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Neues Bremer High-Tech-Bohrgerät bestand ersten Einsatz mit Bravour

31.08.2005


Das MeBo auf dem Aussetzschlitten an Bord der "Meteor". DFG-Forschungszentrum Ozeanränder (RCOM), Volker Diekamp


Das MeBo geht über Bord auf dem Weg zu seinem ersten Einsatz DFG-Forschungszentrum Ozeanränder (RCOM), Volker Diekamp


Kürzlich kehrte das deutsche Forschungsschiff "Meteor" von seiner jüngsten Reise nach Las Palmas zurück, an Bord das neue, während einer dreiwöchigen Expedition erstmals eingesetzte "MeeresbodenBohrgerät" MeBo, eine Eigenentwicklung des Bremer DFG-Forschungszentrums Ozeanränder. Das etwa zwei Millionen Euro teuere, sechs Meter hohe und zehn Tonnen schwere MeBo hat seine mit Spannung erwartete Bewährungsprobe im Seegebiet zwischen Kanarischen Inseln und Marokko mit Bravour bestanden.


Seit Gründung des DFG-Forschungszentrums Ozeanränder vor vier Jahren spielt die Weiterentwicklung von Meeresforschungstechnologien für die Bremer Wissenschaftler eine wichtige Rolle. So wurden u. a. zwei Tauchroboter in Dienst gestellt, mit der der Ozean bis in 4.000 Metern Wassertiefe erkundet werden kann. "MeBo ist unser jüngstes und bislang aufwändigstes Projekt", sagt Prof. Gerold Wefer, Direktor des Forschungszentrums. "Bislang konnten wir den Meeresboden für unsere Klima- und Umweltforschung maximal 15 Meter tief beproben. Mit dem MeBo peilen wir zukünftig Tiefen von bis zu 50 Metern an."

Während der Expedition zwischen den Kanaren und der afrikanischen Küste förderte das Bohrgerät aus bis zu 1.700 Metern Wassertiefe sowohl weiche Meeresablagerungen, als auch Festgesteine zutage. "Der längste Einzelkern war 23,5 Meter lang", berichtet Projektleiter Dr. Tim Freudenthal. "Insgesamt haben wir während der Reise mehr als 70 Meter lockere Sedimente und Festgestein durchteuft."


Das zehn Tonnen schwere MeBo wird mit Hilfe eines eigens konstruierten Aussetzgestells über die Bordwand der METEOR gehievt und an einer dicken Stahltrosse zum Meeresboden heruntergelassen. Dort klappen vier große, tellerförmige Füße aus und geben dem Bohrgerät den nötigen Halt. Im Innern der Stahltrosse laufen Glasfaserstränge. Sie verbinden das MeBO mit seiner Steuereinheit an Deck des Mutterschiffs und gewährleisten die Kommunikation zum Meeresboden. "Um das Bedienpersonal zu entlasten, werden wir im Laufe der nächsten Monate noch weitere Arbeitsschritte automatisieren", meint Dr. Tim Freudenthal.

Weltweit gibt es nur wenige vergleichbare Forschungsgeräte. Diesen ist das am DFG-Forschungszentrum Ozeanränder entwickelte MeBo überlegen. Es kann sowohl weiche Meeresablagerungen als auch Festgestein durchbohren und liefert den Wissenschaftlern zudem deutlich dickere Kerne, sprich: wesentlich mehr Probenmaterial für ihre Untersuchungen. Ein weiterer Vorteil ist seine Mobilität. Zusammen mit Hebegerüst und Steuerungseinheit findet die Ausrüstung in sechs Standard 20-Fuß-Containern Platz und ist daher auf jedem größeren Forschungsschiff einsetzbar.

Kirsten Achenbach | idw
Weitere Informationen:
http://www.ozeanraender.de

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