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Deutschlandjahr in Japan 2005/06

30.08.2005


FH Düsseldorf präsentiert Forschungsergebnisse und -entwicklungen auf höchstem technischen Niveau



Ein Auto bauen - und zwar live im Netz, einen emotionalen Kontakt zu virtuellen Personen in Düsseldorf aufbauen oder in dem Klangwerk "Hoichi’s Träumerei" wohlig versinken? Alles ist möglich: Innerhalb des "Deutschlandjahres in Japan" präsentieren Lehrende und Studierende verschiedener Fachbereiche vom 3. bis 9. September ihre interdisziplinären Forschungsentwicklungen im Bereich der angewandten Informationstechnologie auf höchstem technischen Niveau mit einer Ausstellung an der Universität von Aizu.

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»Elemente »PCM


So zeigt die Fachhochschule mit einer Multi-Screen-Installation das Leben in der Landeshauptstadt. Die Multi-Screen-Installation, basierend auf neuesten 3D-Technologien, virtuellen Sets, Animationen und Videoprojektionen sowie selbst komponierten Audiotracks, demonstriert eine ungewöhnliche Kombination von virtuellen und realen Elementen. Das Projekt entstand im Fachbereich Medien unter Leitung von Prof. Dr. Karin Welkert-Schmitt.

Mit dem "CONTROL-NET" zeigt das Düsseldorfer Telelabor unter Leitung von Prof. Dr. Reinhard Langmann am Fachbereich Elektrotechnik, wie man ein Auto bauen kann - und zwar live im Netz. Das Projekt hat das Ziel, eine authentische Lernumgebung im Internet bereit zu stellen, an der Studierende sowie Auszubildende praxis- und handlungsorientiert im Sinne von E-Learning & Doing arbeiten können. Aufgebaut wurde dazu eine Anlage zur Montage von Modellautos. Die Nutzer entwickeln über ein webbasiertes Programmiersystem für vorgegebene Aufgaben individuelle Automatisierungsprogramme und steuern damit den Zusammenbau eines Modellautos über Datenfernzugriff und Videokameras.

"Hoichi´s Träumerei" hingegen vermittelt die Atmosphäre eines japanischen Spätsommers. Das Klangwerk wurde unter Leitung von Dipl.- Ing. Wilhelm Schaffrath und Dipl.-Ing. Jewgeni Birkhoff vom Fachbereich Medien produziert und basiert auf Elementen einer japanischen Geistergeschichte. Der Inhalt der Geschichte wird so abstrakt wie möglich erzählt. Die Zuhörer sollen sich durch die Geräusche, Musik und jeweilige Atmosphäre Bilder vorstellen können. Einerseits sollen sie die Szenen aus der objektiven Sicht hören, andererseits aus der Sicht von Hoichi erleben.

Dieses Konzept eignete sich besonders gut für einen 8-Kanal-Surround-Produktion. Bei der Dramaturgie des Gesamtklangwerkes kam es darauf an, viele alltägliche japanische Elemente einzubetten, um emotionale Nähe zum Betrachter zu schaffen. Singende Kinder am Strand, die für diese Produktion im EKO-Kindergarten in Düsseldorf aufgenommen wurden, stellen den Kontrast zu dem etwas unheimlich wirkenden Teil des Stückes dar.

Ein innovatives Transportsystem, den "People Cargo Mover" (PCM), stellen Prof. Dr. Jens Herder vom Fachbereich Medien und Prof. Dr. Ralf Wörzberger vom Fachbereich Architektur in einer interaktiven Visualisierung vor: Eine Hochgeschwindigkeitsbahn, die auf einer auf den Mittelstreifen der Autobahnen aufgeständerten Trasse fährt. Der PCM wird seitlich an der Trasse geführt, so dass eine Trasse beide Richtungen aufnimmt. Er ist im Personen-Nah- und Fernverkehr sowie für Cargo einsetzbar. Visualisierung, gekoppelt mit Techniken der Virtuellen Realität, erzeugt eine Präsentation mit hohem Grad an Realismus.

Verschiedene (Echtzeit)Visualisierungsmethoden stellen Idee, Aufbau und Funktionen des PCM ausführlich dar. Um die Immersion für das Publikum zu erhöhen, wird eine Zug-Innenraumszene interaktiv "begehbar" sein. Novum ist ein Landschaftsvideo, das genutzt wird, um die Szene zu beleuchten. Der Grad an Realismus wird zusätzlich durch eine Stereoprojektion erhöht.

Auch innerhalb der Akustik stellt die Fachhochschule Düsseldorf unter Leitung von Prof. Dr. Dieter Leckschat vom Fachbereich Medien ihre aktuellen Entwicklungen vor. Erfordern heutige Surround-Anlagen, dass man im Zentrum einer Lautsprecheranordnung sitzt, um optimale Räumlichkeit bei Musik oder Filmton zu erleben, so gibt es bereits ein neues Verfahren: die Akustische Wellenfeldsynthese (WFS). Diese kann die Beschränkung überwinden, indem von zahlreichen Lautsprechern Schallwellen erzeugt werden, die ähnlich sind wie die Wellen, die von Schallquellen wie Sprechern oder Musikinstrumenten erzeugt werden. An der Fachhochschule wurde ein WFS-System aufgebaut, das sich im Gegensatz zu ersten kommerziellen Produkten durch Einfachheit und günstige Komponenten auszeichnet. Dabei ergeben sich durch die vielfach verbesserte Raumabbildung neue kreative Möglichkeiten in der Tonproduktion beispielsweise in der Hörspiel- oder Musikproduktion.

Simone Fischer | idw
Weitere Informationen:
http://vsvr.medien.fh-duesseldorf.de/dinjpn-aizu2005
http://www.doitsu-nen.jp/

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