Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schule des Sehens - Neue Medien der Kunstgeschichte

31.08.2001


BMBF fördert kunsthistorisches Internetprojekt, an dem Freie Universität Berlin beteiligt ist.

Der erste Schritt in Richtung kunstgeschichtliches Online-Studium ist vollzogen. Mit der "Schule des Sehens - Neue Medien der Kunstgeschichte" können sich künftig die Liebhaber der schönen Künste weiterbilden, ohne an einer Hochschule immatrikuliert zu sein. Das Programm richtet sich an alle: an den interessierten Laien und den Studierenden des Faches Kunstgeschichte. Denn die Multimediaschule stellt historisch fundierte Studieneinheiten für alle Ebenen des Bildungssystems zur Verfügung. Je nach Niveau werden am Ende des Kurses unterschiedliche Zertifikate vergeben. Geplant ist eine Vielzahl von Lehr- und Lerneinheiten von der multimedialen Vorlesung bis zur Reiseanleitung für das Selbststudium. Das Kunsthistorische Institut der Freien Universität Berlin beteiligt sich in zweifacher Weise federführend an der virtuellen Kunstgeschichtsschule: Prof. Dr. Werner Busch koordiniert die Online-Fassung des Funkkollegs Kunst "Geschichte der Kunst im Wandel ihrer Funktionen", während sich Prof. Dr. Eberhard König der "Geschichte der Buchmalerei" widmet. An dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt beteiligen sich ferner die Technische Universität Dresden, die Universität Hamburg, die Philipps-Universität Marburg und die Ludwig-Maximilians-Universität München.

Die "Schule des Sehens - Neue Medien der Kunstgeschichte" ist ein Projekt innerhalb des vom BMBF geförderten Programms "Neue Medien in der Bildung". Hierbei soll mit dem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien die Qualität der Lehre verbessert werden. Es wird angestrebt, den Anteil eines betreuten Selbststudiums zu erhöhen, neue Fernstudienangebote und neue Kombinationen von Präsenzlehre sowie Selbst-/Fernstudienanteilen zu entwickeln. Ferner sollen gleichzeitig neue Angebote für die Weiterbildung geschaffen werden.

Nachdem das Kunsthistorische Institut der Freien Universität Berlin bereits am internationalen Multimediaprojekt GIOVE beteiligt ist (vgl. Pressedienst Wissenschaft PDW 38/2001), ist die "Schule des Sehens" nun das zweite Internet-Kooperationsprojekt.

Ziel des Projekts "Schule des Sehens" ist die Produktion und Einführung von Studieneinheiten im Umfang von 30 Semesterwochenstunden (SWS) in den Universitätsalltag deutschsprachiger Hochschulen und in die Weiterbildung. In ihrer Gesamtheit entsprechen die 34 SWS 50% eines kunstgeschichtlichen Haupt- und 100% eines kunstgeschichtlichen Nebenfachstudiums. Die Studieneinheiten werden für mindestens zwei von drei Bildungsebenen (Grundstudium, Hauptstudium, Weiterbildung) und in mindestens zwei von drei Formen (netzbasierte Präsenzlehre, betreutes Selbststudium, Fernstudium) aufbereitet. In einer Zeit, in der das Bild zum wichtigsten Informationsmedium geworden ist, dient das Projekt über das Fach Kunstgeschichte hinaus allen Bildungsbereichen, in denen die Entwicklung der Fähigkeit zu kritischem Umgang mit Bildern gefördert werden kann.

Die fünf Partneruniversitäten in den Bundesländern Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen und Sachsen produzieren Lehr- und Lerneinheiten, die am Ende des Projekts auf einem oder mehreren Web-Servern für den Regelbetrieb in allen Bundesländern zur Verfügung stehen. Die Lehr-/Lerneinheiten werden auf das mögliche Maximum curricularer Anforderungen in Studien- und Prüfungsordnungen deutscher Hochschulen abgestimmt. Langfristig könnten sie zu einer Weiterentwicklung der Studienordnung führen, auch wenn sie - den wissenschaftlichen Traditionen entsprechend - dem Prinzip des exemplaren Lernens folgend konzipiert sind. Viele der Lehr-/Lerneinheiten werden variabel ausgelegt, so dass sie unter Berücksichtigung lokaler curricularer Erfordernisse beispielsweise als Proseminar oder als quellenkundliches Seminar angeboten werden können.

Die Grundlage für die von der Freien Universität Berlin konzipierten Studieneinheit "Geschichte der Kunst im Wandel ihrer Funktionen" bildet das 1983-85 im Medienverbund entwickelte "Funkkolleg Kunst", das von Prof. Werner Busch geleitet wurde. Gewidmet war das Funkkolleg Kunst, das im Piper-Verlag auch in Buchform erschienen ist, der Funktionsfragestellung. Untersucht wurden die religiöse, die ästhetische, die politische und die abbildende Funktion von Kunst. Sie scheinen nach wie vor ideal geeignet, einen einleuchtenden, mehrfach ansetzenden Überblick über die Geschichte der Kunst und ihren gesellschaftlichen Stellenwert zu geben. Die Texte der 28 Autoren werden auf den neuesten Forschungsstand gebracht und mit Anmerkungen, Textverweisen sowie Einzelinterpretationen ergänzt. Weitere Bildbeispiele werden zugänglich gemacht, ferner soll die Vernetzung mit im Internet angebotenen Materialien zum jeweiligen Thema erfolgen. An der Freien Universität Berlin werden die Texte zusammengeführt und medienpädagogisch so konzipiert, dass sie nicht nur im Universitätsbetrieb, sondern später insbesondere auch im Bereich der Erwachsenenbildung verwendet werden können, z.B. in Volkshochschulen.

Die geplante Unterrichtseinheit von Prof. Eberhard König, einem ausgewiesenen Spezialisten der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriftenforschung, zur "Geschichte der Buchmalerei" soll zwischen den Bedürfnissen des Grund- und des Hauptstudiums angesiedelt sein. Um die Anschaulichkeit als eine besonders wichtige Qualität zu gewährleisten, beschränkt sich der Bearbeitungszeitraum auf das 15. Jahrhundert. Lernziel ist es, selbstständig eine Handschrift beschreiben und einordnen zu lernen. Dabei soll ein Grundverständnis für den Stellenwert von Bild und Ornament erarbeitet werden, das für Historiker/innen genauso fruchtbar ist wie für Literaturwissenschaftler/innen, und das für Kunsthistoriker/innen eine neue Grundlage der Bearbeitung sein könnte.

Das Bildarchiv Marburg, Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte der Philipps-Universität Marburg, stellt der "Schule des Sehens" seine gesamten Daten und knapp 1,5 Mio. Bilder zur Verfügung. Hierbei handelt es sich um den weltweit größten kunstgeschichtlichen Bild- und Datenbestand.


von Ilka Seer


Weitere Informationen:
- Univ.-Prof. Dr. Werner Busch, Kunsthistorisches Institut der Freien Universität Berlin, Koserstr. 20, 14195 Berlin, Tel.: 030 / 838-53849, E-Mail: wbusch@zedat.fu-berlin.de
- Univ.-Prof. Dr. Eberhard König, Kunsthistorisches Institut der Freien Universität Berlin, Koserstr. 20, 14195 Berlin, Tel.: 030 / 838-53803, E-Mail: egbk@zedat.fu-berlin.de

Ilka Seer | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Das Klassenzimmer der Zukunft - DFKI & TUK eröffnen neues Labor für digitale Lehr- und Lernmethoden
03.05.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Technik unterstützt Inklusion in der Arbeitswelt
06.03.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rotierende Rugbybälle unter den massereichsten Galaxien

23.05.2018 | Physik Astronomie

Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor

23.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie

23.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics