Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Glanzlichter und Problemfelder

11.01.2002


Das "strahlendste Glanzlicht" des vergangenen Jahres war aus Sicht der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster die Entscheidung der Max-Planck-Gesellschaft, in Münster ein Max-Planck-Institut für vaskuläre Biologie zu errichten. In einem kurzen Rückblick auf 2002 nannte der Rektor der Universität Münster, Prof. Dr. Jürgen Schmidt, beim Neujahrsempfang der Universität am Donnerstagabend (10. Januar 2002) in der Aula des Schlosses zu Münster weitere Erfolge und Fortschritte in Forschung und Lehre, sparte aber auch weniger erfreuliche Entwicklungen und Problemfelder nicht aus.

Die Entscheidung der Max-Planck-Gesellschaft wertet nach Ansicht des Rektors den Wissenschaftsstandort Münster ganz erheblich auf und gebe der Forschung an der Universität weiteren Auftrieb. Die Gründung der Einrichtung in Münster sei nicht zuletzt deshalb "eine kleine Sensation", weil die letzte Institutsgründung der Max-Planck-Gesellschaft im Westen Deutschlands schon mehr als zehn Jahre zurückliege. Fortschritte und Erfolge in Forschung und Lehre an der Universität Münster machte der Rektor unter anderem auch an der Eröffnung der ersten "Graduate School" im Fachbereich Chemie und Pharmazie, der Wiedereröffnung des für acht Millionen Mark sanierten Hörsaalgebäudes, des Baubeginns für einen Neubau der Institute für Anorganische und Physikalische Chemie sowie der Entscheidung für den Bau eines Zentrums für Nanotechnologie in Münster fest.

Bundesweite Aufmerksamkeit habe eine vom Rektorat in Auftrag gegebene repräsentative Befragung der Studierenden zu den Studienbedingungen in Münster gefunden. An den Konsequenzen dieser Befragung, die sich bewusst auf die Suche nach Defiziten und Schwächen aus Sicht der Studierenden begeben habe, werde in der Universität zur Zeit intensiv gearbeitet. In ihrer guten Leistungsbilanz bestätigt fühle sich die Universität durch das Gutachten des Expertenrats zur Hochschulstruktur in Nordrhein-Westfalen. Aber trotz dieser positiven Einschätzung müsse die Universität Münster einen erheblichen und gegenüber den Ankündigungen unveränderten Beitrag zu den allgemeinen Stelleneinsparungen im Lande leisten.


Weniger erfreulich waren aus Sicht der Universität im abgelaufenen Jahr einige politische Entscheidungen in Düsseldorf. Der Rektor nannte hier die Ausgliederung der Medizinischen Einrichtungen aus der Universität und die Umstrukturierung der Bau- und Liegenschaftsverwaltung des Landes in einen zentralen Landesbetrieb mit weitreichenden Folgen für die Hochschulen. Folgen für die Universität hatten auch die Terroranschläge am 11. September in den USA. Schmidt: "Da zumindest einige der Attentäter an deutschen Hochschulen studiert haben, wurde auch an unserer Universität eine sogenannte Rasterfahndung durchgeführt." Die dabei der Polizei ausgehändigten Studierenden-Daten - in Münster schätzungsweise um die 20.000 Datensätze - seien inzwischen wieder vernichtet, soweit ein zu verfolgender Verdacht nicht bestehe.

Beim Blick in die Zukunft wies Prof. Schmidt auf die Notwendigkeit hin, mehr als bislang nicht-staatliche Finanzierungsquellen für die Universitäten zu erschließen. Glücklicherweise gebe es schon viele private Initiativen, durch die Lehre und Forschung an der Universität nachhaltig gefördert würden: "Unternehmen finanzieren Forschungsprojekte, Mäzene machen Schenkungen für Museen und Bibliotheken, Privatpersonen und Institutionen engagieren sich in vielen Projekten zum Nutzen der Universität". Mit dem Dank für dieses Engagement verband der Rektor die Ermunterung an Förderer und Freunde, im Einsatz nicht nachzulassen: "Die Universität wird gezwungen sein, in der Zukunft noch mehr als bislang auf Ihre Hilfe zurückzugreifend".

Großes Ziel der Universität Münster in den kommenden Jahren müsse es sein, "sich in der Spitzengruppe der europäischen Universitäten anzusiedeln". Um in einem europäischen Vergleich bestehen zu können, müsse die Universität hochstehende Ziele formulieren und ihre Erreichung als gemeinsame Aufgabe betrachten. Die dafür nötigen Veränderungen zielten auf nahezu alle Bereiche, ob Forschung, Lehre oder auch Verwaltung. Schmidt: "Überall ist die Weiterentwicklung etablierter Strukturen, Instrumente und Denkweisen erforderlich. Die Universität Münster ist hier auf einem guten Weg und fügt Baustein an Baustein".

Norbert Frie | idw

Weitere Berichte zu: Max-Planck-Gesellschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Predicting eruptions using satellites and math

28.06.2017 | Earth Sciences

Extremely fine measurements of motion in orbiting supermassive black holes

28.06.2017 | Physics and Astronomy

Touch Displays WAY-AX and WAY-DX by WayCon

27.06.2017 | Power and Electrical Engineering