Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jugendliche zeigen hohen Einsatz bei der Lehrstellensuche

03.08.2006
Lehrstellenbewerber und -bewerberinnen zeigen eine umso höhere regionale und berufliche Mobilität, je schwieriger sich die Lage auf dem Ausbildungsmarkt gestaltet: In Regionen mit geringem Lehrstellenangebot bewerben sich viele Jugendliche zeitgleich auf mehrere Berufe - und oft auch auf Ausbildungsstellen, die weitab von ihrer Heimatregion liegen.

Dies sind Ergebnisse der jüngsten Bewerberbefragung, die das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) Ende 2004 durchgeführt hat. Befragt wurde eine repräsentative Stichprobe von 5.000 Jugendlichen, die 2004 bei der BA als Lehrstellenbewerber/-innen registriert waren.

Regionale Mobilität

Häufig sehen sich die Jugendlichen mit dem Vorwurf konfrontiert, sie seien nicht mobil genug und würden sich zu sehr auf die Ausbildungsangebote vor Ort konzentrieren. Die BA-Statistik scheint dieses Urteil zu bestätigen: 2004 traten weniger als 3 % aller Lehrstellenbewerber/-innen einen Ausbildungsplatz außerhalb ihres Heimatbundeslandes an. Bei dieser Zahl handelt es sich jedoch nur um die erfolgreich realisierte Mobilität. Anders ausgedrückt: Es werden nur die Jugendlichen als mobil bezeichnet, die tatsächlich eine weit entfernte Lehrstelle gefunden haben.

Fragt man hingegen nach den Mobilitätsbemühungen - unabhängig, ob diese auch zum Erfolg führten -, gibt rund ein Viertel aller Jugendlichen an, sich auch auf mehr als 100 Kilometer vom Heimatort entfernte Lehrstellen beworben zu haben.

Beeinflusst wird diese Mobilitätsbereitschaft vor allem durch die regionale Lehrstellensituation. In Regionen mit geringem Lehrstellenangebot wie zum Beispiel in Brandenburg oder Sachsen-Anhalt sind bis zu 51 % der Bewerber und Bewerberinnen bereit, für einen Ausbildungsplatz lange Anfahrtswege in Kauf zu nehmen oder umzuziehen. Diese Mobilitätsbereitschaft führt in Hamburg beispielsweise dazu, dass 16 % der neuen Lehrverträge mit Jugendlichen abgeschlossen wurden, die aus anderen Bundesländern stammen.

Berufliche Mobilität

Die Jugendlichen sind aber nicht nur bereit, ihre Bewerbungen räumlich weit zu streuen. Sie halten zugleich auch nicht starr an ihrem "Traumberuf" fest, sondern ziehen Alternativen - sprich: andere Berufe - in Betracht. Ein Großteil der Bewerber und Bewerberinnen (rund 70 %), die schriftliche Bewerbungen verschickt haben, hat sich auf zwei oder mehr verschiedene Berufe beworben - wobei auf jeden einzelnen Beruf eine Vielzahl von Bewerbungen entfielen. Nahezu die Hälfte der Befragten (44 %) hat für mindestens vier verschiedene Ausbildungsberufe Bewerbungen verschickt.

Fazit: Je schlechter die Lehrstellensituation vor Ort, umso höher die Anzahl der unterschiedlichen Berufe, auf die sich die Jugendlichen bewerben - aber: Noch stärker steigt bei regionalem Lehrstellenmangel die Bereitschaft, sich auch um weit entfernte Lehrstellen zu bemühen. Bedenkt man, dass eine mangelnde Identifikation mit dem ausgeübten Ausbildungsberuf ein häufig genannter Grund für einen Ausbildungsabbruch ist, dann ist diese eher auf eine regionale Mobilität setzende Bewerbungsstrategie der Jugendlichen als positiv zu bewerten.

Im Herbst erscheinen die vollständigen Ergebnisse der BA/BIBB-Bewerberbefragung in: Eberhard, Verena; Krewerth, Andreas; Ulrich, Joachim Gerd (Hrsg.): Mangelware Lehrstelle. Zur aktuellen Situation der Ausbildungsplatzbewerber in Deutschland.

Inhaltliche Auskünfte im BIBB erteilt: Verena Eberhard, Tel.: 0228 / 107-1118, eberhard@bibb.de

Andreas Pieper | idw
Weitere Informationen:
http://www.bibb.de/de/wlk26519.htm

Weitere Berichte zu: Ausbildungsplatz Bewerbung Mobilität

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Die Verbindung macht’s
24.03.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Gleich und Gleich gesellt sich gern!
21.03.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise