Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einmalig in Deutschland: Auswahlverfahren für MedizinstudentInnen in Leipzig

25.08.2005


Für Studiengänge mit einem bundesweiten Numerus Clausus können die Universitäten nun 60 % ihrer Studierenden selbst auswählen. Einmalig in Deutschland verfährt die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig: mit einem schriftlichen Test prüft sie am 29. 8. 2005, ab 13:00 Uhr, die Studierfähigkeit ihrer künftigen Studentinnen und Studenten.



Die Latte für die Zulassung zum Medizinstudium ist hoch: Abiturnoten bis 1,2 sind für Leipzig die Voraussetzung für eine Studienplatzvergabe über die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) in Dortmund, die 40 % der Studienplätze vergibt. Die restlichen 60 % kann sich die Hochschule von nun an selbst suchen, allerdings trifft auch hier die ZVS im Auftrag der Hochschule eine Vorauswahl: Nicht schlechter als 1,4 darf die Abiturnote sein, wenn der Studienbewerber überhaupt zum Auswahlverfahren in Leipzig zugelassen werden kann, der Durchschnitt lag bei 1,28.



Die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig hat sich für einen schriftlichen Studierfähigkeitstest entschieden, an dem ca. 350 Kandidaten für das Medizinstudium in Leipzig teilnehmen werden. Der etwa zweistündige Test wurde von Professor Trost, ITB Consulting-Bonn, ursprünglich aus dem Test für die Medizinischen Studiengänge (TMS) für das Auswahlverfahren der Sanitätsoffiziere der Bundeswehr entwickelt und wird nun erstmalig an einer deutschen Universität eingesetzt. Getestet wird das medizinisch-naturwissenschaftliche Grundverständnis und beinhaltet drei Schwerpunkte: Textverständnis, quantitative und formale Probleme und Diagramme und Tabellen. Neben dem Testergebnis findet auch massgeblich die Abiturnote und eine eventuell vorhandene Ausbildung in einem medizinnahen Beruf wie Krankenschwester, Hebamme oder Physiotherapeut Berücksichtigung.

"Wir haben uns für den schriftlichen Studierfähigkeitstest entschieden, weil wir einheitliche Kriterien haben wollten, unabhängig von der Person eines Hochschullehrers, der mündliche Auswahlgespräche führen müsste.", erklärt Studiendekan Prof. Jan Gummert. "Außerdem hat uns der Test selbst überzeugt, der Denkfähigkeit fordert und nicht geronnenes Wissen." Damit so hofft er, könne man am besten bestimmen, ob der Abiturient die Voraussetzungen für das Medizinstudium mitbringt. "Wer zum schlussfolgernden Denken fähig ist, kreativ an Aufgabenlösungen herangeht, diszipliniert und planvoll die Fragen beantwortet, von dem sind auch gute Noten während des Studiums zu erwarten."

Mit dem neuen Auswahlverfahren will die Medizinische Fakultät bessere Studierende aufnehmen, die seltener ihr Studium abbrechen und die Regelstudienzeit einhalten. Die sehr grosse Bewerberzahl von über 6500 und Seitenzugriffe auf http://www.medizin.uni-leipzig.de/lehre/auswahl von über 30000 lassen das hohe Interesse daran erkennen.

weitere Informationen:
Christian Epp
Telefon: 0341 97 15 920
E-Mail: Christian.Epp@medizin.uni-leipzig.de

Dr. Bärbel Adams | idw
Weitere Informationen:
http://www.medizin.uni-leipzig.de/lehre/auswahl
http://www.medizin.uni-leipzig.de

Weitere Berichte zu: Auswahlverfahren Medizinstudium ZVS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Digitale Bildung im Unterricht: Was Lehrer und Schüler von der Schul-Cloud erwarten
11.12.2017 | Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik (HPI)

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Wirkstoffe aus dem Baukasten: Design und biotechnologische Produktion neuer Peptid-Wirkstoffe

13.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

Analyse komplexer Biosysteme mittels High-Performance-Computing

13.12.2017 | Informationstechnologie