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Arbeitswelt 2020: Mehr lernen in gleicher Zeit

07.07.2006
Laut einer OECD-Analyse unter 21 Industriestaaten hat Deutschland in den letzten Jahren so wenige Arbeitsplätze geschaffen wie kein anderes Land. Konkret: Zwischen 1996 und 2001 wurden in Deutschland z.B. gerade einmal 0,7 Prozent neue Jobs geschaffen - nicht einmal halb so viel wie im übrigen Europa und nur ein Bruchteil der Steigerungsrate in den USA. Noch immer sind Millionen Menschen ohne Arbeit. Da neue Jobs nach einem Erfahrungswert erst bei einem Wachstum von mehr als zwei Prozent entstehen, kann vorerst mit einer spürbaren Senkung der Arbeitslosenzahl nicht gerechnet werden. Ein Teufelskreis: Über vier Millionen Arbeitslose gelten als Deutschlands Wachstumsbremse Nummer eins. Gleichzeitig kann die Arbeitslosigkeit nicht vermindert werden, weil es zu wenig Wachstum gibt. Hohe Arbeitslosigkeit und niedriges Wachstum sind schicksalhaft miteinander verbunden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts erleben wir zurzeit den größten Job-Abbau seit zehn Jahren. Eine grundlegende Trendwende am Arbeitsmarkt ist so schnell nicht in Sicht.

Die Menschen reagieren unterschiedlich auf diese Situation: Ältere Arbeitnehmer haben Angst vor dem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Beruf, weil sie als schwer vermittelbar gelten und in den meisten Branchen nur wenig Chance auf Widereinstieg haben. Auch die jüngeren Erwerbstätigen spüren den zunehmenden Druck. Sie setzen vor allem auf berufsbegleitende Weiterbildung zum Erhalt ihrer Beschäftigungsfähigkeit. Wie aber motivieren sich die Berufseinsteiger, Schul- und Universitätsabsolventen? Sie vertrauen vor allem auf eine besonders gute Ausbildung und sind immer öfter bereit, auch mehr dafür zu leisten.

Die Universitäten setzten im Rahmen des Bologna-Prozesses, der die Umgestaltung der Universitäten mit einer größeren Öffnung zur Wirtschaft und zum Arbeitsmarkt vorsieht, vor allem auf eine verkürzte Studiendauer und bemühen sich um eine internationale Vergleichbarkeit der Abschlüsse. Ein besonderes Modell wird an einigen Fachhochschulen angeboten: Das duale Studium, die Verbindung von Hochschulstudium und IHK-anerkannter Ausbildung. Dabei wird in den HS-Seminaren gleichzeitig der Lehrstoff für die Berufsausbildung vermittelt. Die Studierenden profitieren zeitlich von den vielen inhaltlichen Überschneidungen der Berufsausbildung mit dem Studium, da Veranstaltungen mit gemeinsamen Lehrinhalten nur einmal, aber für beide Abschlüsse anrechenbar, abgehalten werden. Gleichzeitig ist das Qualifikationsprofil der Absolventen deutlich umfassender und weist neben dem theoretischen Hochschulabschluss auch den praxisnahen IHK-Abschluss auf.

Das Baltic College Güstrow beispielsweise setzt bewusst auf dieses Model. Als erste private Hochschule in Mecklenburg-Vorpommern will man den Studierenden noch mehr bieten, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt nach dem Studium optimieren. Angeboten werden hier z.B. die Studiengänge "Gesundheitsmanagement im Tourismus" mit dem dazugehörigen IHK-Abschluss "Kaufmann/Kauffrau im Gesundheitswesen" und "Hotel- und Tourismusmanagement" mit den IHK-Abschlüssen Hotelfachfrau/-mann oder Hotelkauffrau/-mann.

Der Erfolg und die hohe Nachfrage nach Studienplätzen scheinen dem Modell Recht zu geben. Aber auch die Wirtschaft zeigt Interesse und bemüht sich um Kooperationen mit den Hochschulen. "Wir können den Studierenden zahlreiche attraktive Tätigkeiten in unseren Partner-Unternehmen anbieten" sagt Jens Engelke, Präsident des Baltic College. "Außerdem wird den Studierenden nach dem Studium immer wieder bescheinigt, besser auf die Praxis vorbereitet zu sein." Gleichzeitig nutzen die Unternehmen die Chance, Impulse aus der Wirtschaft in die Hochschulen zu bringen. Eine win-win-Situation, die den Erfordernissen des Arbeitsmarktes in hohem Maße gerecht wird.

Ein neues duales Studium zum "Bachelor of Arts - Unternehmensmanagement" plus IHK- Abschluss "Kaufmann / Kauffrau für Marketingkommunikation" startet im September in Güstrow.

Dr. Michael Pries | idw
Weitere Informationen:
http://www.baltic-college.de/bc_main/unternehmensmanagement/

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