa spielen", sagte Professor Dr. Jürgen Mlynek, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft.

Wichtige Ziele auf der nun erarbeiteten Roadmap für die Zukunft Europas sind zum Beispiel der europäische Freie-Elektronen-Röntgenlaser XFEL, der Teilchenbeschleuniger FAIR und das Forschungsschiff "Aurora Borealis". Alle drei Großforschungsprojekte werden unter Federführung der Helmholtz-Gemeinschaft geplant und sind auch bereits vom deutschen Wissenschaftsrat positiv bewertet worden. Diese Projekte können nicht allein durch Bund und Länder finanziert werden, sondern nur in internationaler Kooperation. XFEL und FAIR werden jeweils um eine Milliarde Euro kosten, die Aurora Borealis um die 360 Millionen Euro. "Auch auf europäischer Ebene wird gesehen, dass wir in der Helmholtz-Gemeinschaft Erfahrung im Management sehr großer und komplexer Projekte haben und diese auch erfolgreich realisieren können", so Mlynek.

Der europäische Freie-Elektronen-Röntgenlaser XFEL wird beim Helmholtz-Zentrum DESY in Hamburg aufgebaut und völlig neue Einblicke in das Geschehen auf molekularer und atomarer Ebene ermöglichen. Durch die extrem kurzen und hochenergetischen Lichtblitze lassen sich zum Beispiel chemische Reaktionen filmen oder biologische Prozesse in der Zelle beobachten. Der Bau der Ionenbeschleunigeranlage FAIR an der Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt wird für das Verständnis des atomaren Aufbaus der Materie von Bedeutung sein. Die "Aurora Borealis" soll unter Federführung des Helmholtz-Zentrums Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung entwickelt werden und die ganzjährige Erforschung der Arktis ermöglichen. Der Eisbrecher wird eine Tiefseebohranlage und Labortechnik an Bord haben, um vor Ort Tiefbohrungen auszuführen.

Von den insgesamt 35 Projekten sind Helmholtz-Zentren auch an 13 weiteren Projekten beteiligt. Insgesamt sind also 16 von 35 Zielen auf der Roadmap ganz oder wesentlich durch Helmholtz-Zentren getragen. In der Roadmap wird außerdem auf die Teilchenphysik-Projekte des CERN Strategy Council verwiesen (Large Hadron Collider und International Linear Collider), an denen das DESY ebenfalls beteiligt ist.

... mehr zu:
»AWI »DESY »European »FZJ »GSF
Weitere Informationen:
Der ESFRI-Bericht im Netz: http://cordis.europa.eu/esfri/home.html
Projekt, Helmholtz-Zentrum, Beschreibung, Baukosten in Mio €
Aurora Borealis, AWI, European Polar Research Icebreaker, 360 Mio €
EMSO, AWI, Multidisciplinary seafloor observatory, 150 Mio €
EURO-ARGO, AWI, Ocean observing buoy system, 76 Mio €
EU-FAR, AWI, Long range tropospheric aircraft, 50 - 100 Mio €
XFEL, DESY, Hard X-ray Free Electron Laser, 986 Mio €
IRUVX-FEL, DESY, Infrared to soft X-rays complementary Free Electron Lasers, 760 Mio €
IAGOS, FZJ, Climate Change Observation from aircrafts, 20 Mio €
EU-HPC, FZJ, Integrated European High Power Computing, 200-400 Mio €
ESRF-Upgrade, FZJ, Upgrade of the European Synchrotron Radiation Facility, 230 Mio €
ESS, FZJ, HMI,European Spallation Source for Neutron spectroscopy, 1050 Mio €
IFMIF, FZK, International Fusion Materials Irradiation Facility, 855 Mio €
INFRAFRONTIER, GSF, Distributed Infrastructure for archiving and phenotyping of mice as models for studying human diseases, 320 Mio €
European Biobanking, GSF, 170 Mio €
LIFE-WATCH, GSF, Infrastructure for research on the protection, management and sustainable use of biodiversity, 370 Mio €
FAIR, GSI, Facility for Antiproton and Ion Research, 1186 Mio €
EATRIS, HZI, DKFZ, GSF, Netzwerk aus Translationszentren, 255 Mio €
Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,2 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

Thomas Gazlig | idw
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz.de

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