Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dienstrechtsreform endgültig beschlossen

20.12.2001


Bulmahn: "Der Weg für die Hochschulen der Zukunft ist jetzt frei"

Der Bundesrat hat heute in Berlin abschließend der großen Hochschulreform zugestimmt. Sowohl das geänderte Hochschulrahmengesetz (HRG), als auch das Professorenbesoldungsreformgesetz (ProfBesRefG) können nun im Januar 2002 in Kraft treten. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, erklärte dazu heute in Berlin: "Damit ist der Weg frei für eine neue Hochschule der Zukunft! Eine Hochschule, in der Professorinnen und Professoren nach Leistung bezahlt werden, eine Hochschule, die aus einem starren und bürokratischen Korsett befreit wird und die attraktiv ist für innovative Nachwuchswissenschaftler aus dem In- und Ausland."

Bulmahn weiter: "Mit dem neuen Dienstrecht verwirklichen wir eine grundlegende und zukunftsweisende Reform für die Hochschulen in Deutschland. Vor allem geben wir einen starken Anreiz dafür, dass unsere besten Köpfe nicht mehr ins Ausland abwandern, sondern unsere Hochschulen im 21. Jahrhundert aktiv gestalten."

Bund und Länder hatten sich im Vorfeld im Vermittlungsausschuss darauf geeinigt, dass künftig, wie im Gesetzesbeschluss des Deutschen Bundestages vorgesehen, kein Cent weniger für die Professorenbesoldung ausgegeben wird. Gleichzeitig sieht der Kompromiss eine flexible Obergrenze für das Personalbudget vor.

Auch für die neuen Juniorprofessuren ist der Weg nun frei. Die Bundesregierung unterstützt die Länder bei der Einrichtung der ersten 3.000 Juniorprofessuren mit rund 180 Millionen Euro kräftig. Die Resonanz der Hochschulen auf dieses Programm ist überwältigend. Mehr als 50 Universitäten haben sich bereits heute bundesweit um Fördermittel beworben.

Die wesentlichen Neuerungen der Reform sind:

  • Das Reformpaket besteht aus zwei Gesetzentwürfen: Das 5. Gesetz zur Änderung des Hochschulrahmengesetzes und das Professorenbesoldungsreformgesetz.
  • Die Professorinnen und Professoren werden in Zukunft nach Leistung bezahlt. Das Anfangsgehalt wird in Zukunft ausgehandelt. Zu dem Mindestgehalt von 7.283 Mark (W 2) und 8.844 Mark (W 3) kommt ein individuell mit der Hochschule verhandelter und vereinbarter variabler Gehaltsbestandteil hinzu, der sich unter anderem aus der Bewertung von Leistung in Lehre und Forschung oder der Studienbetreuung zusammensetzt. Das Mindestgehalt ist deshalb nicht gleich zusetzen mit einem Eingangsgehalt der künftigen Professorinnen und Professoren.
  • Für Professoren wird es künftig die zwei Besoldungsgruppen W 2 und W 3 geben. Sie können sowohl an den Fachhochschulen als auch an Universitäten eingerichtet werden. Damit werden die Fachhochschulen den Universitäten hinsichtlich der Besoldungsmöglichkeiten gleichgestellt. Neu eingeführt wird die Juniorprofessur mit der Besoldungsgruppe W 1.
    • Besoldungsgruppe W1: EUR 3.260 (1. bis 3. Jahr), DM 6.376
    • Besoldungsgruppe W1: EUR 3.526 (4. bis 6. Jahr), DM 6.896
    • Besoldungsgruppe W1 plus Sonderzuschlag: EUR 326, DM 637
    • Besoldungsgruppe W2: EUR 3.724, DM 7.283
    • Besoldungsgruppe W3: EUR 4.522, DM 8.844

  • Bereits jetzt tätige Professorinnen und Professoren können entscheiden, ob sie in das neue System wechseln oder im bestehenden bleiben wollen.
  • Um sicher zu stellen, dass die Reform insgesamt nicht zu einer Besoldungskürzung führt, wird das bisherige Personalbudget garantiert. Darüber hinaus erhalten die Länder die Möglichkeit, den Besoldungsdurchschnitt für die Besoldung der Professoren um durchschnittlich jährlich bis zu 2% zu überschreiten, insgesamt jedoch höchstens bis zu 10%. Dieser Handlungsspielraum dient dazu, die Anwerbung von Spitzenkräften aus Industrie und Ausland zu finanzieren oder strukturelle Verbesserungen im Verhältnis von Fachhochschulen und Universitäten vorzunehmen. (für weitere Details siehe Bundestagsdrucksache 14/7777)
  • Die Einführung der Juniorprofessur ermöglicht, dass junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler - wie international üblich - bereits mit Anfang 30 selbständig und unabhängig lehren und forschen können.
  • Die Juniorprofessur ist auf eine maximale Dauer von sechs Jahren angelegt. Sie soll in Zukunft die Regelvoraussetzung für eine Universitätsprofessur sein. Alternative Wege für eine Berufung auf eine Universitätsprofessur wie z. B. die Tätigkeit an einer ausländischen Uni oder in der Wirtschaft wird es aber auch künftig geben. Die Habilitation wird im Berufungsverfahren keine Rolle mehr spielen. Diejenigen, die jetzt an einer Habilitationsschrift arbeiten oder sie beginnen wollen, haben aber aufgrund einer Übergangsregelung bis zum 1. Januar 2010 noch die Möglichkeit, Habilitationsverfahren abzuschließen. Diese Leistungen, die die jungen Nachwuchsforscher jetzt erbringen, zählen selbstverständlich auch in Zukunft.

    Pressereferat (LS 13) | Pressemitteilung
    Weitere Informationen:
    http://www.bmbf.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Sechs Bundesländer erproben Online-Schultests der Uni Jena
24.02.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Datenbrille und Co.: TU Kaiserslautern entwickelt alternative Prüfungsformate fürs Studium
02.02.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie