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Forum Bildung im Interview - "Schule experimentiert zu wenig"

18.01.2002


Unternehmensberatung BCG versteht sich als Impulsgeber

Die Schulleistungsstudie PISA hat gezeigt: Deutschland muss im Bildungsbereich nachsitzen. Das Forum Bildung hat nach zweijähriger Arbeit Empfehlungen für eine Bildungsreform vorgelegt. Nun soll es an die Umsetzung gehen.

Beratung und Reformen sind das tägliche Geschäft von Unternehmensberatungen. Die Online-Redaktion sprach mit der Geschäftsführerin von Boston Consulting (BCG), Antonella Mei-Pochtler, über PISA, bessere Schulen und die ersten Schritte einer Bildungsreform. 

Die Ganztagesschule gilt bei manchen spätestens seit PISA als Wunderwaffe. Für die Unternehmensberaterin Antonella Mei-Pochtler bedeutet aber "mehr Schulzeit ist nicht gleich mehr Bildung". "Die Ganztagesschule ist nur eine Plattform, die wir erst mit Leben füllen müssen", fordert die Unternehmensberaterin. Konkret heißt das: Neue Lehrmethoden und selbstorganisierter Unterricht - die Schule soll laut einer Bildungsstudie der BCG ein "geregelter Marktplatz" sein.
Die Unternehmensberatung Boston Consulting versteht sich als Impulsgeber für die Schule. Ein Widerspruch? Wohl kaum, denn die internationale Unternehmensberatung engagiert sich schon seit Jahren an deutschen Schulen. Der Grund: Die meisten Abiturienten haben aus ihrer Sicht große Schwächen in den Kernkompetenzen- im strategischen und vernetzten Denken, in der Entscheidungsfähigkeit, der Kreativität und der Kooperation. Das liegt daran, so Mei-Pochtler, dass die Schule zu einseitig auf Wissenstransport ausgerichtet sei und zuwenig Experimentierfreude zeige.
Eine Bildungsreform verspricht nach Ansicht der professionellen Berater nur dann Erfolg, wenn Ziele und Zeitrahmen klar definiert sind. Der Fokus müsse dabei, so Mei-Pochtler, auf der Schule und dem frühkindlichen Bereich liegen: Schauen, was die Musterschulen anders machen, den Austausch fördern und über ein lernendes System das Gesamtniveau heben. Innerhalb von fünf Jahren, so ist sie überzeugt, könne man bereits einen Wandel in der Methodik spüren.


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Burghard Kraft | idw
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