Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ranking der Shanghai Jiao Tong University belegt deutsche Spitzenposition der Universität Heidelberg

13.09.2005


Aktuelles Ranking aus China belegt: Universität Heidelberg spielt eindeutig in der ersten Liga - In Deutschland schnitt nur München besser ab - International dominieren jedoch angloamerikanische Universitäten die globale Wissenschaft - Notwendigkeit einer besseren nationalen Hochschulfinanzierung unübersehbar



Es war ein echtes Mammutprojekt, das sich die Shanghai Jiao Tong University mit dem "Academic Ranking of World Universities - 2005" vorgenommen hatte. Immerhin galt es, die weltweit 500 besten Hochschulen zu ermitteln. Doch die chinesische Universität hat die Aufgabe glänzend - und vor allem sehr fair - gelöst, und so eine globale Rangliste der herausragenden Standorte geschaffen. Insgesamt wurden hierfür mehr als 2000 Hochschulen unter die Lupe genommen, wobei nur die Top 500 entsprechend gelistet werden konnten - unter denen sich Heidelberg auf Platz 71 - und damit in den Top 100 - wiederfindet.

... mehr zu:
»Jiao »Ranking »Shanghai »Tong


Somit wird die Bedeutung der Ruprecht-Karls-Universität einmal mehr durch eine internationale Studie untermauert, wie Prof. Dr. Jochen Tröger, Prorektor der Universität Heidelberg, erklärt: "Es freut uns natürlich, dass Heidelberg in dem gerade vorgelegten Ranking - wie auch in allen anderen nationalen und internationalen Rankings - im deutschen Rahmen gut abschneidet. Immerhin sind wir wieder einmal vorne dabei", meint der für die Forschung zuständige Prorektor. Innerhalb Deutschlands musste sich die Ruperto Carola nur den beiden Münchner Universitäten - der Ludwig-Maximilians-Universität und der Technischen Universität - geschlagen geben, während Heidelberg auf europäischer Ebene den 21. Platz hinter Oslo und vor Leiden belegt.

Doch so schön sich das alles auch anhört - insgesamt offenbart sich in diesen Werten das große Dilemma der unzureichenden finanziellen Förderung deutscher Universitäten. "Natürlich sind die Ergebnisse gut. Doch darf man hierbei nicht vergessen, dass die deutschen Universitäten seit Jahren unterfinanziert sind und größte Mühe haben, sich im internationalen Vergleich zu bewähren", erklärt Jochen Tröger. "Dass wir mit München oder Freiburg - die Albert-Ludwigs-Universität landete im Ranking auf Platz 90 - national in der ersten Liga spielen, ist ja keine Neuigkeit. Das sind unsere klassischen Konkurrenten. Was hingegen nötig wäre, wäre eine bessere Platzierung im internationalen Vergleich", betont der Prorektor.

Er hofft hierbei, wie viele andere auch, auf die positiven Effekte des Exzellenzwettbewerbs, in dem Heidelberg sehr gut aufgestellt ist. "Wir sind uns sicher, dass mit der künftigen Spitzenforschung auch unsere Spitzenstellung weiter gefestigt wird. Zugleich aber wollen wir den Standort Heidelberg auch mit neuen, innovativen Ideen stärken. Ob es nun um flexiblen Personaleinsatz geht, um bessere Möglichkeiten des Austauschs zwischen den Disziplinen oder um einen Ausbau der Kinderbetreuung durch die Universität, ist hierbei nur eine Frage des Details. Wichtig ist uns generell, dass wir die engen Regeln in Deutschland soweit als möglich aufreißen, um internationale Spitzenforscher von der Ruperto Carola überzeugen zu können - und das über langfristige Zeiträume, und nicht nur kurzfristig. Denn Wissenschaft lebt vom Austausch - und nicht von der Behinderung!"

