Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn es mit der Lehrstelle nicht geklappt hat: Was machen eigentlich Jugendliche ohne Ausbildungsplatz?

26.10.2006
Mit ihrer Entscheidung, etwas anderes als die eigentlich gewünschte betriebliche Lehre zu beginnen, tragen viele Jugendliche zur Entlastung des Lehrstellenmarktes bei.

Sie wählen Alternativen und machen zum Beispiel Praktika, beginnen zu jobben oder gehen wieder zur Schule. Eine neue Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt, dass dies aber nur selten freiwillig geschieht.

Viele dieser alternativ verbliebenen Bewerber/-innen be-finden sich - obwohl sie offiziell als "vermittelt" gelten - weiter auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Nur von einem knappen Drittel kann behauptet werden, ihr alternativer Verbleib entspreche weitgehend ihren eigenen Bildungswünschen. Ein weiteres Drittel hat den aktuellen Verbleib nicht angestrebt, sich aber mit der jetzigen Situation innerlich arrangiert. Das restliche Drittel sieht sich dagegen eher in einer "Notsituation".

In diesem Jahr dürften nach den vorläufigen Meldungen der Kammern bis Ende September rund 560.000 bis 570.000 Jugendliche einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben. Rund 365.600 dieser erfolgreichen Lehrstellenbewerber/-innen waren bei den Arbeitsagenturen erfasst, die insgesamt 763.100 Bewerber/-innen registrierten. Mehr als die Hälfte - fast 400.000 Jugendliche - fanden aufgrund der angespannten Situation auf dem Ausbildungsstellenmarkt keine Lehrstelle. Davon gelten 49.500 als "noch nicht vermittelt". Die übrigen rund 348.000 hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits für eine Alternative entschieden.

... mehr zu:
»Ausbildungsplatz »Lehrstelle

Um das Verhalten, die Motive und die Lage der Bewerber/-innen näher zu beleuchten, führt das BIBB in Zusammenarbeit mit der BA regelmäßig repräsentative Befragungen durch. Die letzte, Ende 2004 durchgeführte Untersuchung widmete sich u. a. ausführlich der Situation der "alternativ Verbliebenen". Auch damals begann knapp die Hälfte der Jugendlichen etwas anderes als eine Lehre:

· Etwa jede/r Dritte fiel völlig aus dem Bildungssystem heraus: 5 % hatten eine Arbeitsstelle angenommen, 6 % jobbten und 19 % waren arbeitslos. Bei der letztgenannten Gruppe waren dies häufig Jugendliche, die zur Überbrückung einen Job gesucht hatten, dabei aber erfolglos blieben.

· Viele nahmen weitere Bildungsaktivitäten auf: Rund 30 % beteiligten sich an Bildungsgängen zur beruflichen Orientierung und Grundbildung (vor allem berufsbildende Schulen und berufsvorbereitende Maßnahmen). 9 % besuchten erneut eine allgemein bildende Schule und 4 % befanden sich in einem Praktikum.

· Einem Teil der Jugendlichen gelang es, einen Ausbildungsplatz zu finden: 11 % machten eine Lehre. Weitere 5 % begannen eine rein schulische Berufsausbildung und 3 % studierten. Rund 19 % begannen somit doch noch eine voll qualifizierende Ausbildung.

Wirklich zufrieden mit ihrer Situation sind laut Studie nur die Jugendlichen, die sich in einer voll qualifizierenden Ausbildung befinden. Überwiegend positiv wird auch ein erneuter Schul-besuch bewertet. Berufsvorbereitende Maßnahmen, das schulische Berufsvorbereitungsjahr sowie Praktika sind dagegen bei den Jugendlichen nur selten erste Wahl. Dennoch werden sie von vielen - nach einiger Zeit zumindest - als sinnvolle Überbrückung akzeptiert.

Sehr negativ werden hingegen alle Alternativen bewertet, die außerhalb des Bildungssystems liegen. So empfinden zum Beispiel auch rund zwei Drittel der Jugendlichen, die in eine reguläre Arbeitsstelle einmündeten, dies lediglich als Überbrückung, Notlösung oder Sackgasse.

Die Ergebnisse der BA/BIBB-Bewerberbefragung sind erschienen in
Eberhard, Verena; Krewerth, Andreas; Ulrich, Joachim Gerd (Hrsg.):
Mangelware Lehrstelle. Zur aktuellen Lage der Ausbildungsplatzbewerber in Deutschland.
Vertriebsadresse:
W. Bertelsmann Verlag GmbH und Co. KG
Postfach 10 06 33 Tel.: 0521 / 9 11 01-11
33506 Bielefeld Fax: 0521 / 9 11 01-19
Bestell-Nr. 102.279 E-Mail: service@wbv.de
ISBN 3-7639-1087-5
Preis: 24,90 Euro
Weitere Informationen und Tabellen zum alternativen Verbleib der Jugendlichen sind im In-ternetangebot des BIBB abrufbar unter http://www.bibb.de/de/27399.htm
Inhaltliche Auskünfte im BIBB erteilt:
Andreas Krewerth, Tel.: 0228 / 107-1110; E-Mail: krewerth@bibb.de

Andreas Pieper | idw
Weitere Informationen:
http://www.bibb.de/de/27399.htm

Weitere Berichte zu: Ausbildungsplatz Lehrstelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Physik-Didaktiker aus Münster entwickeln Lehrmaterial zu Quantenphänomenen
22.09.2017 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

nachricht Meilenstein in der Forschung: Enabling Innovation
06.09.2017 | Rheinische Fachhochschule Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops