Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Medien in der Bildung

19.11.2001


Freie Universität Berlin federführend bei der Entwicklung des fachübergreifenden Online-Curriculums "New Economy"

Mittlerweile wird auch von bislang skeptischen Wirtschaftswissenschaftlern die Bedeutung von "New Economy" innerhalb der Wirtschaft nicht mehr in Frage gestellt. Entwicklung und Führung von Firmen und Märkten im virtuellen Raum werden in Zukunft aus dem Wirtschafts- und Finanzleben nicht mehr wegzudenken sein, trotz momentan gedämpfter Stimmung auf den Finanzmärkten. Grund genug, um die bisher traditionell strukturierten Studiengänge der Wirtschafts- und Kommunikationswissenschaften sowie der Informatik zu verbinden und Studierende dieser Fächer auf gestiegene Anforderungen vorzubereiten. Unter Federführung von Prof. Dr. Axel Zerdick vom Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften der Freien Universität Berlin haben sich sieben Hochschulen aus ganz Deutschland zusammengeschlossen, um in gemeinsamer Arbeit ein einmaliges Projekt der Online-Lehre zu realisieren. Studierenden der genannten Fächer soll die Möglichkeit gegeben werden, sich durch interdisziplinären Austausch gezielt auf die Teilnahme an der New Economy vorzubereiten und erstmalig eine Ausbildung zu erhalten, die Fach- und Problemlösungskompetenzen organisch verknüpft und "online" absolviert werden kann.

Zusammen mit den Hochschulen Trier, Würzburg, Bochum, der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft sowie der Technischen und der Humboldt-Universität in Berlin wird die Freie Universität bis zum Jahr 2003 einen komplett neuen Online-Studiengang initiieren. Studierende in Deutschland sollen erstmals auf die geänderten Anforderungen und Arbeitsweisen der New Economy vorbereitet werden. Die innerhalb des Online-Curriculums gesetzten Schwerpunkte werden die Ökonomie-Ausbildung gemäß dem gestiegenen Bedarf an Fachkräften, die mit neuen Formen der Wertschöpfung vertraut sind, anpassen, um so auf die globale sowie firmeninterne Vernetzung adäquat und kompetent vorzubereiten.

Es ist seit Anfang der neunziger Jahre immer offensichtlicher, dass die globale Ausrichtung moderner Internet-Firmen auch neue Kenntnisse und Fähigkeiten auf Seiten der Arbeitnehmer fordert. Bislang haben deutsche Hochschulen darauf nicht oder nur in einem unzureichenden Maße reagiert. Bestehende universitäre Angebote beschränkten sich zumeist auf vertiefende Weiterbildung innerhalb der jeweiligen Disziplin. Doch gerade aufgrund der Tatsache, dass sich Wertschöpfungsformen innerhalb der New Economy deutlich von traditioneller Wirtschaftsproduktion unterscheiden, ist ein Verharren in etablierten Wissensstrukturen und Fachkompetenzen gerade dann nicht ausreichend, wenn Funktionsweise und Entwicklung der neuen Märkte nachvollzogen und kompetent erklärt werden sollen.

Diesen Defiziten - wie auch der strikten Trennung zwischen technischen, wirtschaftlichen und kreativen Studiengängen, wie sie innerhalb der Informatik, Wirtschafts- und Kommunikationswissenschaften praktiziert wird - soll innerhalb des Online-Curriculums entgegengetreten werden. Dabei soll auch auf neue Formen von Management- und Innovationsprozessen, die geänderten Infrastrukturen sowie neue Kooperations- und Kommunikationsformen eingegangen werden. Im regulären wirtschaftswissenschaftlichen Lehrbetrieb erhielten diese bislang nur wenig Aufmerksamkeit.

Um diesen Vorhaben gerecht zu werden, wird das Curriculum aus jeweils eigenständigen Modulen aufgebaut, die von den einzelnen Partneruniversitäten gemäß ihren Fachkompetenzen gestaltet und betreut werden. Die einzelnen Bausteine können, je nach Schwerpunkt, sowohl in bereits existierende MBA-Programme als auch als Ergänzung zur traditionellen Lehre genutzt werden. Dementsprechend ist das Lehrmaterial in Präsenzlehre, Übungsbetrieb und Fernstudium einsetzbar bzw. individuell nutzbar. Neben der Produktion von "passiven" und "semi-aktiven" Lernmaterialien soll auch der Bezug zur Praxis hergestellt werden, indem die Lernenden auf der Basis praktischer Fallbeispiele mit Unterstützung des Rechners Problemfälle analysieren und dazu Lösungen erarbeiten. Darüber hinaus ist auch ein virtuelles Labor geplant, in dem die Konzepte aus der Theorie experimentell erprobt werden können. Um Studierenden eine möglichst breite und durch die Form bereits praxisorientierte Ausbildung zu ermöglichen, soll langfristig die komplett virtuelle Bearbeitung von Lerninhalten angestrebt werden. Dies würde auch die Möglichkeit von Online-Prüfungen mit einschließen, um der Divergenz zwischen einer Online-Studiensituation und den bislang gesetzlich verlangten Präsenzprüfungen zu entgehen.

Ein eigenes Web-Portal und die Erweiterbarkeit der Lernsoftware durch neue Bauteile, nimmt Rücksicht auf die besonderen Bedürfnisse der einzelnen Projektpartner und garantiert notwendige Flexibilität. Gleichzeitig wird neuen Partnern die Möglichkeit geboten, eigene Module zu entwerfen und sich dem Projekt anzuschließen. Um eine breite Nutzung der multimedialen Lernsoftware zu gewährleisten, wird die Einbindung in den regulären Lehrbetrieb der genannten Projektteilnehmer angestrebt. Darüber hinaus wird die Entscheidung der Berliner Landesrektorenkonferenz, das Thema "New Economy" zu einem Schwerpunkt der Berliner Hochschulen zu machen, den potentiellen Nutzerkreis erheblich ausweiten. Zu den aktuellen Usern bestimmter Module gehören bereits die Ruhr-Universität Bochum, die Universität Köln sowie die Freie Universität Berlin, hier im Rahmen der Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Für die technische Verfügbarkeit und Pflege der Software konnte das Center für Digitale Systeme (CeDiS) der Freien Universität Berlin gewonnen werden. In Zukunft soll als Ergänzung auch eine CD-ROM vertrieben werden. Der flächendeckende Vertrieb soll durch Zusammenarbeit mit Verlagen gewährleistet werden.

von Kajetan Tadrowski

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
Karoline von Köckritz, Center für Digitale Systeme der Freien Universität Berlin, Ihnestr. 24, 14195 Berlin, Tel.: 030 / 838-55935, E-Mail: kvkoe@cedis.fu-berlin.de

Ilka Seer | idw

Weitere Berichte zu: Kommunikationswissenschaft Modul

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Wie ein Roboter Kita-Kindern Sprachen beibringt
14.07.2017 | Universität Bielefeld

nachricht MINT Nachwuchsbarometer 2017: Digitale Bildung in Deutschland braucht ein Update
22.06.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Basis für neue medikamentöse Therapie bei Demenz

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Aus Potenzial Erfolge machen: 30 Rittaler schließen Nachqualifizierung erfolgreich ab

27.07.2017 | Unternehmensmeldung

Biochemiker entschlüsseln Zusammenspiel von Enzym-Domänen während der Katalyse

27.07.2017 | Biowissenschaften Chemie