Wie dynamisch andernorts mitunter gearbeitet wird, sah Professor Tröger bei einem Besuch an eben jener Jiao Tong University in Shanghai, die auch das Ranking schuf. "Das ist regelrecht unglaublich, welch eine Aufbruchstimmung dort herrscht, und welche Beweglichkeit die Universität an den Tag legt", wundert sich Jochen Tröger, der als Beispiel die Problematik einer Firmenausgründung nennt. "Wenn ein Professor in China eine Ausgründung vornimmt, verhält es sich so, dass die Mitarbeiter seiner Firma im gleichen Gebäude - ja mitunter im gleichen Laborraum - forschen, wie die Universitätsangestellten. Dass hier zuweilen oft Wissenschaftler zwischen den beiden doch sehr eng verwobenen Bereichen ausgetauscht werden, ist klar. Das birgt zwar mannigfaltige Risiken, und ist deshalb so nicht auf Deutschland übertragbar. Doch macht es die Beweglichkeit deutlich, mit der die Forschung in China heute abläuft", wundert sich Jochen Tröger. "Zudem spürt man dort eine maßlose Begeisterung für das eigene Fach, wie man sie zwar auch an einigen Heidelberger Instituten findet - jedoch nicht in dieser Verbreitung und Intensität."

Diese Begeisterung, die in Shanghai vorherrscht, schlug sich jetzt auch in einer besseren Bewertung der eigenen Hochschule nieder, kletterte die Jiao Tong Universität doch aus dem summarisch gelisteten Feld der 401 - 450 besten Universitäten in den Bereich 301 - 400. "Dessen ungeachtet muss man der Jiao Tong Universität ein großes Lob für die sehr faire und gründliche Arbeit machen", betont Jochen Tröger. "Wobei wir natürlich bei jedem Ranking nach den Regeln schauen, wie dieses entstand. Auch das Ranking der Jiao Tong Universität hat einige Schwächen. So wurden beispielsweise Einzelfaktoren wie die Gesamtzahl der in vielen Jahren an einer Hochschule verzeichneten Nobelpreisträger zu hoch bewertet. Diese Gewichtung erscheint uns für die Bewertung der Forschungsleistung einer Universität am Anfang des 21. Jahrhunderts ein wenig zu selektiv."

Trotzdem wird niemand bezweifeln, wo die weltweite Spitzenforschung zu finden ist, stellen doch Einrichtungen wie Cambridge (Platz 2) oder Oxford (Platz 10) einmal mehr die Qualität britischer Forschungsstätten unter Beweis. Unübersehbar ist jedoch vor allem die enorme Stärke der USA. Einzig die beiden britischen Traditionsuniversitäten stören die US-amerikanische Phalanx der weltweit 19 besten Hochschulen. Erst auf Platz 20 wurde mit der Tokio University eine Institution gelistet, die nicht im angloamerikanischen Raum beheimatet ist. Folglich dürfte das Ranking auch die Diskussion um Elite-Universitäten weiter anheizen. Denn trotz der vergleichsweise guten Platzierung Heidelbergs wird klar, wo das Ziel in der Hochschulentwicklung der kommenden Jahre liegen muss, will man den Anschluss an die internationale Spitze nicht verlieren.

Nähere Informationen sind im Internet verfügbar unter der Homepage der Jiao Tong Universität ed.sjtu.edu.cn/en/index.htm, sowie unter ed.sjtu.edu.cn/ranking.htm, wo die Ergebnisse des "Academic Ranking of World Universities - 2005" veröffentlicht wurden.
Heiko P. Wacker

Rückfragen bitte an
Prof. Dr. Jochen Tröger
Prorektor der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542306, Fax 562998
troeger@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de
http://www.akademie-fuer-weiterbildung.de

Weitere Berichte zu: Jiao Ranking Shanghai Tong

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Schulraum in Stuttgart mit VLC-Technologie vom Fraunhofer HHI eröffnet
03.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte