Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studiendauer in Deutschland sinkt

19.10.2005


Jedoch weiterhin große Unterschiede zwischen den Studienangeboten


Die Staatsexamensstudiengänge Rechtswissenschaften, Pharmazie und Lebensmittelchemie haben mit rund neun Semestern nach wie vor die niedrigsten Fachstudienzeiten. Am längsten dauerte das Studium mit über zwölf Semestern in Informatik, Geographie, Sozialwissenschaften und im Bauingenieurwesen. Das hat ein neuer Bericht der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates ergeben, in dem die Entwicklung der mittleren Fachstudiendauer zwischen 1999 und 2003 in den einzelnen Fächern und Studiengängen aller Hochschulen in Deutschland analysiert wird. "Die Ergebnisse belegen", so der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Karl Max Einhäupl, "dass die Studiendauer an den Hochschulen in Deutschland erfreulicher Weise insgesamt leicht rückläufig ist - ein Indiz dafür, dass die Aktivitäten der Hochschulen erste Früchte tragen."

Mit der Studie setzt die Geschäftsstelle des Wissenschaftsrats ihre seit den Achtziger Jahren regelmäßige Berichterstattung über die Fachstudiendauer an den Universitäten und Fachhochschulen fort, die zuletzt den Zeitraum von 1990 bis 1998 zum Gegenstand hatte. Studieninteressierte finden dort Informationen darüber, welchen Hochschulen es gelingt, Studierende in vertretbarer Zeit zu einem ersten Abschluss zu führen. Universitäten und Fachhochschulen erhalten die Möglichkeit, ihre Studienzeiten mit denen anderer Hochschulen zu vergleichen und so Stärken und Schwächen zu identifizieren. Für fünfzehn große Fächer an Universitäten und neun an Fachhochschulen wurden erstmals Ranggruppen gebildet, die die bisher schon ausgewiesenen Unterschiede innerhalb von Studiengängen zusammenfassen. Als Maßzahl dient die mittlere Fachstudiendauer (Median), die angibt, in welcher Zeit die schnellsten 50 % der Absolventen das Studium erfolgreich abschließen.


Zu den Ergebnissen im Einzelnen:

  • Die mittleren Fachstudienzeiten in den Magister- und Diplomstudiengängen an Universitäten haben sich im Zeitraum 1999 bis 2003 insgesamt um rund ein halbes Semester verringert, in Volkswirtschaftslehre, Politik- und Sozialwissenschaften, Chemie, Maschinenbau und Elektrotechnik sogar um nahezu ein Semester.

  • In den Diplomstudiengängen der Fachhochschulen verkürzte sich die mittlere Fachstudiendauer von 1999 bis 2003 dagegen insgesamt nur leicht von 8,7 auf 8,6 Semester. Dennoch sank in den großen technischen Studiengängen Maschinenbau/ wesen, Elektrotechnik/Elektronik und Informatik die mittlere Studiendauer um rund ein halbes Semester und unterscheidet sich nicht mehr wesentlich von der Studiendauer in Betriebswirtschaftslehre, dem mit Abstand beliebtesten Studiengang an Fachhochschulen.

  • Innerhalb der Studiengänge gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Hochschulen, was auch die Ranggruppenergebnisse zeigen. In vielen Studiengängen dauert das Studium der Hochschule mit der längsten Studiendauer anderthalb Mal bis doppelt so lange wie an der Hochschule mit der kürzesten Studiendauer. In manchen Studiengängen dagegen (Betriebswirtschaftslehre, Rechtswissenschaften, Biologie, Physik und Chemie an Universitäten, Elektronik/Elektrotechnik und Maschinenbau/-wesen an Fachhochschulen) liegen die Studiendauern an den meisten Hochschulen nahe beieinander.

  • Der Anteil der Absolventen, die 2003 einen der neuen Bachelorstudiengänge abschlossen, betrug 1,8 % (1.367 Absolventen) an den Universitäten (ohne Lehrämter) und 1,3 % (808 Absolventen) an den Fachhochschulen. Die mittlere Studiendauer lag meist bei rund 6 Semestern und entsprach damit der Regelstudienzeit in diesen Studiengängen. Dies lässt erwarten, dass mit der weiteren Einführung von Bachelorstudiengängen die Studiendauer im Erststudium deutlich sinken wird. Der genaue Umfang der Verkürzung des Erststudiums lässt sich jedoch noch nicht beurteilen.

Dr. Christiane Kling-Mathey | idw
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaftsrat.de

Weitere Berichte zu: Fachstudiendauer Semester Studiendauer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Meilenstein in der Forschung: Enabling Innovation
06.09.2017 | Rheinische Fachhochschule Köln

nachricht Max Planck School of Photonics: Nationales Exzellenznetzwerk für Photonikforschung ausgewählt
04.09.2017 | Fraunhofer-Gesellschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften