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Weltweit erste zentrale Registrierungsagentur für Primärdaten

21.07.2005


Technische Informationsbibliothek bietet verbesserten Zugang zu wissenschaftlichen Messergebnissen

Seit dem 1. Mai 2005 ist es offiziell: Die Technische Informationsbibliothek (TIB) in Hannover ist die weltweit erste Registrierungsagentur für wissenschaftliche Primärdaten. Diese Messdaten und Aufnahmen stellen die Grundlage für Forschungsarbeiten und wissenschaftliche Abhandlungen dar. Ihre zentrale Registrierung ermöglicht das Projekt CODATA "Publikation und Zitierfähigkeit wissenschaftlicher Primärdaten" 2004, das den Zugang zu entsprechenden Informationen verbessern soll. Initiatoren sind das Weltklimadatenzentrum am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg, das GeoForschungsZentrum Potsdam, das Weltdatenzentrum MARE am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven, die Universität Bremen sowie das Forschungszentrum L3S/Learning Lab Lower Saxony der Universität Hannover. Die Finanzierung dieses Projektes leistet die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG). Nun ist erstmals der Nachweis und die Zitierfähigkeit von Primärdaten möglich und ihre dauerhafte Adressierbarkeit gewährleistet. Ausführliche Informationen dazu sind auf der Website des Projektes unter www.std-doi.de zu finden.

Von den Vorteilen des neuen Verfahrens profitieren in erster Linie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die eigene Primärdaten erheben oder diese Daten für eigene, weiterführende Arbeiten nutzen wollen. Das CODATA-Konzept der Zitierfähigkeit von Primärdaten verbindet wissenschaftliche Langzeitarchive mit traditionellen Bibliothekskatalogen, um wissenschaftliche Daten nachweisbar und zusammen mit alternativen Informationsressourcen recherchierbar zu machen. Die TIB speichert die Informationen zu den Primärdaten ab und versieht die Daten mit einer eindeutigen Identifikationsnummer, einem Digital Object Identifier (DOI). Nun sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Lage, die Daten in ihrer Arbeit mit der DOI als einzigartige Kennung zu zitieren. Wissenschaftliche Primärdaten bekommen dadurch eine eigene Identität und können als unabhängige, eigenständige Informationseinheit genutzt werden. 40 Datensätze sind mittlerweile über TIBORDER, das Bestell- und Liefersystem der TIB, nachweisbar und zugänglich. Bereits 220.000 Datensätze wurden in der TIB registriert. Bis Ende des Jahres sollen es rund 1,5 Millionen Datensätze sein. Zurzeit sind vornehmlich Messdaten aus dem Gebiet der Geowissenschaften erfasst, ab 2006 wird die Registrierung von Primärdaten auch auf andere Sammelgebiete ausgeweitet.

Die TIB ist die Deutsche Zentrale Fachbibliothek für Technik und deren Grundlagenwissenschaften, insbesondere Chemie, Informatik, Mathematik und Physik. Mit einem Bestand von rund 7,3 Millionen Medieneinheiten und 18.600 Zeitschriftentitel ist die TIB die weltweit größte Spezialbibliothek. Durch den Dokumentlieferdienst der TIB steht dieser Bestand Kunden auf der ganzen Welt zur Verfügung.

Dr. Stefanie Beier | Universität Hannover
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

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