Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Muskeln schonen, Schmerzen mindern: RUB-Fortbildung für minimal invasive Techniken

07.09.2006
Positive Wirkung in Nachuntersuchungen nachgewiesen

Die Muskulatur schonen und Schmerzen mindern: Mit diesem Ziel findet vom 11. bis 13. September 2006 im Klinischen und Anatomischen Forschungs- und Fortbildungszentrum (KAFFZ) der Ruhr-Universität Bochum zum dritten Mal eine intensive Fortbildung zu minimal invasiven Implantationstechniken in der Gelenkchirurgie statt. Sechs ausgewählte Klinikärzte der Orthopädie und Unfallchirurgie aus dem ganzen Bundesgebiet haben Gelegenheit, die innovativen Operationstechniken an Leichen zu trainieren. Neben der Hüfte ("MIS anterolateraler Zugang") steht erstmals das minimal invasiv implantierte Kniegelenk auf dem Lehrplan ("MIS Midvastus Zugang"). Während der drei Schulungstage trainieren die Mediziner, mittels besonderer Lagerungs- und Schnitttechniken sowie spezialisierter Instrumente Kunstgelenke durch kleinere Hautschnitte als bei herkömmlichen Eingriffen zu implantieren. Entscheidend dabei ist jedoch nicht die Länge des Hautschnittes, sondern vielmehr, die gelenkumgebende Muskulatur zu schonen.

RUB-Nachuntersuchungen bestätigen die minimal invasive Operationstechnik

Für die wissenschaftlichen Leiter Prof. Dr. med. Jürgen Krämer, Chefarzt und Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik, und PD Dr. med. Frank Rubenthaler, Leitender Oberarzt, gilt die positive Wirkung der minimal invasiven Operationsmethoden als erwiesen. "Wir haben bis heute 300 Patienten auf diese Weise versorgt. Zurzeit untersuchen wir bislang operierte Patienten, um die für MIS entscheidenden kurz- und mittelfristigen Effekte zu prüfen. Unsere Ergebnisse sind positiv: Die Patienten sind zufrieden. Nachweislich sorgen das geringere Muskeltrauma und der verminderte Blutverlust während der Operation dafür, dass die Patienten schneller schmerzfrei und mobil sind", berichtet PD Dr. Rubenthaler über die laufenden Nachuntersuchungen.

... mehr zu:
»MIS »Schmerz

Im Klinikalltag angekommen

Mehr und mehr orthopädische und unfallchirurgische Kliniken setzen deshalb auf minimal invasive Eingriffe am Gelenk. "Aus dem Trend zu weniger invasiven Verfahren ist mittlerweile Routine geworden. Allerdings sind die minimal invasiven Verfahren nicht für alle Patienten geeignet. Die transparente und seriöse Darstellung der neuen Möglichkeiten mit all ihren Vor- und auch Nachteilen ist uns daher sehr wichtig", betont PD Dr. Rubenthaler. Das Bochumer Hospitationszentrum für minimal invasive Endoprothetik soll dies fördern und dazu beitragen, feste Ausbildungsstandards zu sichern. Den universitären Anatomie-Workshops fortzuführen, sei deshalb ein unverzichtbarer Bestandteil der chirurgischen Weiterbildung und des offenen Erfahrungsaustauschs mit den Kollegen. Unterstützung bekommt die Orthopädische Universitätsklinik vom "Zimmer Institute" des Medizintechnik-Unternehmens Zimmer Germany GmbH, das maßgeblich an der Entwicklung von minimal invasiven Operationstechniken und -instrumentarien sowie an der praktischen Aus- und Weiterbildung von Orthopäden und Unfallchirurgen beteiligt ist. In Zusammenarbeit mit renommierten akademischen Einrichtungen etabliert Zimmer Trainingszentren auf der ganzen Welt.

Jährlich 600 künstliche Gelenke in der RUB

Die Orthopädische Universitätsklinik im St. Josef-Hospital der RUB führt jährlich rund 600 Gelenkimplantationen durch - davon sind 400 Hüftoperationen. Die moderne Klinik ist spezialisiert auf konservative und operative Behandlungen von Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparates. Die Schwerpunkte des operativen Leistungsspektrums liegen auf Hüft- und Knieimplantationen, Bandscheiben- und Wirbelsäulenoperationen sowie auf der Behandlung von Fuß- und Schultergelenken. Unter der Leitung von Prof. Dr. Krämer setzte die Orthopädische Chirurgie als eine der ersten Kliniken in Deutschland computergestützte Navigationstechnik im OP ein.

Weitere Informationen

PD Dr. med. Frank Rubenthaler, Ltd. Oberarzt der Orthopädischen Universitätsklinik im St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Gudrunstr. 56, 44791 Bochum, Tel. 0234/5092517, E-Mail: frank.rubenthaler@ruhr-uni-bochum.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/

Weitere Berichte zu: MIS Schmerz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften