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Ingenieurinnen und Naturwissenschaftlerinnen - neue Chancen zwischen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft

24.01.2002


Barrieren auf dem Weg von Frauen in technische und naturwissenschaftliche Studiengänge und Berufe zu beseitigen, ist mittlerweile ein gesellschaftspolitisch unumstrittenes Ziel. Der Mangel an hoch qualifizierten technisch-naturwissenschaftlichen Fachkräften sowie die im Zuge des Strukturwandels der Wirtschaft und der technischen Innovationsprozesse veränderten Anforderungsprofile an diese Berufsgruppe richten den Blick auf neue Zielgruppen - insbesondere junge, technisch begabte Frauen. Wie steht es aber um die berufliche Wirklichkeit von Ingenieurinnen und Naturwissenschaftlerinnen? Bislang war man auf mehr oder weniger vage Vermutungen und Einzelaussagen angewiesen. Erstmals steht diese Frage nun im Zentrum einer - vom BMBF geförderten - bundesweit repräsentativen HIS-Untersuchung des Verlaufes der beruflichen Integration dieser Hochschulabsolventinnen.

Die Untersuchung macht deutlich, dass Frauen aus technischen und naturwissenschaftlichen Studiengängen in den klassischen Industriesektoren und im verarbeitenden Gewerbe nach wie vor stark unterrepräsentiert sind, jedoch in den Branchen des Dienstleistungsgewerbes in erheblichem Umfang Beschäftigung finden. Trotz mancher Nachteile, die Ingenieurinnen und Naturwissenschaftlerinnen - insbesondere unter der Bedingung der Mutterschaft - in der Arbeitswelt immer noch hinnehmen müssen, sind die beruflichen Perspektiven dieser hochqualifizierten weiblichen Fachkräfte nicht schlechter, sondern in vieler Hinsicht etwas besser, als die Chancen von Frauen mit anderen Studienabschlüssen.

Will man den Mangel an technisch-naturwissenschaftlichen Fachkräften mindern, geht kein Weg an den entsprechend begabten und geneigten Frauen vorbei. Um dieses durchaus vorhandene, bislang vernachlässigte Potenzial zu gewinnen, bedarf es erheblicher Anstrengungen auf Seiten der Hochschulen, die Studiengänge attraktiver zu machen und der Unternehmen, die Arbeitsbedingungen für Eltern zu verbessern und überkommene Benachteiligungen von Frauen zu beseitigen. Die Untersuchung weist nach, dass dies in modern-globalisierten Betrieben ansatzweise besser gelingt als in unmodern-hierarchischen Betrieben des vergehenden Industriezeitalters.

Karl-Heinz Minks | ots

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