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Wissenschaftsrat verabschiedet Stellungnahme zur BTU Cottbus

21.01.2002


Der Wissenschaftsrat hat eine Stellungnahme zur Struktur- und Entwicklungsplanung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU Cottbus) verabschiedet. Damit liegen nun Stellungnahmen zu allen drei Universitäten des Landes Brandenburg vor, nachdem sich der Wissenschaftsrat 1999 zur Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder und im Jahr 2000 zur Universität Potsdam geäußert hat.

Der Wissenschaftsrat stellt anlässlich seiner Begutachtung der BTU Cottbus fest, dass deren Lehrangebote und Forschungsleistungen in den zurückliegenden Jahren in vieler Hinsicht verbessert werden konnten. Herauszuheben ist der von verschiedenen Fakultäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen getragene Sonderforschungsbereich "Entwicklung und Bewertung gestörter Kulturlandschaften", der zum Januar 2001 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligt wurde. Die zahlreichen zwischen der BTU Cottbus und außeruniversitären Forschungseinrichtungen bestehenden Kooperationsvereinbarungen werden vom Wissenschaftsrat begrüßt. Die BTU Cottbus weist im nationalen Vergleich einen bemerkenswert hohen Anteil ausländischer Studierender auf. Auch die Höhe der jährlich eingeworbenen Drittmittel ist im Verhältnis zum Gesamthaushalt beachtlich.

Der BTU Cottbus ist es jedoch noch nicht hinreichend gelungen, den Anspruch auf Ausbildung hochqualifizierter Ingenieure durchgehend zu erfüllen und in allen Fakultäten eine originäre und qualitativ anspruchsvolle, universitäre Forschung zu leisten. Deshalb sieht es der Wissenschaftsrat als vordringliche Aufgabe an, dass sich die BTU Cottbus wissenschaftlich stärker profiliert. Von den Kernthemen der BTU Cottbus sieht der Wissenschaftsrat die Energieforschung und die Umweltwissenschaft als besonders erfolgreich an. Die Kernthemen Kommunikation und Materialwissenschaften hingegen haben sich noch nicht ausreichend an der BTU Cottbus etablieren können und sollten stärkere Verknüpfungen mit den übrigen Bereichen anstreben. Ziel muss es sein, auch mit exzellenten Leistungen in der Forschung eine höhere Attraktivität in der Lehre in Cottbus zu erreichen.

Mit den bestehenden Personalkapazitäten sind die Ausgangsbedingungen für eine inhaltliche Weiterentwicklung der Hochschule gegeben. Der Wissenschaftsrat befürwortet die aktuelle Ausbauplanung des Landes für den Universitätsstandort Cottbus, welche - ausgehend von derzeit 2.638 flächenbezogenen Studienplätzen - nach der Vollendung der ersten Baustufe voraussichtlich im Jahr 2005 3.300 flächenbezogene Studienplätze vorsieht. Als langfristiges Ausbauziel hält er unter Beachtung von Auflagen 4.400 flächenbezogene Studienplätze bis zum Jahr 2010 für angemessen.

Eine stärkere wissenschaftliche Profilbildung der BTU Cottbus setzt nach Auffassung des Wissenschaftsrates eine adäquate Grundausstattung voraus, um die Universität in den Stand zu versetzen, ihrem wissenschaftlichen Auftrag stärker als bisher gerecht zu werden. Der Wissenschaftsrat erkennt an, dass die brandenburgische Landesregierung trotz einer angespannten Haushaltslage im Juni 2001 mit ihrem Kabinettbeschluß zur Hochschulentwicklung ein positives Zeichen gesetzt hat. Für eine Erneuerung und Modernisierung der Forschungsinfrastruktur der BTU Cottbus sind weitere Mittel durch das Land Brandenburg erforderlich.

Der Wissenschaftsrat hat mit Sorge festgestellt, dass das Verhältnis zwischen der BTU Cottbus und der Fachhochschule Lausitz durch beiderseitige Abschottung bestimmt ist. Deshalb spricht er sich für die Herausbildung komplementärer Forschungs- und Lehrprofile durch Differenzierung und Wettbewerb zwischen beiden Hochschulen aus. Der Wissenschaftsrat begrüßt den zwischen beiden Hochschulen im Mai 2001 geschlossenen Rahmenvertrag zur Förderung der Kooperationsbeziehungen und empfiehlt nachdrücklich die Weiterführung des begonnenen Kooperationsprozesses.


Hinweis: Die Stellungnahme zur Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU Cottbus) (Drs. 5101/02) wird im Internet als Volltext veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates per E-Mail angefordert werden.

Dr. Uta Grund | idw
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaftsrat.de/

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