Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Medizinerausbildung an der TU-München: Mit umfassendem Service auf internationales Niveau

05.09.2005


Seit dem Wintersemester 2004 können die Medizinstudenten der TU München auf einen besondere Dienstleistung zurückgreifen: Über das Onlineportal mediTUM.de haben sie die Möglichkeit, ihr Studium komplett über das Internet zu organisieren - ein in Deutschland bisher einmaliger Service.



Herausforderung neue Approbationsordnung



Kleinere Gruppen, Unterricht am Patientenbett und fachübergreifende Blockpraktika: Die neue Approbationsordnung brachte im Oktober 2003 endlich die lange geforderte praxisnahe Ausbildung von Medizinstudenten in Deutschland. Die Universitäten stehen mit dem neuen Modell vor einer logistischen Herausforderung: Kurse und Lerninhalte werden komplett umgestaltet. Dabei dürfen Gruppen bei einer Patientenuntersuchung je nach Kurs nicht mehr als drei oder sechs Studenten umfassen. Dadurch entstehen Hunderte von Kleinstgruppen, deren Praktika mit den verschiedenen Instituten und Kliniken koordiniert werden müssen. Für die Universitäten bedeutet dies einen Organisationsaufwand, der ohne technische Hilfe nicht mehr zu bewältigen ist.

An der Technischen Universität München mit einer der größten medizinischen Fakultäten Deutschlands erweist sich die Umsetzung als besonders komplex: Fast 600 Studenten müssen auf über 3600 Lehrveranstaltungen verteilt werden, abgestimmt mit den klinischen Abteilungen, den Dienstplänen der ausbildenden Ärzte und nicht zuletzt müssen auch die zum Teil weiten Entfernungen der Klinken zueinander berücksichtigt werden.

Die Lösung: mediTUM

Die Antwort der TU München auf diese Herausforderung heißt mediTUM, ein Projekt, das die komplexen Anforderungen der neuen Approbationsordnung in die Praxis umsetzt. Hierbei geht die TU München neue Wege: Zusammen mit einem privaten Dienstleister untersuchte die Fakultät alle Abläufe, strukturierte sie neu und richtete ein zentrales Helpdesk für Studenten ein. Seit dem Wintersemester 2004/05 bietet die Fakultät auf der Seite www.mediTUM.de einen umfassenden Service im Internet: Online-Kursanmeldung, einen individuellen Stundenplan, Vorlesungsunterlagen und Skripten zum Herunterladen sowie ein Forum, in dem sich die Studenten austauschen. mediTUM.de sucht für die Studenten aus über 100.000 Möglichkeiten den idealen Stundenplan heraus und stellt ihn über das Internetportal nur dem Studenten zur Verfügung. Ein zentrales System überprüft dabei, dass keine Veranstaltungen kollidieren und Studenten und Professoren zeitlich und örtlich aufeinander abgestimmt sind. Sogar Testatscheine werden über das Internet ausgegeben. Damit ist die TU München die erste medizinische Fakultät in Deutschland, die ihren Studenten die Organisation des Studiums vollständig über das Internet ermöglicht. "Mit mediTUM bringen wir die Dienstleistungen für unsere Medizinstudenten auf den internationalen Standard", betont TU-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann. "Die Kleingruppenausbildung entwickeln wir so zum Gütesiegel der Medizinerausbildung an der Technischen Universität München."

Auch die Lehre soll von mediTUM.de profitieren. Zum einen erhält über das Portal jeder Dozent einen personalisierten Stundenplan, zum anderen können erstmals die Studenten per Internet alle Lehrveranstaltungen evaluieren und mit ihrem Votum eine Verbesserung der Lehre erreichen. Bereits im laufenden Semester sind die Ergebnisse des Wintersemesters in die Kursgestaltung mit eingeflossen. "Durch dieses Evaluierungssystem stellen wir sicher, dass die Bewertung durch die Studierenden ständig mit den Dozenten rückgekoppelt wird", berichtet Herrmann.

Für die Medizinstudenten der TU München ist mediTUM.de bereits im zweiten Semester zur Selbstverständlichkeit geworden. "Früher mussten wir von einem Kliniksekretariat zum anderen laufen, um uns für Kurse anzumelden. Jetzt machen wir das per Internet schnell und flexibel und können uns mehr auf die Studieninhalte konzentrieren", so eine Studentin. Und auch die Dozenten sind zufrieden. "Die computergestütze Kurseinteilung erleichtert uns die Organisation und Durchführung unserer Lehrveranstaltungen und spart so wertvolle Zeit, die wir zusätzlich für die Lehre unserer Studenten zur Verfügung haben", fasst Alexandra Humbert zusammen, Oberärztin in der Gynäkologie des TU-Klinikums rechts der Isar.

Entwickelt wurde die Softwarelösung mediTUM.de von dem Arzt Kirsten Ingmar Heiss, der den Unibetrieb von innen kennt: er ist ehemaliger Medizinstudent und hat sich mit seiner Firma Heiss IT auf IT-Dienstleistungen für Hochschulen spezialisiert.

Dr. Fabienne Hübener | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.tu-muenchen.de
http://www.med.tu-muenchen.de/de/news/archiv.php?we_objectID=175&we_objectTID=219
http://www.mediTUM.de

Weitere Berichte zu: Lehrveranstaltung Medizinerausbildung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Fast jeder vierte Hochschulabschluss ist ein Master
30.09.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Digitaler Wandel kommt im Bildungsbereich an
25.08.2016 | Technologiestiftung Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie