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Gute Hochschul-Infrastruktur in Ostdeutschland nutzen, nicht abbauen!

19.10.2006
Das Deutsche Studentenwerk (DSW) ruft die Regierungen der neuen Bundesländer auf, gemeinsam mit den ostdeutschen Studentenwerken die gut ausgebaute Hochschul-Infrastruktur als Trumpf im künftigen Wettbewerb um Studierende zu begreifen.

Bei ihrer Profilbildung sollten die Hochschulen in Osten des Landes zudem einen klaren Schwerpunkt auf exzellente soziale Studienbedingungen legen, rät der Dachverband der 61 Studentenwerke in Deutschland. DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde sagte gestern Abend auf einer Feier zum 15jährigen Bestehen des Studentenwerks Jena-Weimar in Jena:

"Gute Forschung und Lehre sind das Rückgrat jeder Hochschule, aber gute soziale und wirtschaftliche Studienbedingungen können im Wettbewerb um die Studierenden den entscheidenden Unterschied machen. Die Service- und Beratungsangebote der Studentenwerke müssen Teil jedes Hochschul-Marketings sein." Als Beispiele nannte Meyer auf der Heyde das studentische Wohnen, die Hochschulgastronomie, Kultur- und Freizeitangebote sowie eine individuelle Beratung und Betreuung.

Gegenüber ihren west- und insbesondere süddeutschen Pendants hätten die ostdeutschen Hochschulen die "einmalige Chance", in ihrer Profilbildung neue Akzente zu setzen und zusammen mit den Studentenwerken neue, "attraktive Formen des studentischen Lebens und Arbeitens" zu entwickeln, so der Generalsekretär des Dachverbands der 61 Studentenwerke in Deutschland.

Vor mehr als 200 Gästen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft regte er in Jena als Beispiel eine bundesweite, offensive Werbekampagne der Thüringer Hochschulen und des künftigen Studentenwerks Thüringen an. "Eine bundesweit einmalige Campus-Kultur, getragen von Hochschulen und Studentenwerken, bessere und mehr Betreuungs- und Beratungsangebote - das hätte sicher eine große Anziehungskraft auf jene jungen studierwilligen Menschen, die vielleicht im Westen und Süden des Landes angesichts flächendeckender numeri clausi vor verschlossenen Türen stehen."

Hintergrund von Meyer auf der Heydes Aufruf sind jüngste Befürchtungen, dass sich die Zahl der Studierenden in den neuen Bundesländern entgegen des allgemeinen Trends in den nächsten Jahren stark rückläufig entwickeln könnte. "In dieser Situation Studienplätze abzubauen, wäre das Falscheste, was man tun kann", betonte Meyer auf der Heyde, "man muss die gut ausgebaute Hochschul-Infrastruktur in Ostdeutschland gerade angesichts der langfristigeren demographischen Entwicklung als Chance begreifen und jetzt auf keinen Fall aus kurzfristigen finanziellen Erwägungen Lehrkapazitäten abbauen." Vielmehr müsse es darum gehen, die Stärken der ostdeutschen Hochschulen herauszustellen und zusammen mit den Studentenwerken "selbstbewusst und offensiv Studierende aus dem ganzen Land anzuziehen." Für die ostdeutschen Studentenwerke sieht Meyer auf der Heyde eine "historisch einmalige Chance", sich mit ihrer in nur fünfzehn Jahren Arbeit erworbenen Innovationsfähigkeit als starke Partner der Hochschulen in einen solchen Prozess einzubringen.

Ab 2007 Studentenwerk Thüringen

Die bisherigen Studentenwerke Jena-Weimar und Erfurt-Ilmenau werden im kommenden Jahr zum Studentenwerk Thüringen zusammengeführt. Nach Berechnungen des Deutschen Studentenwerks wird es mehr als 50.000 Studierende betreuen, mehr als 500 Beschäftigte zählen und etwa 30 Millionen Euro erwirtschaften, 6.000 Mensaplätze und 8.000 Wohnheimplätze anbieten, sechs Kitas mit 350 Plätzen betreiben und schätzungsweise 70 Millionen Euro BAföG an jene Studierenden auszahlen, deren Eltern sich das Studium ihrer Kinder sonst nicht leisten könnten.

Kontakt: Stefan Grob, Tel. 030/29 77 27 20, E-Mail: stefan.grob@studentenwerke.de

Stefan Grob | idw
Weitere Informationen:
http://www.studentenwerke.de/

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