Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Brain Gain-Offensive" zeigt Erfolge: TU München holt deutsche Spitzenwissenschaftler aus dem Ausland zurück

21.08.2006
Viele junge, begabte Wissenschaftler verlassen Deutschland und setzen ihre Karriere im Ausland, meist in den USA, fort. Dieser "Brain Drain" bedeutet für ein Land wie Deutschland, dessen wichtigstes Kapital Bildung und Wissenschaft sind, eine Schwächung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.

Häufig sind es die besten Nachwuchskräfte, die ihre Heimat verlassen. Mit ihnen geht wichtiges Potenzial für die Wirtschaft verloren. Dass man den Brain Drain auch umkehren kann, beweist die Technische Universität München (TUM) mit ihrer "Brain Gain-Offensive": In jüngster Zeit ist es gelungen, zahlreiche namhafte Wissenschaftler aus dem Ausland zurück nach Deutschland zu holen. Sie lehren und forschen nun an der TUM und bringen hier ihre internationalen Erfahrungen ein.

Prof. Dr. Darius Burschka promovierte an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der TU München. Nach der Promotion arbeitete er zunächst an der Yale University, dann als Assistant Research Scientist und später als Assistant Research Professor im Engineering Research Center der Johns Hopkins University, Baltimore, an der videobasierten Navigation für mobile Roboter und der Instrumenten-Navigation im medizinischen Bereich. Nunmehr leitet er das Extraordinariat für Telerobotik und Sensordatenfusion an der Fakultät für Informatik. Prof. Burschka arbeitet in München eng mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammen und leitet dort ein virtuelles Institut.

Dr. Urs Hugentobler wurde auf das Extraordinariat für Satellitengeodäsie am Institut für Astronomische und Physikalische Geodäsie berufen. Nach dem Studium in theoretischer Physik und der Promotion in Astronomie an der Universität Bern war er in der Mission Analysis Group bei der ESOC (European Space Operations Centre) in Darmstadt und in Teneriffa tätig. 1999 kehrte er nach Bern zurück und leitete seither die GPS-Forschungsgruppe am dortigen Astronomischen Institut sowie das CODE Analysezentrum. Sein Haupttätigkeitsgebiet ist die präzise Positionierung mittels Satellitennavigationssystemen für geodätische Anwendungen.

Den weitesten Weg nach München hat Prof. Dr. Hugo M. Kehr angetreten. Er kommt von der Macquarie Graduate School of Management der Macquarie University Sydney an die TU München. Hier wurde er auf den Lehrstuhl für Psychologie berufen, den er soeben angenommen hat. Der studierte Betriebswirt promovierte in Psychologie an der LMU und habilitierte sich dort. Anschließend ging er als Humboldt-Stipendiat an die University of California in Berkeley und nahm 2004 den Ruf auf die Professur für Management in Sydney an. Kehr versteht sich vornehmlich als Motivationspsychologe. Seine Forschungsthemen sind mit der Motivation eng verzahnt und umfassen in der Grundlagenforschung die Funktion des Willens und der Selbstregulation, in der Anwendungsforschung Selbstmanagement-Training (SMT), Führung sowie Organisationsentwicklung.

Den wichtigen Lehrstuhl für Nachrichtentechnik in der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik hat zum 1. Oktober Prof. Dr. Ralf Koetter angenommen. Er kommt von der renommierten University of Illinois at Urbana/Champaign, wo er bisher als Associate Professor tätig war. Nach seinem Studium der Elektrotechnik an der Technischen Universität Darmstadt promovierte Dr. Koetter an der Universitaet Linkoeping in Schweden. Es folgten Aufenthalte am IBM Forschungszentrum Almaden in Kalifornien, an der University of Illinois at Urbana/Champaign als Visiting Assistant Professor sowie am Centre national de la recherche scientifique (CNRS) in Frankreich. Im Jahre 1999 begann Koetter als Assistant Professor in Illinois, wo er 2004 Associate Professor wurde. Prof. Koetters Arbeitsgebiete umfassen praktische und theoretische Aspekte der Kommunikations- und Informationstheorie.

Prof. Dr. Karl-Ludwig Laugwitz wurde als Assistant Professor am Cardiovascular Research Center des Massachusetts General Hospitals der Harvard Medical School auf das Extraordinariat für Molekulare Kardiologie am Klinikum rechts der Isar der TUM berufen. Nach seinem Studium in Witten/Herdecke und Berlin habilitierte sich Laugwitz an der TU München. Als Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft ging er an das Institute of Molecular Medicine der University of California, San Diego, und wechselte 2005 an die Harvard Medical School.

Prof. Dr. Silke Rolles hat schon im Studium an der Michigan State University Auslandserfahrung gesammelt. Die Mathematikerin promovierte an der Universität Amsterdam und war zwei Jahre lang Assistant Professor an der University of California in Los Angeles. Nach der Habilitation an der Universität Bielefeld übernahm sie eine Stelle als Dozentin an der TU Eindhoven. Jetzt wurde sie auf das Extraordinariat für Angewandte Mathematik I der TUM berufen. Schwerpunkt ihrer Forschungstätigkeit ist die Wahrscheinlichkeitstheorie.

Von der Johns Hopkins University kam auch Prof. Dr. Christian Scheideler an die TU München (Extraordinariat für Technische Informatik). Er studierte und promovierte an der Universität Paderborn. Nach einem einjährigen Forschungsaufenthalt am Weizmann Institut in Israel kehrte er nach Paderborn zurück, um in einem interdisziplinären DFG-Projekt mitzuwirken. Nach der Habilitation arbeitete er dann an der Johns Hopkins University. Hier interessierte er sich besonders für verteilte Algorithmen und Datenstrukturen, dynamische Netzwerksysteme und Sicherheitsprobleme in Netzwerken.

Prof. Dr. Kristina Shea absolvierte bereits ihr Studium an der Carnegie Mellon University, wo sie auch ihren PhD machte. Nach Arbeits- und Forschungsaufenthalten an der École Polytechnique Fédérale Lausanne, dem Engineering Design Center der University of Cambridge und bei der Firma Arup Research and Development in Großbritannien wurde sie auf das Extraordinariat für Anwendungen der virtuellen Produktentwicklung der TU München berufen. Hier befasst sie sich insbesondere mit der Betrachtung aktueller und zukünftiger Computersysteme für die Produktentwicklung, eingeschlossen Computer-Aided Design/Engineering, Digital Mock-Up, Virtual und Augmented Reality sowie Produktdaten- und Lifecycle-Management.

Berufungsverhandlungen auf Lehrstühle laufen derzeit mit weiteren deutschen Wissenschaftlern, die in der Schweiz und Kanada tätig sind. Für TUM-Präsident Wolfgang A. Herrmann sind die Berufungserfolge "das Ergebnis eines gezielten Headhunting, das an der TU München neuerdings international ansetzt und vor allem jüngeren, im Ausland erfolgreichen Spitzenwissenschaftlern gilt". Durch hochschulinterne Dispositionen und externe Fundraising-Beiträge schaffe man, so der TUM-Präsident, die Voraussetzungen, um sich die "besten Kaliber" leisten zu können.

Dieter Heinrichsen M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-muenchen.de/

Weitere Berichte zu: Assistant Elektrotechnik Extraordinariat School TUM

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten