Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesregierung startet Offensive für Innovation und Wachstum

05.04.2006


Schavan: "Sechs-Milliarden-Programm für Forschung und Entwicklung wird starker Motor für die Leistungskraft Deutschlands sein"



Die Bundesregierung investiert in der laufenden Legislaturperiode zusätzlich sechs Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung. "Das ist ein Aufbruchsignal für die Zukunft und eine enorme Schubkraft für den Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland", erklärte Bundesforschungsministerin Annette Schavan nach der Verabschiedung des Milliardenpakets durch das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin. "Keine Bundesregierung hat bisher eine derartige Kraftanstrengung für Innovation und Wachstum unternommen. Damit kommen wir dem Ziel, drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Forschung und Entwicklung einzusetzen, einen deutlichen Schritt näher", so Schavan. Der Bund sei in Vorleistung getreten: "Die Länder und die Wirtschaft sind nun aufgerufen, das ihre zu tun, um das gemeinsame Drei-Prozent-Ziel so schnell wie möglich zu erreichen." Bereits in diesem Jahr werden rund 700 Millionen Euro zur Verfügung stehen, im kommenden Jahr rund 1,3 Milliarden Euro, 2008 rund 1,8 Milliarden Euro und im Jahr 2009 rund


2,2 Milliarden Euro.

Mit dem Innovationsprogramm seien auch zentrale Antworten auf Herausforderungen gegeben, die der aktuelle Bericht zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands (Datenbasis von 2004) formuliere. Der Bericht bestätige das hohe Niveau der technologischen Leistungsfähigkeit in Deutschland, weise aber auch darauf hin, dass neue Potenziale für Wachstum über Forschung und Entwicklung erschlossen werden müssen.


Schavan: "Diese Hinweise nehmen wir ernst und sie bestätigen uns auf dem jetzt eingeschlagenen Weg. Neues Wissen muss schneller als bisher erschlossen und dann rasch in Produkte und Prozesse umgesetzt werden. Exzellenz in Forschung und Entwicklung, Mut und Kreativität in der Umsetzung, beste Qualität und hohe Verlässlichkeit in der Produktion müssen hier die Leitlinien sein." Die einzelnen Ressorts hätten sich dazu auf eine nahtlose gemeinsame Strategie verständigt, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung koordiniert werde.

Ein Schwerpunkt des Innovationsprogramms werden laut Schavan die Spitzen- und Querschnittstechnologien wie die Informations-, Bio- und Nanotechnologie sowie die Raumfahrt sein. Hier setze auch der Transfer zur Erschließung von Zukunftsmärkten in den Bereichen Energie, Sicherheit und Umwelt ein. Die Ministerin nannte als weiteres Beispiel die Gesundheitsforschung, die frühere Diagnosen und schonende Therapien ermöglichen und die Medikamentenentwicklung beschleunigen soll. Ein weiteres Element werde in diesem Zusammenhang die Förderung der klinischen Forschung sein, die etwa in der Demenzforschung große Fortschritte machen könne. Zentrale Bereiche werden auch die Erschließung neuer Energiequellen, die Informationstechnologie im Sicherheitsbereich sowie der Themenkomplex Umweltschutz und Lebensqualität sowie die Mobilität der Zukunft sein.

Zweites großes Segment des Sechs-Milliarden-Programms wird Schavan zufolge die Stärkung der Innovationskraft kleiner und mittlerer Unternehmen. Damit wird die mittelständische Innovationsbeteiligung erhöht, die Innovationsfinanzierung verbessert und die Verwertung von Forschungsergebnissen intensiviert. Unter anderem soll die Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen an der Projektförderung noch weiter erhöht werden.

In einem dritten Themenfeld stärkt die Bundesregierung das deutsche Wissenschaftssystem mit Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Hierfür werden in diesem Jahr alleine zusätzlich rund 280 Millionen Euro investiert. Dazu gehört die Konkretisierung der von Bund und Ländern gemeinsam auf den Weg gebrachten Exzellenzinitiative für die Hochschulen, der Pakt für Forschung und Innovation mit seiner jährlichen dreiprozentigen Steigerung der Zuwendungen für die großen außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie der Bau von Großgeräten (wie dem Röntgenlaser XFEL oder dem Beschleunigerzentrum FAIR).

Nachdruck legte die Bundesforschungsministerin in diesem Zusammenhang auf die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses: "Durch hervorragende Ausbildung und verlässliche Rahmenbedingen für junge Forscher und Wissenschaftler müssen wir es schaffen, dass Deutschland wieder zur international anerkannten Talentschmiede wird."

Silvia von Einsiedel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de

Weitere Berichte zu: Innovationsprogramm Leistungsfähigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie